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Erfahrungsbericht ARF-Bau in einer neuen Dimension ...

von Fabio Fontana
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Fertigmodell Bellanca Decathlon 4,58 m von PILOT-RC

Nach einer bald endenden, aber tollen Flugsaison 2010 musste für den Winter etwas Neues her, damit die langen und kalten Wintertage sinnvoll genutzt werden konnten. Dabei wollte ich schon immer einmal einen Schlepper bauen, welcher nicht nur gut fliegt, sondern den immer grösser werdenden Segelflugzeugen auch massstäblich gerecht werden sollte. Mein angestrebter Massstab war 1:2,5 bis 1:2.


Preis und Leistung stimmen

Neben dem Preis spielte auch der Vorfertigungsgrad eine entscheidende Rolle. So wollte ich z.B. auch keinen kompletten Baukasten kaufen, sondern einen qualitativ hochwertigen ARF-Bausatz, was bei all den Ansprüchen und der Grösse nicht einfach zu finden schien.

Fündig wurde ich dann schliesslich aber durch einen Hinweis von meinem Freund Peter Richner. Bei dem Hersteller handelt es sich um www.Pilot-RC.com aus China. Die junge Firma verfügt über Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung und liefert preis- und leistungstechnisch hervorragende Qualität. Bei allen Teilen zwischen Seitenruder und Motorhaube wurde sowohl auf das Gewicht als auch auf eine stabile Konstruktion Wert gelegt. Die sauber fertig eingeklebten Ruderscharniere unterstreichen den hohen Vorfertigungsgrad bei Pilot-RC-Modellen. Auch beim Zubehör wird nicht gespart! Hochwertige GFK-Ruderhörner, spielfreie Kugelenke und viele Kleinigkeiten, welche den Zusammenbau des Modells erleichtern, sind im Standard-Lieferumfang enthalten. Ebenso stehen dem Kunden vier verschiedene Standard-Designs zur Auswahl. Auf



Was mich und meinen Freund Attilio Boetsch (alias Don Attilio) erwartete, hat unsere Vorstellungskraft um ein Vielfaches übertroffen. So konnten wir nach einem ersten Augenschein auch der Versuchung nicht widerstehen und haben

die Maschine spätabends noch aufgebaut. Ein atemberaubender Anblick und auch qualitativ sehr gut verarbeitet.


Schwerer als 30 kg!

Nachdem wir die Maschine in unserem Bastelkeller verstaut hatten, haben wir sämtliche Teile nochmals fein säuberlich kontrolliert und waren nach wie vor von der Qualität des Bausatzes überzeugt. Lediglich



Nun ging es ans Zusammenstellen der RC-Komponenten, die Auswahl des Motors, der Empfangsanlage und, und ... Gemäss Herstellerangaben sollte es möglich sein, ein Gewicht unterhalb 30 kg zu erreichen, was mir und Don Attilio aber nicht realistisch schien. Deshalb haben wir alle Teile fein säuberlich gewogen und sind auf ein Leergewicht von 24,5 kg gekommen. Schnell war also klar, es geht nicht, und wenn, dann nur mit grossen Einsparungen, was nicht Ziel des Projektes war. Schliesslich wollte ich ja einen Schlepper, welcher nicht nur gross war, sondern auch über ausreichend Leistung verfügt, um auch mit den grössten aller Modellsegelflieger fertigzuwerden. Bei dem Motor habe ich mich schlussendlich für einen 3W-275xiB2-TS-CS-Modellmotor



aus dem Hause 3W-Modellmotoren mit passenden Dämpfern entschieden. Dieser verfügt gemäss Herstellerangaben über 27,5 PS (20,22 kW) und wiegt 7,03 kg. Dabei erreicht man mit dem passenden Propeller einen Standschub von ca. 55 kg, was mehr als ausreichend sein sollte. Für die Ansteuerung der Ruder habe ich mich für Hitec-Digital-Servos entschieden. Verwendet werden insgesamt

12x HS-7945SH (QR, HR, SK, Gas) sowie 3x HS-5805 MG (SR). Als redundant ausgelegte Empfangsanlage samt integrierter Akkuweiche kommt ein Weatronic 12-22R Gyro III mit 2,4 GHz zum Einsatz. Mit diesem Hersteller fliege ich schon viele Jahre und habe immer gute Erfahrungen gemacht. Bei den Akkus setze ich immer auf Lipo.


Der Bau kann beginnen

Währenddessen Woche für Woche neue Lieferungen eintrafen, habe ich mich zusammen mit meinen Freunden Don Attilio, Heinz Küng und Lukas Niedermann an den Bau der Maschine gemacht. Zuerst wurden sämtliche Ruderhörner fein säuberlich eingeklebt und alle Kabelstränge gelötet. Es ist schon faszinierend, wie viel Kabel man bei solch grossen Maschinen verbaut. Ich kenne das vor allem von meinen zahlreichen Grossseglern. Ich weiss nicht mehr, wie viele Male ich neue Kabelpackungen bestel-


len musste. Nachdem auch der Motor eingetroffen war, haben wir uns an dessen Einbau gemacht. Aus Gründen der Sicherheit haben wir uns entschieden, den bereits sehr massiven Motordom mit GFK- und CFK-Lagen zu verstärken. Nach einigen wenigen Anpassungen am Motordom und Schalldämpfertunnel war dann das Ganze auch relativ schnell und sauber eingebaut.

Weiter ging es dann mit dem Bau des Fahrwerkes. Da wir indes wussten, dass unsere Bellanca vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) abgenommen werden musste, und wir dazu die Auflage erhielten, zur Sicherheit ein funktionierendes Radbremssystem einzubauen, waren Anpassungen an den Radachsen und Rädern notwendig. Da sich die bestehenden Räder aber nicht mit einer vernünftigen Bremse nachrüsten liessen, waren wir gezwungen, auf ein Produkt eines anderen Herstellers zurückzugreifen. Fündig wurden



Nachdem wir das Fahrwerk unseren Vorstellungen entsprechend umgesetzt hatten, gingen wir an den Einbau der Servos. Dieser ging eigentlich ziemlich unspektakulär über die Bühne. Mehr Arbeit hingegen hatten wir mit den millimetergenau aufeinander abgestimmten Anlenkungen. Diese wollten wir so haben, um damit ein mögliches Synchronisieren der verschiedenen Servogruppen (pro Querruder 3 Servos, pro Höhenruder 2 Ser-

vos und auf dem Seitenruder 3 Servos) zu vermeiden. Dies gelang uns dann auch sehr gut und bei den Tests waren nur wenige Nachbesserungen nötig. Während den Bauphasen hatten wir noch die Idee, eine automatische Schleppseilwinde in die Maschine einzubauen. Dies als kleines Highlight sozusagen. Da gibt es mittlerweile einige Hersteller auf dem Markt. Wir haben uns für eine Winde von Bernd Dauer – www.schleppseilwinde.de entschieden. Obwohl es sich um einen ARF-Baukasten handelte,

ging alles etwas länger als gedacht – wer kennt das nicht bei allen ARF-Baukästen, die es mittlerweile gibt. Aber schlussendlich hat es eine Riesenfreude gemacht.


Abnahme und Erstflug

Da nun noch die Abnahme Pflichttermin war und wir auf diesen Termin wegen des Wetters einige Zeit warten mussten, nutzten wir diese Zeit, die Maschine und deren Funktionen genauestens zu testen und die letzten Einstellungen für den grossen Abnahmetermin

vorzunehmen. Für die Abnahme haben wir uns für eine Zulassung für den einfachen Kunstflug entschieden. Das heisst, dass die Maschine mit 6 G geprüft wird. Bei einem «Kampfgewicht» von knapp 45 kg wurde jede Fläche mit 100 kg Sand beschwert, um so die auftretenden Kräfte zu simulieren. Am Samstag, 16. April 2011, kurz vor 12.00 Uhr hatten wir es schriftlich – die Bellanca hat die Abnahme mit Erfolg bestanden, was anschliessend gefeiert werden musste. Zu guter Letzt stand nun noch der



Wie es zu erwarten war, mussten nur wenige Trimmeinstellungen vorgenommen werden. Das Flugbild, das Flugverhalten – ja einfach alles ist sagenhaft. Die Bellanca fliegt sich wie ein grosser Trainer und kann trotz fehlender Landeklappen (hat das Original übrigens auch nicht) im Schritttempo gelandet werden – einfach fantastisch.

Eine umfassende Bildersammlung vom Bau der Maschine und das eine oder andere Video findet man auf unserer Website www.die-modellflie



Lukas Niedermann bedanken. Dank deren tatkräftiger Hilfe konnten wir ein ARF-Modell der nicht ganz alltäglichen Art auf die Beine stellen. Ebenso danke ich meiner Frau Nicole und meinem Sohn Tizia-

no, welche mich mit ihrer Geduld ebenso unterstützt haben. Ein Danke geht auch an einige der hier genannten Hersteller.

Fabio Fontana



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