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Innovativer Geist beflügelt den Wettbewerb

Die Entwicklung der Elektroflug-Wettbewerbsklassen von Dynamik geprägt

von Emil Giezendanner
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Experimentierer am Werk

1973 führte der Modellflugverein Pfäffikon das erste Elektroflugmeeting durch. Es war ein Versuch, der eher belächelt wurde. Ein simpler Wettbewerb mit Segelmodellen. Zeitflug und Landung. Jahr für Jahr kamen nicht nur neue Teilnehmer dazu. Bald einmal zeigten einige von ihnen, dass mit starken Kobaltpmotoren von Heinz Keller auch Kunstflug und sogar Grosssegler mit 5 m Spannweite erstaunliche Leistungen vollbrachten. Also entstanden Wettbewerbe mit kleinen und grossen Segelmodellen, Kunstflugprogramme wurden kreiert. Auch Solarmodelle erschienen schon in den frühen Achtzigerjahren und erste Solar-Wettbewerbe folgten. Pylon Racing mit schweren Ni-Cd-Zellen. All die Wettbewerbe im In- und Ausland waren anfänglich weniger geprägt durch Ranglisten-Fetischismus, sondern viel mehr durch einen gewaltigen Drang zu neuen Ufern. Fast alles musste selber entwickelt und gebaut werden. Drehzahlsteller, Propeller und Propellermitnehmer, Lötvorrichtungen für die Zellen. Interessant: Dort wo das Optimieren der Antriebe schon fast wissenschaftliche Züge einnahm, gingen die Teilnehmerzahlen rasch einmal zurück. Auf der anderen Seite fanden ganz einfache Segelmodelle rasch eine erstaunliche Verbreitung.



Der Militky Cup als «Kultstätte» des Elektroflugs

Der Anlass, dessen Name Fred Militky persönlich gegeben hat, wurde weit über Europa hinaus als Taktgeber des Elektro-

Modellflugs bekannt. Besucher aus Japan und den USA sowie Mitarbeiter verschiedener Fachzeitschriften waren regelmässig anzutreffen. In den besten Zeiten waren über hundert Teilnehmer für die verschiedenen Wettbewerbe gemeldet.

Geflogen wurden: Kleine Segler (6 Zellen), mittelgrosse und grosse Segler, Pylon Racing – etwas später «Schnuppi». Dazu Kunstflug.


Der Gang zur FAI

Der grosse Botschafter bei der FAI war der Belgier Peter Bloomart. Als CIAM-Delegierter ist es ihm in den frühen Achtzigerjahren gelungen, die beiden Elektroflug-Klassen (F3E) Segelmodelle (heute F5B) und Kunstflug als offizielle FAI-Disziplinen anerkennen zu lassen. Die ersten FAI-Europameister-



schaften für Segel- und Kunstflug liessen nicht lange auf sich warten. Der ganz tolle Anlass von 1984 in Belgien wurde im Segel- und Kunstflug ausgetragen. Bereits zwei Jahre später (1986) fanden die ersten Weltmeisterschaften im Segelflug statt. Leider war der Auftakt im belgischen Lommel durch schlechtes Wetter arg beeinträchtigt. An der zweiten EM im Segel- und Kunstflug 1987 ging Gold und Silber an die einheimischen Brüder Giezendanner. Zwei Jahre später an der F5B-WM in St. Louis (USA), wo Urs Leodolter mit seinem zweiten Rang erstmals von sich reden machte, war es dafür umso wärmer. Neben der Segelflugklasse – zuerst F3E, dann F5B benannt – entstanden zahlreiche sogenannt «provisorische Klassen», wie F5A-Kunstflug, F5C-Helikopter, F5F-6-Zellen-Segelmodelle, F5G-Grosssegler und F5E-Solarmodelle. Allerdings wurden infolge Entdeckung der Vorteile des Elektroantriebs im F3A-Kunstflug und beim F3C-Heli-Kunstflug die beiden Klassen F5A und F5C rasch aufgegeben und zuletzt auch F5D-Pylon-Racing in die Obhut des F3D-Verbrenner-Pylon gegeben.


Das Auf und Ab oder der Niedergang?

Die beliebteste Elektroflugkategorie war über Jahrzehnte der schnelle Segelflug F5B. Gewaltige Steigleistungen, super-



schneller Streckenflug und 10-Minuten-Segeln mit wenig Motor bzw. Energieverbrauch – nicht zu vergessen die Ziel-landung. Ein technisch und fliegerisch anspruchsvoller und attraktiver Sport. Leider ist in den letzten Jahren eine gewisse Trägheit eingetreten, indem die europäischen Spitzen-teams zu wenig ausserhalb ihres Landes auftreten und so dem internationalen Vergleich und damit der Attraktivität schaden. Ganz anders bei der jüngsten Segelflugklasse F5J. Hier werden Wettbewerbe über den gesamten Kontinent sowie auch in Übersee in grosser Zahl besucht.


GPS und Solarflug als neue Herausforderungen

Ähnliche Herausforderungen wie in F5B können in den beiden neuen Klassen F5A-GPS und F5E-Solarflug gefunden werden. Hier wird in erster Linie wieder das Experimentieren im Vordergrund stehen. Fertigrezepte gibt es nicht – schon gar keine Einheitsmodelle. Schön wäre es, wenn einige sich in diese neuen Klassen vertiefen würden. Denn das Interesse wächst bekanntlich mit dem Tun.


Denn das Interesse wächst bekanntlich mit dem Tun. ■

Emil Giezendanner



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