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Ärger mit Gabelköpfen (Kwik Links)

von Ruedi Schmid
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Wer kannte sie nicht, die Gabelköpfe mit dem «V» (V wie Vogel, der Name des Fabrikanten). Während Jahren waren sie in vielen Modellbauläden zu finden, und auf den Bildern in Katalogen und in Internet-Shops trifft man heute noch auf das vertraute «V».


- viel – diese war nämlich nicht besser:
- a) Gewindehülse schräg
- b) Gabel war nur mit grosser Kraft zu öffnen, lässt sich dafür jetzt nicht mehr schliessen
- c) Stift schräg eingepresst und verschweisst



Als ich im Dezember 2008 wieder mal von den Dingern bestellte (Topmodel, Sirnach), wurde ich arg enttäuscht: Die Qualität war miserabel, und es war nicht mehr ein «V», sondern ein «A» drauf (A wie Ausschuss oder Alteisen). Da half auch die nach der Reklamation erfolgte Ersatzlieferung nicht


- d) Stift fällt beim Öffnen der Gabel heraus

Von irgendwoher erfuhr ich dann, das Fabrikat Vogel könne wegen defektem Werkzeug nicht mehr hergestellt werden, und das Nachfolgemodell sei nun eben das mit dem «A». Nach dieser Botschaft traute ich mich zwei Jahre lang nicht



mehr, Gabelköpfe einzukaufen!

Dann kam die Messe Friedrichshafen 2010, wo ich ein kleines Säckli mit 5 Gabelköpfen fand:

«Krick, Modellbau vom Besten», stand drauf.

Und welch ein Glück: Es gibt sie noch – die guten alten Dinge! Was auf der Packung steht, ist auch wirklich drin: fünf Stück in gleicher präziser Ausführung – kaum zu glauben!

Die exakt parallele Gabel schliesst sich nach dem Spreizen mit dem Schraubenzieher von selbst, wobei sich der Stift automatisch ins gegenüberliegende Loch fügt. Die Gewindehülse ist gerade und auch das Gewinde hinterlässt einen guten Eindruck (bei einem Exemplar leichtes Spiel feststellbar). Nirgends eine Braue, wo man sich verletzen könnte.

Glücklich bestelle ich also bei Hope 20 neue Gabelköpfe der Marke Krick mit der Überzeugung, dass mein Gabelkopf-Problem nun gelöst sei. Die Lieferung enthielt jedoch solche der Marke Classic Modell, die auf den ersten Blick auch wirklich von Krick sein konnten

(Classic Modell ist schliesslich Vertragsimporteur von Krick). Auf Rückfrage bei Hope wurde mir bestätigt, dass die Gabelköpfe laut Classic Modell vom gleichen Hersteller wie die von Krick seien. Na gut.

Nach dem Auspacken war mir klar, dass die Gabelkopf-Geschichte weiterging: Die Qualität war nämlich sehr unterschiedlich: 6× gut, 8× brauchbar, 6× Ausschuss.

Bei den sechs Schlechtesten (siehe Bild) war alles so schräg, dass sich die Gabel auch mit einer Zange nicht schliessen liess:



Nach diesem unbefriedigenden Erlebnis bestellte bei Hope grad nochmal 2 andere Fabrikate (Kavan und Graupner) zum Testen, welche ich bereits am nächsten Morgen im Brief-

kasten fand. (Der junge Philipp Hochuli handelt schnell und unkompliziert.



Bei Kavan sind die Laschen hinten etwas aufgeweitet (gut gegen Klemmen des Ruderhorns), aber nicht ganz parallel. Bei allen ist aber die Gewindehülse schräg.

Graupner liefert sehr unterschiedliche Qualität: 50% gut, 40% brauchbar, 10% Ausschuss (Gabel lässt sich auch mit Zussammendrücken nicht schliessen). Die Gewindehülsen sind alle gerade, das Gewinde ist gut. Leider hat das Produkt scharfe Kanten, an denen man sich verletzen kann.


Fazit:

Von den untersuchten Produkten ist Krick (€ 5.–/10 St.) eine Spitze. Leider habe ich für diese Gabelköpfe in der Schweiz keinen Lieferanten gefunden, denn der offizielle

Importeur (Classic Modell) vetreibt leider seine eigene Marke, und Krick liefert nur an Privatkunden in Europa und wir gehören ja da bekanntlich nicht dazu.

Kavan (CHF 6.10/10 St.) liefert recht gute, gleichbleibende Qualität. Wenn die Gewindehülse gerade wäre, käme sie nahe an Krick heran.

Bei Classic Modell (CHF 6.–/10 St.) und Graupner (CHF 5.60/10 St.) mangelt es vor allem an der gleichbleibenden Qualität. Neben guten Teilen sind leider auch solche dabei, welche man am liebsten mit einem «A» stempeln möchte.

Diejenigen unter uns, welche vor zwei Jahren wegen den schlechten Gabelköpfen «A» auf ARF-Modelle umgestiegen sind, können dank Krick und Kavan endlich wieder selber Modelle bauen!

Apropos ARF: Kürzlich habe ich erlebt, wie ein Billigfastfertigschaumelektrojet mit Einziehfahrwerk mit Vollgas laut heulend über die ganze Rasenpiste holperte und am Pistenende zum Stehen kam. Da wurde mir klar, was ARF bedeutet: Almost (beinahe) Ready to Fly, d.h. es reicht eben nur beinahe zum Fliegen (Abheben) ...




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