1994 – erste Brushless-Modellflugmotoren kamen aus Amerika
Wie der US-Motorhersteller mit seinem kollektorlosen AVEOX-Motor die siegesbewussten europäischen Elektroflieger ganz kräftig durchgeschüttelt hatte.
Die Technik der elektronisch kommutierten Elektromotoren war schon lange bekannt, bevor diese 1994 erstmals im Modellflug zum Einsatz kamen. Die grossen Vorteile der ausgezeichneten Regelbarkeit dieser Motoren sowie der Verzicht auf den Verschleiss der Kollektoren war insbesondere für industrielle Anwendungen längstens erkannt. Allerdings hatten die Drehzahlsteller anfänglich die Dimension eines Kühlschrankes. Alberto Colotti schrieb in seiner Diplomarbeit: «Die Historie der büstenlosen Motoren begann in den 60er-Jahren in den USA. Die Raumfahrt hatte Bedürfnisse nach drehzahlveränderlichen Antrieben, welche ohne Bürsten auskommen mussten. Etliche Patente und Entwicklungen in diesem Bereich gehen deshalb auf die NASA zurück.» Im Elektroflugmodell war der Kohlestaub im Rumpf gar nicht gerne gesehen. Probleme mit der Bord-elektronik wie Drehzahlsteller und Empfänger waren nie auszuschliessen. Der relativ späte Einsatz von Brushless-Motoren im Modellflug war vermutlich weniger am Bau solcher Kleinmotoren gelegen, sondern viel eher an der Miniaturisierung der dazugehörigen Drehzahlsteller mit grossen Leistungen. Anfänglich waren die Motoren zudem mit Sensoren ausgerüstet, die dem Drehzahlsteller die Stellung des Rotors «anzeigen» und hauptsächlich dem Anlauf dienten. Dies nur für kurze Zeit; denn schon bald kamen die sensorlosen Motoren auf den Markt.
Der erstmalige und erfolgreiche Einsatz der Aveox-Brushless-Motoren an den F5B-Weltmeisterschaften 1994 in Wangaratta, Australien, liess die Fachwelt aufhorchen. Allerdings lösten die hohen Drehzahlen (bis 15000 U/min) und die damit verbundene Lärmentwicklung in der Szene keine Begeisterungstürme aus. Abhilfe schaffte insbesondere die grosse Erfahrung mit Planetengetrieben in Europa. Sie hat dem Brushless-Motor erst richtig zum Durchbruch verholfen.
GZ


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