Sport

Fribourg's Trophy in Pierrafortscha

von Christian Hunkeler
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Neu sind neben dem Handschlepp auch Elektrowinden zugelassen, so wie in der Schweiz bei F3J-Wettbewerben seit Langem üblich. An der Fribourg's Trophy starteten alle Piloten und Piloten ausschliesslich mit Winde. Dies zeigt, dass diese Regeländerung mehrheitlich auf Akzeptanz stösst. «Nie mehr Bullenschlepp», sagte ein langjähriger F3J-Pilot aus der Schweiz. Denn die Schweizer Nationalmannschaft musste ihre Schlepper in der Vergangenheit teilweise sogar aus dem Ausland rekrutieren. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Einige Piloten zweifeln, dass die Möglichkeit des Windenstarts zu mehr Teilnehmern führt. Andere bedauern, dass F3J kein Teamsport mehr wie früher sei und mit dem Bullenschlepp ein Markenzeichen der Wettbewerbsklasse verloren gehe. Die zweite wesentliche Regeländerung betrifft die Erhöhung der minimalen Flächenbelastung der Segelflugmodelle von 12,5 g/dm2 auf 20 g/dm2 auf.

Zahlreiche Piloten waren der Meinung, dass der Verband eine Übergangsfrist von einigen Jahren hätte setzen sollen, um den Piloten Zeit für das Umrüsten der kostspieligen Wettbewerbsflotte zu gewähren. Ziel der neuen Bestimmungen ist es, F3J für eine breitere Schicht von Modellfliegern attraktiv zu machen. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Piloten an den internationalen Wettbewerben nämlich regelrecht eingebrochen.

Der Teilnehmerschwund machte auch vor der Fribourg's Trophy nicht halt. Das Feld umfasste 54 Pilotinnen und Piloten aus Deutschland, Frankreich, Italien, Tschechien, der Slowakei und der Schweiz. Im Vorjahr



waren es noch rund 80 gewesen. Für den Rückgang beim F3J sind vor allem die neuen Wettbewerbsklassen im Segelbereich verantwortlich, die in den letzten Jahren aufgekommen sind. Ob die neuen Regeln für eine Trendumkehr sorgen werden, ist ungewiss.

OK-Präsident Markus Schneuwly und die zahlreichen Helfer der Modellfluggruppe Freiburg hatten grosses Wetterglück. Bis zur Wochenmitte fegte eine kräftige Bise mit Geschwindigkeiten bis zu 70 km/h durch die Schweiz. Für das Wochenende sagten die Meteorologen Regen voraus. Doch Petrus zeigte sich gnädig. Beide Wertungstage blieben vom Regen verschont. Erst unmittelbar nach dem Fly-off fielen die ersten Regentropfen. Am Samstag wurden sieben Durchgänge geflogen und am Sonntag ein Durchgang sowie ein Fly-off bei den Junioren und Senioren mit je drei Durchgängen. Zusammengezählt sind das insgesamt 510 gewertete Flüge. Die Flugbedingungen bei dem wolkenverhangenen Himmel über Pierrafortscha waren anspruchsvoll. Thermik war vorhanden, aber über die ganze Wettbewerbsdauer schwach. Oft halfen die in der Region besonders häufigen Rotmilane beim Aufspüren der Aufwinde. Im Fly-off war die Konstanz der Toppiloten beeindruckend und die Abstände unter ihnen gering. Bei stabilen Verhältnissen gingen zahlreiche Piloten frühzeitig aus dem Seil und holten sich so gegenüber den Konkurrenten den einen oder anderen entscheidenden Vorteil. Der Sieg ging schliesslich an Jan Littva (Slowakei), vor Tobias Lämmlein (Schweiz) und Yvan Moquereau (Frankreich). Bei den Junioren – mit separatem Fly-off – hatte Louis Tack

(Deutschland) die Nase vorn. Hinter ihm platzierten sich Jean-Baptiste Senouque (Frankreich) und Jean-Christoph Weihe (Deutschland) auf den Ehrenplätzen.



*Christian Hunkeler*




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