2011 FAI World Championship for Free Flight Model Aircrafts
Class F1E, Seniors and Juniors, Serbia, Zlatibor 28th August – 3rd September 2011
Aeronautical Union Serbia. Unser Team: Team Manager Edward Ernst; TM Assistent Christian Andrist; Piloten F1E Fredi Andrist, Dominik Andrist und René Pfister.
Mehrheitlich wird Serbien von Bergen dominiert, von den pannonischen Hügeln im Norden bis hin zu den Grenzen zu Montenegro, Albanien und Mazedonien im Süden.
Die Gebirge Serbiens gehören zum Rhodopen-, Karpan- und Balkangebirge.
Selbst die Namen einiger serbischen Berge erinnern an das Gebirgsresort, das in Zlatibor zu finden ist. Einheimische Pflanzen im serbischen Gebirge sind die serbischen Fichten. Die sanft geschwungene Ebene von Zlatibor liegt im Südwesten Serbiens auf einer Höhe von 700 und 1500 m. Das Gebirge befindet sich in der Nähe von Uzice und Cajetina und 238 km von Belgrad entfernt.
Das Team reiste mit einem Wohnmobil und zwei Personenwagen nach Serbien. René Pfister hat die lange Reise mit dem Wohnwagen unter die Räder genommen, TM Edward Ernst, TMA Christian Andrist, Alfred Andrist und Dominik Andrist sind mit Sack und Pack und mit Modellkisten bis unters Dach beladen mit zwei Personen-Kombi nach Zlatibor gereist. Die über 1100 km lange Reise haben alle bei 28 bis 34 Grad Celsius gut überstanden, sogar mit einer unvorhergesehenen Stadtrundfahrt in Belgrad inbegriffen! Die selbst gewählte Unterkunft im Hotel OLYMP erwies sich als gute Wahl.

Die Weltmeisterschaft F1E wurde von Serbien organisiert und durchgeführt. Leider war die Wettbewerbsleitung den Anforderungen nicht immer gewachsen, das hat leider öfters zu unliebsamen Diskussionen geführt. Das Wettkampfgelände war rundum von Hügeln umgeben. Zwar waren keine Hindernisse vorhanden, doch die Windbedingungen haben den «Swiss Boys» etliche Probleme bereitet. Am WM-Tag musste viermal der Startplatz gewechselt werden, das heisst, die Flugbedingungen waren nicht einfach zu beurteilen. Die ganze Woche herrschten hochsommerliche Temperaturen zwischen 28 und 32 Grad Celsius!
Am Morgen um 10.00 Uhr war die Bauprüfung angesagt, mit einiger Verspätung auf die Marschtabelle hat sich die Plombierung der fünf erlaubten F1E-Modelle ohne Schwierigkeiten abgewickelt. Nachmittags hat sich die Mannschaft 5 km weiter auf das Fluggelände verschoben und mit dem Einfliegen der gemeldeten «F1E-Flieger» begonnen und die möglichen Startplätze sondiert. Bei den Testflügen im hügeligen Gelände, vergleichbar mit dem «Emmental», waren wir von den herrschenden Windverhältnissen nicht gerade begeistert!
Am Abend um 20.00 Uhr wurde der Termin für die zweite Teamsitzung angesagt. Die Stimmung an diesem TM-Meeting war gereizt. Die Organisatoren hatten es trotz reglementarischer Bestimmungen unterlassen, die Zeitnehmer mit Stativen für die Feldstecher auszurüsten.
Im vorgesehenen Fluggelände wäre ein Stativ für die Zeitnehmer sicher hilfreich gewesen. Nach Diskussionen hat die Jury entschieden, die F1E-Weltmeisterschaften ohne Stativ durchzuführen.

Auf dem Programm stand die F1E-Weltmeisterschaft der Junioren. Leider waren aus der Schweiz an der F1E-Weltmeisterschaft der Junioren keine Teilnehmer am Start. Bei der Junioren-F1E-WM waren 20 Jungpiloten aus acht Nationen am Start.
Das Schweizer Team hat diesen Freiraum genutzt, um am Morgen einen Rundgang in Zlatibor zu unternehmen. Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Flugfeld und beobachteten bei 28 Grad Celsius die Flüge der Juniorpiloten, d.h, wie die «Jungs» mit den bereits erwähnten nicht ganz einfachen Windbedingungen geflogen sind.
Um rechtzeitig und ohne Stress auf dem Fluggelände vor Beginn der Meisterschaft noch Testflüge vornehmen zu können, wurde die Tagwache um eine Stunde vorverlegt. Bei der Startstellenauslosung zog die Schweiz die Nr. 1, das heisst, nach jedem Flug muss auf die nächste Startstelle gewechselt werden. Am Anfang des Durchgangs wehte ein Südwestwind 2–4 Meter, der Kurs musste auf den tiefsten Punkt eingestellt werden. Das Problem an diesem Hang bestand darin, die Winkeldifferenz so einzustellen, dass das Modell nicht frühzeitig am Gegenhang landet, aber auch nicht zu langsam fliegt und das F1E-Modell an den Hang zurücktreibt.
Während des 1. Durchgangs drehte der Wind immer mehr nach Westen, auf dem Startplatz wehte der Wind von hinten, somit kann mit diesen Bedingungen der 2. Durchgang nicht eröffnet werden. Nach Diskussionen kam die Jury zur Einsicht, die Startstellen auf den Querhang zu verschieben. Obschon die max. Flugzeit auf 3 Minuten reduziert wurde, hat sich die Aufgabe, ein Max. zu erreichen, nicht erleichtert. Zeitweise wurde der Startplatz quer von rechts angeblasen. Die Distanz zum Gegenhang war noch kleiner als im 1. Durchgang.
Doch das Team hat diesen Durchgang mit guten Thermikflügen über die Runde gebracht.
Ausser, dass es wärmer wurde, haben sich die Bedingungen beim dritten Flug nicht wesentlich verändert. Einzig René Pfister flog über den Gegenhang und mit Rückenwind ins nächste Seitental. Das hatte zur Folge, dass unser TM-Assistent Christian Andrist spurten musste, um das Modell von René rechtzeitig für den vierten Flug zurückzubringen.
Nach Beendigung des 3. Durchgangs hatte ich als TM endlich Zeit, auf der Infotafel die Ranglisten einzusehen. Die Eidgenossen sind immer noch bei den Leuten!
Bei den Startvorbereitungen zum vierten Flug hat Dominik Andrist Probleme mit der Magnetsteuerung. Die Steuerung musste ausgebaut werden, um ein defektes Mamo-Lager zu ersetzen. Im Gelände waren die Modelle zum Teil auf steinigem Boden sehr hart gelandet. Während bei Dominik die Störung analysiert wurden, hat René Pfister weniger gute Startbedingungen gewählt. Sein Modell war zu langsam, ist vom Kurs abgedriftet und im Lee frühzeitig mit nur 60 Sek. Flugzeit gelandet! Nach der Reparatur hat Dominik seinen vierten Flug erfolgreich absolviert und somit das vierte Max. erreicht.

Der Wind hat uns wieder mal genarrt. Wegen aufkommenden Westwinden mussten die Startstellen zum vierten Mal verschoben werden. Nach vier Flügen präsentierte sich die aktuelle Rangliste wie folgt: Dominik Andrist und Ivan Treger Slovenia, sind mit vier Maxima ganz vorne. Bei der Teamwertung sieht es so aus: Wenn im 5. Durchgang alles rund läuft, kann ebenfalls noch ein guter Rang erreicht werden. Gegen Abend sind die Bedingungen ruhiger geworden. Die Vorbereitungen sind demzufolge, den richtigen Kurs zu bestimmen sowie mit einer guten, optimalen Gleitflugeinstellung die geforderte Maximalflugzeit von 240 Sek. zu erreichen. René kann es einfach nicht lassen, nach 210 Sek. hat sein Modell zum Abschied über dem Flugfeld in Serbien mit einem grossen Kreis das Maximum trotzdem auf die Sekunde genau geschafft.
Der 5. Durchgang dauert noch 32 Min. Der Puls beim TM steigt langsam an. Zwei Piloten müssen noch an den Start. Leider hatten Fredi wie Dominik keine guten Flugzeiten erreicht. Fredi landet «hinter dem Hang» mit 103 Sek. Dominik erreichte eine Flugzeit von nur 74 Sek.
Was war passiert: Beide Piloten hatten nicht den optimalen Kurs berechnet. Dominik hat evtl. das falsche Modell eingesetzt. Mit dem «hätte», «sollte» ist man später immer klüger. Der Traum von einem «Blämbu» musste im hügeligen Serbien schmerzlich begraben werden! Die SWISS-BOYS waren wieder mal nahe dran. Ärgerlich dabei ist nur, dass es uns bei relativ günstigeren Bedingungen nicht gelungen ist zu punkten. In dieser Liga sind eben die geforderten Ansprüche an Material und Piloten hoch. Bei vier Durchgängen ist die Rechnung aufgegangen. Aber dann machten die «Hangflüger» nicht mehr, was die Piloten wollten!
Müde, abgekämpft und mit hängenden Köpfen kehrte das Team ins Basislager zurück. Doch nach einer kurzen Analyse und einem Rückblick gönnten wir uns trotzdem ein Bier mit dem Trost, dass bei der nächsten WM der Zähler für alle wieder auf Null gestellt wird.
Somit ist eine turbulente und ereignisreiche F1E-Weltmeisterschaft 2011 Geschichte.
| 1. | Treger Ivan | Slovakia | 500.00 Punkte |
| 2. | Kubit Stanislaw | Poland | 492.00 Punkte |
| 3. | Dziuba Wieslaw | Poland | 487.33 Punkte |
| ferner: | |||
| 18. | Andrist Dominik | Suisse | 430.83 Punkte |
| 23. | Andrist Alfred | Suisse | 415.57 Punkte |
| 24. | Pfister René | Suisse | 408.33 Punkte |
| 1. | Poland | 1463.33 Punkte |
| 2. | Romania | 1326.93 Punkte |
| 3. | Czech Republic | 1316.88 Punkte |
| ferner: | ||
| 7. | Switzerland | 1254.73 Punkte |

Das Gelände, auf dem die F1E-Weltmeisterschaft in Zlatibor, Serbien, ausgetragen wurde, ist landschaftlich vergleichbar mit der Topographie im Emmental in der Schweiz. Mit vielen Seitentälern und stets wechselnden Winden war es für die Piloten sehr anspruchsvoll, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Das oft steppenartige, steile Gelände stellte aber auch an die Kondition der Teilnehmer einige Ansprüche. Da sollte einer noch behaupten, die F1E-Kategorie sei kein Sport. Der «Schreiberling» selbst hat während der Flugwoche 2,5 kg abgespeckt!
Die Tatsache, dass nach fünf Durchgängen kein Stechen erforderlich war, ist Beweis genug, dass es nicht ganz einfach war, in diesem hügeligen Gelände zu fliegen. Kommt noch dazu, dass während des Wettbewerbs viermal die Startstelle gewechselt werden musste. Auch wenn es der Schweizer Delegation nicht gelungen ist, in Serbien Spitzenplätze zu erreichen, kann man bei der Analyse der Rangliste erkennen, dass die Schweiz, wenn alles 100% stimmt, durchaus in der Lage ist, mit der Weltspitze mitzuhalten.
Als TM möchte ich mich beim ganzen Team bedanken für die kollegiale Zusammenarbeit vor und während der Flugtage in Serbien. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, nicht immer einen solch guten Teamgeist erlebt zu haben.
Edward Ernst


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