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RC-Kunstflug – Stabilität und Neuerungen

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Nach gut 50 Jahren rasanter Entwicklung, aber auch Stabilität im RC-Motorkunstflug (F3A), sind in der neueren Zeit in Verbindung mit generell neuen Tendenzen in der RC-Fliegerei ein paar zusätzliche Kunstflugklassen entstanden. Insbesondere hat das vor vielen Jahren in Japan ins Leben gerufene Freestyle-Fliegen jetzt auch in der FAI seinen Niederschlag gefunden.


F3A – der Klassiker im RC-Motorkunstflug

Seit rund einem halben Jahrhundert ist in der FAI der RC-Kunstflug ein Begriff. Die ersten Weltmeisterschaften fanden bekanntlich 1960 in Dübendorf statt. Ebenso muss erwähnt werden, dass der RC-Motorkunstflug – heute F3A – die erste Fernsteuerklasse der FAI überhaupt war. Segelflug, Helikopter, Scale usw. kamen Jahrzehnte später. F3A, immer wieder totgeredet und trotzdem international äusserst erfolgreich und verbreitet, hat im RC-Modellflug der FAI so etwas wie Standards gesetzt. Denn die Modellflugkommission der FAI – CIAM – schuf über die Jahre mit F3A ein Regelwerk, das für die übrigen Klassen in vielen Bereichen als Vorbild dient. Ganz besonders hervorzuheben ist das transparente und demokratisch funktionierende Punktrichterwesen, das z.B. auch festhält, welche Regionen der Welt wie viele Punktrichter an Welt- und Kontinentalmeisterschaften stellen dürfen usw.


F3A als Massstab für den RC-Motorkunstflug – egal ob kleine oder grosse Modelle

Ausgehend vom gewaltigen Erfahrungspotenzial im F3A-Kunstflug wurden vor zwei Jahren ganz kurzfristig das «Indoor-F3A» oder genauer F3P sowie das ehemalige F3A-X für grosse Kunstflugmaschinen, heute F3M, ins F3A-Regelwerk aufgenommen. Ein Schnellschuss mit politischem Hintergrund. F3A einfach in Hallen zu verlegen, zeugt nicht gerade von viel Fantasie und Innovation.


Trend zum Freestyle-Fliegen ungebrochen

Ähnlich wie in anderen Sportarten hat die «Freestyle-Philosophie» auch im Modellflug Einzug gehalten. Dabei sind mir zwei Punkte im vergangenen Jahr besonders aufgefallen:

  • Unter «Freestyle» werden ganz verschiedene Formen des Kunstflugs verstanden
  • Die Anforderungen an die Teilnehmer werden oftmals unterschätzt
  • Die Punktrichter-Bewertung wird noch subjektiver als bei festen Programmen

Zu den Punkten ist in der nahen Zukunft noch viel Informations- und Bildungsleistung zu erbringen. Das Thema ist aus meiner Sicht in jedem Fall zu fördern und zu entwickeln, um damit eine neue Generation Kunstflieger hervorzubringen.


Airsports Promotion Classes for Model Aircraft: Neue F6-Klassen: Attraktivität für Zuschauer als oberstes Ziel

Mit der Idee und Realisierung der FAI World Air Games WAG – einer Art Flieger-Olympiade – kam schon früh der Wunsch auf, für die Zuschauer möglichst attraktive Luftsportdisziplinen ins Leben zu rufen. Während noch anlässlich der 1. WAG in derTürkei z.B. F3B praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, sollen nun dieses Jahr in Turin spektakuläre Disziplinen auch im Modellflug gezeigt werden. Leider haben die zuständigen Leute bei der CIAM eine gigantische Reglementslawine losgestossen, was dazu führt, dass das Oberziel der Erhöhung der Attraktivität zumindest teilnehmerseitig mehr als relativiert wird. Für Zuschauer attraktiven Modellflug zu bieten, muss Spiellust der Akteure sowie Kreativität und Originalität der Vorführungen fördern. Dies ist aber so ziemlich das Gegenteil von Reglementitis, seitenweisem Abkupfern bestehender alter Vorschriften usw. Die diesjährigen World Air Games stehen vor derTür. Aber für die Zukunft müssen die Zuständigen zweifelsohne nochmals über die Bücher.

Übrigens schade, dass unsere Schleudersegler-Szene nicht reagiert hat: F6C wäre eine wunderbare, sportlich und fliegerisch anspruchsvolle Segelflugklasse und für die Zuschauer sehr attraktiv.


Die wichtigsten Daten von F6
DisziplinF6A
Artistic Aerobatics
F6B
Aeromusical
F6C
RC-Segler
Modellklassen1. Kunstflug-Flächenmodelle
2. Helikopter
3. Jet-Modelle
Indoor-ModelleWurfgleiter/Schleudersegler
Modellgrösse1. Max. 2 x 2 m
2. Max. Rotorfläche: 300 dm²
3. Min. Spannweite: 180 cm
freiSpannweite: Max. 150 cm
Gewicht1. Max. 5 kg
2. Max. 6 kg
3. Max. 15 kg
Sub Kl. A: Max. 500 g
Sub Kl. B: Max. 1000 g
Sub Kl. C: Max. 2000 g
Max. 600 g
AntriebVerbrenner (frei), Elektro (max. 42 V) und Gasturbinen (max. 150 N)Elektro (max. 42 V)–
AufgabenFreestyle mit vorgegebener (120 s) und freier Musikbegleitung (240 s)Freestyle mit freier Musikbegleitung
2- und 4-Minuten Programme
Zeitflug und Ziellandung nach dem «Ausscheidungs-System»
Max. Flugdauer: 5 min


Auch in der Indoor-Szene ist Freestyle-Fliegen im Kommen und erst noch attraktiv für Zuschauer. Dies soll mit der «FAI Airsports Promotion Classes for Model Aircraft» in der Klasse F6B «Aeromusical» gefördert werden.


Reglementsänderung im Elektro-Kunstflug F5A

Kunstflug ausschliesslich mit Elektromodellen hat eine lange Tradition. Schon vor mehr als zwanzig Jahren fanden sogar FAI-Europameisterschaften statt. Heute hat der Elektrokunstflug nach der Etablierung des Elektroantriebs auch im F3A-Kunstflug eine eigene Kultur entwickelt. Während im F3A-Kunstflug Modelle bis 5 kg, einer maximalen Grösse von 2×2 Metern auch mit Verbrennungsmotoren zugelassen sind, führt die Gewichtslimite von 3 kg und die Beschränkung auf Elektroantrieb dazu, dass die Modelle um einiges kleiner sind und damit verbunden auch bezüglich ihres Antriebs wesentlich bescheidener daherkommen. Kunstflug mit einem dermassen stark limitierten materiellen Aufwand ist nicht nur für Junioren eine attraktive und kostengünstige Einstiegsmöglichkeit in den RC-Kunstflug, sondern stellt auch für den erfahrenen Kunstflieger eine echte Herausforderung dar.



Die wichtigsten Daten für F5A-Kunstflug
Modellgrössefrei
GewichtMax. 3 kg
AntriebElektro (max. 42 V)
FlugraumKunstflug-Box von 110 x 75 x 75 m
ProgrammeQualifikation: Max. 12 Figuren aus Katalog mit max. K 50
Final: Freestyle mit freier Musikwahl. Max. 6 Minuten inkl. 2 Minuten Startzeit
KlassierungDie Summe der zwei besten Quali-Flüge wird zum Final-Flug addiert (auch 2 Finalflüge möglich).


Abwechslungsreiche Wettbewerbe

Da jeder Teilnehmer sein eigenes Programm entsprechend seinem persönlichen Können zusammenstellt, sind die Wettbewerbe abwechslungsreich. Für die Punktrichter ist dadurch die Arbeit keineswegs einfacher geworden. Er muss sich auf jeden Teilnehmer individuell einstellen. Trotzdem sind die Reaktionen von Punktrichtern durchwegs positiv. Wir Elektroflieger freuen uns auf die kommende Saison. GZ



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