Magazin

Leserbrief

von Markus Michel
2
Ein Modell vom Himmel geholt ... zum Glück versichert ... denkste ...

Dieser Beitrag zeigt, wie schnell man sich in falscher Sicherheit wiegt und schreibt das Kleingedruckte der Versicherungsbedingungen für ein Mal ganz gross.

Als ich vor drei Jahren mit dem Fliegen anfing, habe ich rein präventiv einige Vorkehrungen getroffen. Eine davon war z. B., dass ich an der Antenne meines Senders zum Schutz meiner neuen Kameraden gut sichtbar ein «L» montierte. Weiter klärte ich mit dem Versicherungstreuhänder ab, ob der Schutz meiner Privathaftpflicht ausreicht. Dieser antwortete, dass Schäden abgedeckt seien, sofern keine separate Haftpflichtversicherung vom Gesetz vorgeschrieben sei. Alles klar, denn mein fliegendes Styroporteil konnte ohne Probleme oder entsprechende Hinweise beim Fachhändler erstanden werden. Auch haben mich weder Fliegerkollegen oder der Club auf eine gesetzliche Haftpflicht aufmerksam gemacht. Und so kam es eines Tages, wie es eben nicht hätte kommen sollen. Durch eine äusserst ärgerliche Kette von Umständen holte ich mit meinem Sender eine wunderschöne Schleppmaschine zur terminalen Landung in den Acker runter (... sorry Roman).

Aber zum Glück ist man ja versichert ... denkste! Die Versicherung hat zwar das Unfallgeschehen untersucht, ist dann aber nicht auf den Fall eingetreten, weil mein Modellflugzeug über 500 g wiegt.

... und tatsächlich: In der Verordnung über Luftfahrzeuge besonderer Kategorien steht in Art. 20, dass für Modellluftfahrzeuge mit einem Gewicht von weniger als 0,5 kg die Sicherstellung der Haftpflichtansprüche nicht erforderlich ist. Auf deutsch heisst dies, dass für Modelle, die 500 g und mehr wiegen, zwingend eine separate Haftpflicht abgeschlossen werden muss.

Alles halb so schlimm, denn via Modellfluggruppe und Aeroclub ist man ja schliesslich in der Sammelpolice 2.321.121 für Schäden mitversichert, für die die private Haftpflicht nicht aufkommt ... denkste! Auch hier zahlt die Versicherung nicht, weil der Geschädigte mit seinem Modell in der Luft war ... . Nun hoffe ich sehr, dass einige Piloten mit diesem Artikel aus der falschen Sicherheit gerissen wurden. So kann ich diesem ärgerlichen Ereignis doch noch etwas Positives abgewinnen.

Happy Landing!

Markus Michel
michel.family@bluewin.ch




Alle Kategorien anzeigen →

AKTUELL

Sortieren Nach:
Weitere Beiträge →



An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded. Reload 🗙