Geschichte

3. RC-Segelflug-Weltmeisterschaft FAI Kategorie F3B 1981

von Hans Ruedi Schläpfer
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Vom 12.–17. Juli 1981 trafen sich 66 Konkurrenten aus 22 Nationen zur 3. RC-Segelflug-Weltmeisterschaft in Sacramento im Staate Kalifornien USA.

Aus der Sicht des Mannschaftsleiters der Delegation des Aero-Clubs der Schweiz ist folgendes Fazit zu ziehen: Der Besuch dieser WM war einmal mehr ein recht aufwendiges Unternehmen, sowohl was den zeitlichen Aufwand für die Vorbereitungen und den finanziellen Aufwand seitens der Nationalmannschaftsmitglieder, als auch des Aero-Clubs der Schweiz, welcher die Mannschaft wiederum materiell unterstützte, betrifft. Demgegenüber stand die äusserst mangelhafte Organisation der WM durch die AMA (Academy of Model Aeronautics), welche nur mit sehr viel Mühe wenigstens 4 Durchgänge innerhalb von 4 Tagen über die Bühne bringen konnte.

Daraus resultierte eine grosse physische Belastung aller Konkurrenten und Helfer. Der Tagesablauf während der WM sah in etwa so aus: Tagwache morgens um 5.00 Uhr. Flugbetrieb bis regelmässig 19.00 Uhr, bei Temperaturen, die zeitweise deutlich über der 40-°C-Marke lagen. Rückfahrt ins Hotel, ca. 24 km. Pflege des Flug- und Infrastrukturmaterials. Duschen und Nachtessen um 21.00 Uhr. Nachtruhe frühestens ab 22.00 Uhr.

Dass unter solchen Umständen der sehr wichtige soziale Kontakt unter den Teilnehmern völlig unmöglich war, ist sehr zu bedauern. Selbst anlässlich des Schlussbanketts, mit einer – auch an bescheidensten Ansprüchen gemessen – WM nicht würdigen Siegerehrung, kam dieser Kontakt infolge Zeitmangel und Übermüdung nicht mehr zustande. Mit Ausnahme der Ränge 1–3 der Individual- und der Teamklassierung wurden keine weiteren Ränge bekanntgegeben. Ranglisten standen erst 5 Minuten vor Abfahrt der Teilnehmer zur Verfügung, und selbst dann fehlten uns noch die Resultatlisten von 3 Durchgängen. Im Gegensatz dazu fanden wir in Sacramento wirklich ideale Flugwetterbedingungen vor mit sehr guten, ausgeglichenen Aufwindverhältnissen über den ganzen Tag, welche einen fairen Wettkampf erlaubten. Bedingt durch den steifen Wind, versetzten die vor allem unterhalb 100 m/Grund engen «Bärte» relativ schnell über das Gelände hinweg und stellten an das fliegerische Können der Piloten recht hohe Anforderungen.

Einmal mehr ist die Feststellung zu treffen, dass durch die willkürliche 12-Runden-Limitierung im Distanzflug die Leistungsbilanz vor allem der guten Piloten völlig verzerrt wurde. Bereits 48% aller geflogenen Distanzflüge erreichten das Maximal-Limit von 12 Runden! Man hätte ruhig den zeitraubenden Distanzflug ohne jegliche Qualitätseinbusse auf den Selektionsprozess


Die drei Ersten der Einzelwertung von links nach rechts:

1. Dwight Holley, USA
2. Sean Bannister, Grossbritannien
3. Wilhelm Schäffer, Deutschland



Resultate

weglassen können. Wenn der RC-Segelflug als Wettbewerbskategorie noch eine Chance für die Zukunft haben soll, dann muss die 12-Runden-Limitierung so schnell als möglich fallen. Unter diesen Voraussetzungen erfolgte die Selektion primär auf Grund der Resultate bei der Präzisionslandung im Dauerflug und im Speedflug.


Wie beurteilt der Mannschaftsleiter die Leistungen der Schweizer Piloten?

Ich bin der Ansicht, dass die Ergebnisse der WM etwas differenziert betrachtet werden müssen, um den Leistungen gerecht zu werden. Zieht man lediglich die Rangierung in Betracht, erscheint das Bild zugegebenermassen nicht sehr vorteilhaft. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass 19 Piloten über 90% Leistung relativ zum Gewinner der WM erfliegen. Dass sich innerhalb dieser Bandbreite 2 Schweizer Piloten klassieren konnten, ist doch sehr erfreulich. Dass sich der 3. Schweizer trotz einem selbstverschuldeten Nuller im 2. Speedflug und einem auf volles Risiko geflogenen 3. Speedflug – nach einer nur um wenige cm verpassten Wende – schliesslich mit 21 Sekunden und 405 Punkten immer noch auf dem 27. Platz mit einer Leistungsbilanz von über 84% relativ zum Gewinner plazieren konnte, deutet doch eindeutig auf die sehr guten Leistungen des Schweizer Teams hin. Wir alle – und zwar der Mannschaftsleiter als auch die Piloten – wissen, dass wir Fehler gemacht haben und dass wir für diese Fehler bezahlen mussten. Es kann nur der gewinnen, welcher am wenigsten Fehler macht.

Weder das zur Verfügung stehende Flugmaterial noch das Wetter oder die schwachen Leistungen des Organisators sind in irgendeiner Weise für die Ergebnisse des Schweizer Teams verantwortlich zu machen.

Dass zum Beispiel der TM beim Dauerflug das Ende der Disziplinzeit verpasst und damit der Pilot die so dringend notwendigen Landepunkte nicht nach Hause bringt, oder beim Distanzflug die laufende Disziplinzeit mit der noch laufenden Uhr für die Vorbereitungszeit verwechselt, sind ganz ärgerliche Fehler und sollten eigentlich genauso wenig vorkommen wie zum Beispiel der besagte Nuller im Speedflug durch Überfliegen der Sicherheitslinie oder Landungen ausserhalb der 15-Meter-Marke im Dauerflug. Die Praxis zeigt uns aber immer wieder, dass auch solche unnötigen Fehler passieren können.

Wichtig scheint mir in dieser Beziehung, dass aus solchen Missgeschicken gelernt werden kann, damit nicht die gleichen Fehler wiederholt werden.


Einen weiteren, sicher nicht unbedeutenden Erfolg darf das Schweizer Team auf seinem Konto verbuchen. Obwohl in den beiden Jahren seit der letzten WM in Belgien wirklich grosse Fortschritte auf dem Sektor Modellbau in vielen Nationen zu verzeichnen sind, wird der Spartakus hinsichtlich Bautechnik, aerodynamischer Sauberkeit und Flugleistungen als grosser Fortschritt gewertet. Unser Modell erweckte jedenfalls bei vielen Konkurrenten und beim interessierten Fachpublikum ein reges Interesse. Ich bin überzeugt, dass der



Die Sieger der Mannschaftswertung von links nach rechts:

1. Deutschland: R. Decker / W. Schäffer / W. Vauth und TM Quabeck
2. USA: Blake / Edberg / Holley und TM Pan Pruss
3. Süd-Afrika: N. Gerneke / Keil / Spavins und TM Jack Abbot


Klassement nach dem 1. Durchgang
NameImmatrikulationDauerDistanzGeschwindigkeitTotal
1. BannisterG97410008,810002974
2. SchaefferD100010009,29572957
3. EdbergN99410009,59262920
4. HolleyN99810009,69172915
5. VauthD983100010,18712854
6. StollHB967100010,18712839
7. BlakeN987100010,68302817
8. Ten HoltPH930100010,28632793
9. DeckerD978100011,37792757
10. LäderachHB887100010,38542741
11. GivoneI904100010,68302735
12. SchweinsbergPH985100011,87462731
13. GernekeZS98391710,68302730
14. De SantiPP967100011,77522720
15. KeilZS987100012,27212708
16. LyraPP980100012,37152696
17. SmithVH967100012,27212689
18. Wasner Jr.OE93391710,58382687
19. FrankOY800100010,48462646
20. HasegawaJA987100013,56522639
ferner:
26. BinkertHB55410009,49362491


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