Geschichte

Elektro-Segelflugzeug „Air 1700E“

von F. Grando
6
Elektro-Segelflugzeug „On Air 1700E“

genau aufzureissen bzw. anzuzeichnen. Die Befestigung der Kabinenhaube erfolgt mittels einer 2-mm-Holzschraube, die in zwei vorgefertigte Sperrholzklötzchen (in der Rumpfnase verleimt) eingeschraubt wird. Diese Befestigung hält keiner grossen Beanspruchung stand. Spätestens nach 10–20-maligem Anschrauben bzw. Entfernen wird diese Halterung aus dem Holz ausbrechen. Eine Verstärkung der Lochung mittels Epoxyharz ist daher angebracht.

Nach dem Aufbohren der Stirnseite der Rumpfnase kann der Elektromotor, mit den richtigen Anschlüssen versehen, eingeschraubt werden. Der beiliegende Spinner, mit dem im Baukasten vorhandenen Propeller (7 × 4,5) verschraubt, kann ebenfalls problemlos ohne Nacharbeit montiert werden.

Im Rumpfboden (Bereich Schwerpunkt) wird hierauf die vorgestanzte Rumpfverstärkung eingesetzt und verleimt, die gleichzeitig als Auflage für den Motoraccu dient und daher



mit einem Klettverschluss versehen werden muss (der übrigens ebenfalls im Baukasten vorhanden ist).

Nach diesen Arbeiten wird das Höhenleitwerk am Rumpfende verleimt, wozu am Leitwerk und am Rumpf je eine Aussparung herausgeschnitten werden muss, was mittels einer scharfen Klinge erfolgen kann. Nach genauer waagrechter Verleimung mittels 5-Minuten-Epoxy wird das Seitenruder mittels drei Scharnieren in den vorhandenen Aussparungen montiert. Selbstverständlich sind die Ruderhörner vorgängig anzubringen. Diese Bestandteile wurden ebenfalls mitgeliefert. Da die Bodwenzüge im Rumpf verlegt sind, können zwei Mini-servos in der vorgängig verleimten Auflage platziert werden. Die entsprechenden Aussparungen sind für die kleinsten JR- oder Futaba-Servos ausgelegt, die selbst angeschafft werden müssen. Mit der Anpassung und Befestigung der Gabelköpfe an den eingebauten Bowdenzügen ist der RC-Einbau bereits vollzogen.


Der Empfänger (JR oder Futaba) kann unmittelbar bei den Servos auf dem am Rumpfboden plazierten Accusatz untergebracht werden. Nun fehlt nur noch ein Drehzahlregler und Schalter. Im vorliegenden Fall wurde ein Drehzahlregler (Marke Sommerauer 30 A) verwendet, der zusammen mit dem Empfängeraccu zwischen dem Schwerpunkt und der Rumpfnase (bzw. Motor) plaziert wurde.

Die Tragflächenhalterung besteht aus zwei Rundstählen (5 und 3 mm). Die entsprechende Lochung hierfür ist in den Rumpfwänden vorgegeben. Mit dem Verleimen einer Verstärkung aus Sperrholz an der Innenwandung und dem Ausfeilen einer Öffnung für die Plazierung eines Federzuges für

das Zusammenziehen der Tragflächen an die Rumpfwandung sind die hauptsächlichsten Arbeiten beendet. Die vorhandene Abdeckung der Rumpfoberseite muss nur noch mit einer Lochung für eine weitere 2-mm-Holzschraube versehen und das dazugehörige Sperrholzklötzchen im Rumpf mittels Epoxyharz verleimt werden. Obwohl ebenfalls für die Empfängerantenne ein Bowdenzug bis zum Rumpfende eingebaut ist, zog ich es vor, dieselbe ausserhalb des Rumpfes anzubringen (mittels Gummizug am Seitenleitwerk befestigt). Dadurch kann die Störanfälligkeit des Empfanges (Antenne zwischen zwei Bowdenzügen mit Stahldrähten)



Technische Daten (Testmodell)
Hersteller:Aeronaut/ Reutlingen BRD
Spannweite:200 cm
Gewicht:1600 Gramm
Profil:Eppler 222 mod.
V-Form:total 6°
RC-Funktionen:Höhe, Quer/Klappen, Motor ein/aus

weitgehend ausgeschaltet werden. Der beschriebene Einbau bewirkte in bezug auf die Lage des Schwerpunktes eine leichte Kopflastigkeit, was mit dem Verschieben des Empfängeraccus ausgeglichen werden konnte. Nachdem der Rumpf und die Tragflächen mit den beigelegten Verzierungen versehen worden sind, war das Modell nach ca. 8–10stündiger Arbeit zum Jungfernflug bereit. Den *Testflug* überliess ich selbstverständlich einem erfahrenen Spitzenpiloten der Wettbewerbsklasse F3E unserer MG Pfäffikon. Der Flug verlief problemlos und absolut stabil, weshalb ich das Modell sofort selbst fliegen und anschliessend landen konnte. Es ist erstaunlich, welche Flugleistung sich aus der angebotenen Zusammenstellung «Motor–Propellertyp–Accusatz» für dieses kleine Flugmodell ergab. Mit den sich ergebenden ca. 5 Minuten Motorlaufzeit können bei etwelcher Thermik oder am Hang ansehnliche Flugzeiten erzielt werden.

Als *Zusammenfassung* kann festgestellt werden, dass die On Air 1700 E auch von weniger geübten Modellbauern in kurzer Zeit flugfertig zusammengebaut werden kann. Die Bezeichnung «Schnellbaukasten» erscheint mir daher zutreffend, was öfters bei ähnlichen Baukästen anderer Herstellerfirmen nicht der Fall ist. Das Modell zeigte sich bereits bei der Erprobung und den nachfolgenden Flügen als ideales Einstiegsmodell, das Modellflugpiloten mit Segelflugpraxis empfohlen werden kann. Die absolute Leichtbauweise weist jedoch ebenfalls Nachteile auf, was sich bei der ersten unsanften Landung herausstellt. Unweigerlich entstehen nicht mehr auszubessernde Spuren auf der weichen Rumpfoberfläche. Das schöne Flugbild dieses rassigen kleinen Modells überrascht selbst erfahrene Modellflugpiloten, wo immer es vorgeführt wird.


Technische Daten

Rumpflänge104 cm
Spannweite171 cm
Fläche31 cm2
Gewicht1440 g
ElektromotorM 2500 B (7,2–8,4 V)


Liste der verfügbaren Kombinationen aus Akku und Propeller (als Anhaltspunkt)
BatterietypUngefähre Flugzeit bei eingeschaltetem MotorLeistungUngefähres Gewicht in GrammGeeigneter PropellerServo & Empfänger Verbleibende Zeit nach Ausschalten des MotorsKompatibilität mit On Air 1700E
① 7,2 V, 1200 mAh, SC4 Min.Normal320YOSHIOKA
7-4,5
LangGeringe Kosten, lange Lebensdauer von Akku und Motor
② 7,2 V, 1200 mAh, SCR3 1/2 Min.Hervorragend320YOSHIOKA
7-4,5
KurzAn windigen Tagen kann ein 7-5,5-Propeller verwendet werden. Fliegt kraftvoll
③ 7,2 V, 1700 mAh, SCR6 Min.Normal330YOSHIOKA
7-4,5
LangTyp mit hoher Kapazität. Der Motor läuft lange.
④ 8,4 V 900 mAh SCR2 1/2 Min.Hervorragend
(mit Propellerwechsel)
300YOSHIOKA
7-5,5
KurzGeringes Gewicht. Kraftvoller Flug mit 8,4 Volt, aber Flugzeit und Lebensdauer des Motors sind vergleichsweise kürzer.
⑤ 8,4 V, 1200 mAh, SCR4 Min.Hervorragend
(mit Propellerwechsel)
370YOSHIOKA
7-5,5
LangHohes Gewicht. Kraftvoller Flug, aber die Lebensdauer des Motors und die Gleitzeit sind vergleichsweise kürzer.


Alle Kategorien anzeigen →

AKTUELL

Sortieren Nach:
Weitere Beiträge →



An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded. Reload 🗙