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Unabhängige Stromversorgung für Akkuladen und Rasenroboter

von Robert Gächter
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Vorgeschichte

Das Ziel der MG Fricktal ist es, eine unabhängige und zuverlässige Stromversorgung für das Laden von Akkus und den Betrieb eines Rasenroboters zu gewährleisten. Hierzu installierten wir zwei Photovoltaikanlagen (PV-Anlage) mit je zwei Solarpaneelen. Die eine PVA hat GEL-Batterien, während in der anderen zwei Blei-Säure-Akkus installiert waren. Angeschrieben und verkauft wurden die Blei-Säure-Akkus als gasfrei und für den Einsatz in Solaranlagen geeignet. Leider stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall sein sollte. Die PVA für das Laden der Akkus basiert auf einem Spannungsniveau von 12 V – die PVA für den Rasenroboter auf einem solchen von 24 V. Der Rasenroboter braucht jedoch 24,8 V. Deshalb verbauten wir einen Wechselrichter so, dass wir das mit dem Rasenroboter mitgelieferte Netzteil direkt an einer Standard-Aufputz-220-V-Steckdose anhängen konnten. Über das Wetter im ersten Halbjahr 2024 brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Die PVA-Rasenroboter hatten zu wenig Sonne, um den im Frühjahr wüchsigen Rasen laufend zu mähen bzw. die Batterien des Rasenroboters geladen zu halten.

Die Akku-PVA hat ebenfalls einen kleinen Wechselrichter verbaut. So schaltete das Rasenteam gelegentlich den Rasenroboter von der einen in die andere Steckdose. Das ging immer gut, bis...



Vorfall am 14. Mai 2024

Am 14. Mai 2024, einem der ersten warmen Tage im Jahr mit 25 Grad C, ereignete sich gegen 14.00 Uhr ein schwerer Unfall. Beim Umstecken der PVA-Akkus zur PVA Rasenroboter kam es zu einer verheerenden Knallgasexplosion, die zu einem Personenschaden führte. Der den Stecker Umsteckende war in nächster Nähe der PVA Rasenroboter. Die Feuerwehr befand sich zufällig nur 200 Meter entfernt an einer Übung beim Schiessplatz Röti. Die Einsatzkräfte hörten den Knall und eilten sofort zu Hilfe. Die Feuerwehr reagierte schnell und professionell. Innerhalb kürzester Zeit waren die Einsatzkräfte vor Ort und begannen mit den Rettungs- und Sicherungsmassnahmen.


Unfallhergang

Trotz sorgfältiger Planung und moderner Sicherheitsmassnahmen kam es zu dieser Explosion. Die genaue Ursache ist noch Gegenstand laufender



Untersuchungen; jedoch deuten erste Analysen darauf hin, dass die Blei-Säure-Batterien ausgasten. Es bildete sich Wasserstoff an der Batterie-Kathode in dem ansonsten dichten, (Regenschutz) industriellen Aluminium-Container. Durch das Umstecken des Rasenroboter-Netzteils schaltete das Relais des Wechselrichters, was wohl einen Funken verursachte, genügend, um die Wasserstoff-Sauerstoff-Mischung im Batteriefach zur Explosion zu bringen.


Alternative Lösungsversuche

In unserem Bestreben, eine sichere Stromversorgung zu gewährleisten, führten wir Gespräche dahingehend, Strom von einem Kabelverteilungskasten eines nahegelegenen Nachbargrundstückes abnehmen zu können. Leider führte dieser Versuch zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. Zusätzlich erschwert wurde die Situation dadurch, dass sich im weiter gelegenen Umfeld die Bereitschaft zur Kooperation eher schwierig gestaltete. Die rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen verzögerten die schnelle Bereitstellung von Hilfsmitteln und Ressourcen für alle Beteiligten.


Teilnahme am AEW-Energiebatzen

Um eine langfristige Lösung und eine Finanzierung finden



zu können, beteiligen wir uns an einem Sponsoring-Projekt der Aargauer Elektrizitätswerke – am jährlich stattfindenden AEW-Energiebatzen. Unser Verein, die MG Fricktal, wurde registriert und wir riefen das Projekt «Hilfe, wir brauchen Strom!» ins Leben. Ziel dieses Projekts war es, während zweier Wochen Unterstützung und Stimmen für unser Anliegen zu gewinnen. Wir erreichten den zweiten Platz und sind überglücklich – wurden wir doch nach Erhalt des neuen Flugfeldes 2022 das erste Mal öffentlich überhaupt wahrgenommen und sogar von einer nicht dem Modellflug verwandten Organisation gesponsert. Freude herrscht!


Initiativen zur Bewältigung der Krise

Trotz der Rückschläge zeigte sich der Verein entschlossen, aus dem Vorfall zu lernen und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Als unmittelbare Reaktion auf das Unglück initiierten wir prioritäre Massnahmen:

  • Sicherheitsüberprüfungen:** Durchführung umfassender Sicherheitsanalysen und Überprüfungen der bestehenden Infrastruktur, um zukünftige Risiken zu minimieren.
  • Technologische Verbesserungen:** Integration fortschrittlicher Technologien und sicherer Akkus (LiFe4PO), die für den Einsatz in Solaranlagen optimiert und ausgewiesen sind.
  • Standortbewertung:** Getrennte Fächer für die Installation der PV-Anlage und der Batterien, um maximale Effizienz und Sicherheit zu gewährleisten.

Mittelfristiges Ziel

Unser mittelfristiges Ziel ist es, eine nachhaltige und sichere Stromversorgung für unsere Bedürfnisse sicherzustellen. Dies trotz der massiven Auflagen in Bezug auf Bauten, welche wir mit der Bewilligung des Flugfeldes annehmen mussten. In unserem Verein sind wir von den langfristigen Vorteilen erneuerbarer Ener-

gien und einer PV-Anlage überzeugt.

Durch die erfolgreiche Umsetzung dieses Projekts hoffen wir, einen positiven Beitrag zu leisten und als Vorbild für andere, ähnliche Initiativen zu dienen. Jede Unterstützung, ob gross oder klein, bringt uns diesem Ziel näher.


Schlussfolgerung

Der Verein MG Fricktal bleibt trotz der Herausforderungen entschlossen, eine sichere und zuverlässige unabhängige Stromversorgung zu gewährleisten. Das Engagement für die Sicherheit und das Wohlergehen der Gemeinschaft steht dabei an oberster Stelle. Durch die Zusammenarbeit mit Experten, Unterstützern und der lokalen Bevölkerung soll das Projekt «Hilfe, wir brauchen Strom!» nicht nur die Energieversorgung sicherstellen, sondern auch das Vertrauen in nachhaltige und sichere Energielösungen für unsere elektrisch getriebenen Flugzeugmodelle stärken.

Robert Gächter, MG Fricktal



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