Meisterschaften der Region 3 Helikopter-Regionalmeisterschaft (F3C/B) und Einsteigerwettbewerb (F3C/C)
Die 4. Regionalen Helimeisterschaften wurden am 22. April 1995 in Bonstetten auf dem idyllischen Helikopterflugplatz der Interessengemeinschaft Amt durchgeführt. Gleichzeitig fand auch der seit 1993 zum drittenmal organisierte Einsteigerwettbewerb statt. Das verhältnismässig einfache Flugprogramm dieses «Schnupperwettbewerbes» hat sich bisher gut bewährt. Die Idee ist eine breiter abgestützte Förderung der regionalen Wettbewerbszene.
Organisiert und durchgeführt wurde der Wettbewerb von Mitgliedern der MG Swipair und der IG Amt. Allen voran amtierte Sven Wiesendanger als Wettbewerbsleiter. Durch seine freundliche und unkomplizierte Art hatte er es verstanden, den acht angetretenen Piloten, die aus den früheren Veranstaltungen gewohnte, entspannte und kameradschaftliche Wettbewerbsambiance zu vermitteln.
Ein Dreierteam aus regionalen und nationalen Punktrichtern stand zur Verfügung; zusammen mit den Teilnehmern wurden sie beim morgendlichen Briefing durch Sven Wiesendanger in die örtlichen Platzverhältnisse eingewiesen. Bei teils sonnigem und frischem Westwindwetter wurden am Vormittag je zwei Durchgänge aus beiden Programmen geflogen. Nach dem anschliessenden Mittagslunch im nahen Waldrastplatz folgte am Nachmittag in gleicher, speditiver Weise der dritte Wertungsflug.
Das Flugprogramm F3C/B enthält sieben Pflichtfiguren. Der Pilot hat 10 Minuten Zeit, um seinen Flug zu absolvieren. Während der Flugvorführung darf er seinen Standort nicht wechseln. Figurenfolge: (1) Schwebeflug «M», (2) Schwanzkreis, (3) Kreisflug, (4) Einfacher Hut, (5) Turn, (6) Looping, (7) Landeanflug und Landung.
Das Flugprogramm F3C/C (Einsteigerwettbewerb) besteht aus fünf Pflichtfiguren. Der Pilot hat 8 Minuten Zeit, um den Flug zu absolvieren. Macht er während der Flugvorführung vom Standortwechsel Gebrauch, wird ihm für diese Figur ein Fünftel der maximal erreichbaren Punktzahl abgezogen. Figurenfolge: (1) Schwebeflug, (2) Schwebeflug «M», (3) Schwanzkreis, (4) Seitwärtsflug, (5) Vor- und Rückwärtsflug.

Sechs beehrte Medaillen konnte Sven Wiesendanger beim Rangverlesen abgeben. Der verdiente Regionalmeister Josef Schmidiger aus der Gruppe Emmen/Seetal durfte sich dabei zusätzlich auf den Wanderpreis freuen, der allerdings erst an der kommenden Obmännerkonferenz abgegeben wird.
Im anschliessenden Debriefing besprach Joseph Schmid in Anlehnung an die Wettbewerbsregeln die am häufigsten aufgetretenen Fehler; dabei kam zum Ausdruck, dass, abgesehen vom unterschiedlichen Trainingsstand der Piloten und den daraus resultierenden Flugfehlern, vor allem figurentech-nische und flugtaktische Fehler gemacht wurden:
- Die Rotorwelle des Helikopters stand nicht mittig über der Markierungsfahne oder dem Landefeld.
- Die Kufenhöhe entsprach bei den Schwebefiguren nicht der Augenhöhe des Piloten.
- Das Heck war in einem Winkel zum Piloten abgedreht.
- Steigen und Sinken erfolgten nicht senkrecht.
- Der Pilotenstandort für den «Schwanzkreis» oder den «Kreisflug» wurde exzentrisch (nicht in der Mitte des Kreises) gewählt.
- Bei der Figur «Landeanflug und Landung» wurde die maximal erlaubte räumliche Ausdehnung von keinem Piloten eingehalten.
- Ein Turn bestand meistens aus einer gelungenen Hochziehkurve mit Steigflug und 180°-Drehung: Dann aber folgte ein Ausflug mit ungleichem Radius und auf einem anderen Flugniveau.
- Kunstflugfiguren: Hier fehlte oft eine kontinuierliche Präsentation. Schwierigkeiten bereitete auch die Einhaltung einer gleichmässigen Distanz und Höhe zu den Punktrichtern.
Dass durchwegs recht gut abgestimmte Trainer- und Rumpfmodelle eingesetzt wurden, ist nicht selbstverständlich; es zeigt, dass die Jungpiloten in unserer Region diesbezüglich schon einige «Schulstunden» mit Erfolg absolviert haben. Trotz Computeranlage bleibt dies nebst der geistigen Fitness (sprich Training) des Piloten eine Hauptbedingung für sicheres, präzises und leistungsoptimiertes Fliegen mit einem Modellhelikopter.

| 1. Schmidiger Josef | Emmen/Seetal | 290,00 |
| 2. Bachmann Roman | Emmen/Seetal | 251,50 |
| 3. Zgraggen Josef | Schwyz/Uri | 245,50 |
| 4. Wiesendanger Sven | Swipair | 217,50 |
| 1. Betschart Franz | Schwyz/Uri | 180,00 |
| 2. Kunz Daniel | Swipair | 151,00 |
| 3. Gwerder Erwin | Schwyz/Uri | 146,50 |
| 4. Roppel Rolf | Swipair | 143,50 |

... besteht nicht nur aus dem blossen Trainieren von Einzelfiguren. Allererste Voraussetzung ist eine tadellose Einstellung der mechanischen Systeme. Die anschliessende Feinabstimmung von Mechanik und Elektronik braucht viel Zeit und muss sukzessive erarbeitet werden. Das eingehende Studium des Flugreglementes ist elementar; der Pilot muss die Figuren und die möglichen Punkabzüge genau kennen. Das Trainingsumfeld und die Bedingungen sollen realistisch sein: Schweben nur auf trassiertem Feld und bei allen Wetterbedingungen; sobald die einzelnen Figuren beherrscht werden, soll immer wieder das gesamte Flugprogramm in beide Richtungen geübt werden. Dabei ist eine gute Gesamtpräsentation der Kunstflugfiguren im Raum wichtig. Dieser Punkt wird selbst von erfahrenen Piloten immer wieder zu wenig beachtet. Zusammengefasst gilt folgendes Vorgehen:
- Gute Abstimmung von Mechanik- und RC-Komponenten
- Genaues Studium des Flugreglementes
- Grundtraining der Einzelfiguren auf markiertem Flugfeld
- Training aller Figuren in Folge (Flugprogramm) auf markiertem Flugfeld
- Aneignung einer Flugtaktik (die Kunst der Anordnung des Gesamtbildes im Raum)
Sinn und Zweck von regionalen Wettbewerben ist ein doppelter: Zum einen wird dadurch sicher eine echte Wettbewerbs- und somit Nachwuchsförderung erreicht; zum andern soll auch ein freundschaftlicher Erfahrungsaustausch unter den Modellfliegern einer Sparte gefördert werden.

Damit die Piloten, Punktrichter und Veranstalter in Zukunft noch mehr motiviert werden, ist vorgesehen, die Regionalmeisterschaft 96 in einem grösseren Rahmen durchzuführen: Die regionalen Modellflugverbände 2, 3, 4, 7 und 8 sind an einem solchen «interregionalen» Treffen interessiert. Ein einheitliches Flugreglement, Punktrichterrekrutierung, deren Förderung und Austausch sowie Fachforen und Trainingslager sind einige Punkte, die gemeinsam anzugehen sich bestimmt lohnen wird.
Joseph Schmid, Heliflugchef RMV 3


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