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F5A-Kunstflug mit Elektromodellen

von Emil Giezendanner
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Es lebe der Unterschied
Einmal mehr werden anlässlich der diesjährigen Elektroflug-Schweizermeisterschaften neben der Segelflugklasse (F5B) und den Helikoptern (F5C) auch wieder die Kunstflug-Schweizermeisterschaften (F5A) ausgetragen. Weshalb noch immer eine spezielle Elektro-Kunstflugklasse, wenn doch in der F3A-Szene ohnehin schon fast alles elektrisch fliegt?


Tatsächlich hatte das FAI-Reglement in den Achzigerjahren den Elektro-Kunstflug praktisch auf der Basis der F3A-Regeln gehandhabt. Zweimal wurden sogar FAI-Europameisterschaften ausgetragen. Heute hat sich der Elektro-Kunstflug in eine andere Richtung entwickelt. Dies wird – wenn man sich mit F5A-Kunstflug befasst – bald einmal klar: Figuren bleiben Figuren. Hier besteht weder zum Personen tragenden noch zum F3A- oder Segel-Kunstflug ein Unterschied. Loopings bleiben eben Loopings, Rollen sind auch klar usw. Welches sind die entscheidenden Unterschiede zu F3A oder F3M?

1. Nur Elektromodelle sind zugelassen.
2. Die Modelle dürfen höchstens drei Kilogramm schwer sein.
3. Das F5A-Programm wird nicht in einem «ebenen», durch Winkel begrenzten Flugfenster abgewickelt, sondern in einer Box – es wird 3-dimensional geflogen.
4. Jeder stellt sich seine Programme aufgrund seines Könnens aus dem Figurenkatalog selber zusammen. Lediglich der maximale Gesamtkoeffizient und die maximale Anzahl der Figuren sind festgelegt.
5. Das Wenden wird nicht als Figur gewertet, sondern fliessst in den Gesamteindruck ein.
6. Die Figuren sind nur grob definiert und lassen dem Piloten Spielraum zu: z.B. Looping mit Rolle: Die Rolle kann oben oder unten geflogen werden usw.
7. Das Finalprogramm kann mit Musik untermalt werden.



Kreative Flugprogramme

Punktrichter und Zuschauer können ganz verschiedene Programme bewundern – Monotonie besteht keine. Versierte und gut trainierte Konkurrenten wählen eher kürzere Programme, dafür mit schwierigeren Figuren. Umgekehrt entscheiden sich die weniger Geübten für mehr, dafür leichtere Figuren. Ganz besonders im Finaldurchgang sind sehr schöne und spannungsgeladene Programme zu beobachten. Das Ganze mit Musik zu untermalen wird dann schon sehr anspruchsvoll. Der Figurenkatalog besteht aus je einer «Basis-Figur» und drei «Optionen» (Messerflug: sieben Optionen). Zum Beispiel zwei Loopings als Basisfigur mit den Optionen 1: Looping mit Rolle, Option 2: Looping mit Snap und Option 3: Looping-Rosette.


5.5.3.5. F5A-Figuren-Katalog (FAI Sporting Code, Section 4 Aeromodelling, Volume F5)
No.BasisfigurKOption 1KOption 2KOption 3K
1Loopings positiv (min. 2)2mit Rolle(n)3mit Snap4Rosette7
2Loopings negativ (min. 2)3mit Rolle(n)4mit Snap5Rosette8
3Quadratischer Looping3mit 2 halben Rollen4mit 4 halben Rollen5mit 4 ganzen Rollen6
4Cuban-Acht3Horizontal quadratische Acht4Vertikal quadratische Acht5Vertikal quadratische Acht mit zwei halben Rollen6
5Eine Rolle2Zwei Rollen3Langsame Rolle42 Rollen gegengleich5
6Punktierte Rollen (min. 2)34-Punkt48-Punkt54-Revers-Punkt-Rolle6
7Messerflug3reversiert mit halber Rolle4reversiert mit ganzer Rolle5reversiert mit Snap6
7aMesserflug-Kreis6Messerflug-Acht7Messerflug Looping8Messerflug horizontale Acht9
8Rollen Kreis mit 4 halben Rollen4mit 4 ganzen Rollen5mit 4 ganzen Rollen gegengleich7mit einer Rolle8
9Vrille13 Umdrehungen2Je 2 Umdrehungen gegengleich33 Umdrehungen auf dem Rücken4
10Immelman2kombiniert mit halben Rollen3kombiniert mit ganzen Rollen4kombiniert mit Rolle und Snap5
11Humpty Bump positiv2Humpty Bump negativ3Humpty Bump Negativ oder positiv kombiniert mit halben und punktierten Rollen4Humpty Bump Negativ oder positiv kombiniert mit Rolle(n) und Snap5
12Torque Rolle(n) (min. 1)3zwei5drei6Mehr als drei8
13Zylinder positiv mit 2 halben Rollen3positiv mit ganzen Rollen4negativ mit halben oder punktierten Rollen5negativ mit ganzer Rolle und Snap6
14Turn2mit halben Rollen auf- und und abwärts3mit ganzen Rollen auf- und abwärts4mit Rolle aufwärts und Snap abwärts5

Sehr viel geringere Kosten

Vor einigen Jahren hatte ich einmal vorgeschlagen, in der Schweiz eine F3A-Klasse zu schaffen mit Modellen bis etwa 140 cm Spannweite – ähnlich wie dies in Japan sehr erfolgreich gehandhabt wird. Wer erfolgreich F3A fliegen will, muss heute ziemlich tief in die Tasche greifen – sonst lasse er es lieber bleiben. Insbesondere für Jugendliche oder auch Modellflieger, die zwar mitmachen würden, aber weniger investieren möchten, hätte eine solche Klasse ihre Berechtigung gehabt. Die Idee fand damals keine Mehrheit in der Kommission – vielleicht waren die kleineren japanischen Modellbausätze bei uns zu wenig populär. Aber im Elektro-Kunstflug können wir heute auf ein fast unermessliches Angebot an Modellen zwischen zwei und drei Kilogramm zu sehr günstigen Preisen (180 bis 350 Franken) zurückgreifen. Auch die Motoren, die drei bis fünfzelligen Lipos sowie die Ladeeinrichtungen sind mit einem Bruchteil der Kosten für eine wettbewerbstüchtige F3A-Maschine zu veranschlagen.


F5-Schweizermeisterschaften – für jedermann offen

Bereits zum 10. Mal finden die «Open Swiss Electric Flight Nationals» statt. Eine Schweizermeisterschaft – ähnlich wie im Kreisflug –, an welcher die drei offiziellen SM-Klassen in zwei Tagen an einem einzigen Wochenende ausgetragen werden. Dieses Jahr auf dem Flugplatz Erlen der MG Breitenbach. Am Samstag findet der F5B-Segelflug-Wettbewerb statt – für unsere Mannschaft vermutlich der letzte Test vor der WM in Kiew. Am Sonntag die Heli- und Flächenflugzeug-Kunstflugmeisterschaften. Da die Meisterschaften auch für Ausländer offen sind, wird insbesondere die Segelflug-Schweizermeisterschaft gerne auch von Konkurrenten aus den umliegenden Ländern besucht. Dies wertet unsere Meisterschaft auf.


International förderungswürdig

Die Austragung von «reinen» Elektro-Kunstflugwettbewerben nach F3A-Manier, wie dies etwa in Deutschland der Fall ist, war früher bei den grossen Leistungsunterschieden sicher angebracht. Heute muss dies als überlebt bezeichnet werden, da – wie erwähnt – ein Grosteil der F3A-Maschinen ohnehin mit Elektro-Antrieben ausgerüstet sind. Dies führt zu zwei F3A-Klassen, was keinen Sinn mehr macht. F5A-Kunstflug stellt eine neue Kultur im Motor-Kunstflug dar. Ergänzt mit Freestyle-Flügen als Höhepunkt, stellt es auch eine ideale Verbindung zu F6A Airplane Artistic Aerobatics der Aerosports Promotion Classes der FAI her. Am 5. Oktober findet auf dem Flugplatz Pfäffikon ein weiterer internationaler F5A-Wettbewerb statt in Verbindung mit einem Selektionswettbewerb in Artistic Aerobatic (F6A und F6C). Siehe auch Agenda auf Seite 50. Weitere Infos wie z.B. die Figurenzeichnungen auf: www.silentwings.ch


Elektro-Kunstflug (F5A) heisst Fun- und 3D-Fliegen

Modelle bis maximal 3 kg


Bewertungs-Kriterien für Elektro-Kunstflug F5A Noten 0 bis 10
KriterienQualifikationFinal
K max.Max. PunkteK max.Max. Punkte
Präzision jeder Figur, Perfektion25
(max. 8 Figuren)
25050
(max. 12 Figuren)
500
Gesamteindruck (inkl. Wendefiguren, Start- und Landung), Präsentation der Figuren, Landung innerhalb oder ausserhalb Landefeld25

(15 ohne Fahrwerk)
250

(150)
25

(15 ohne Fahrwerk)
150

(150)
Harmonie, Rhythmus, Eleganz (mit Musik)––25250
Total505001001000

Wertung:

2 × Qualifikationsprogramm
1 × Finalprogramm

Die Punkte des Finalprogramms werden zum besseren Quali-Programm addiert.


*Emil Giezendanner,
Fachkommission Elektroflug*




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