Geschichte

MODELLFLUGMOTOREN und ihre Entwicklung

von Siegfried Schmid
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Der Flottweg-Motor

Unter den weniger bekannten und meistgesuchten deutschen Motoren reihen sich Namen wie Flottweg-Motor, Blankenmeister, Meier-Motor und BHK. Bei diesen Motoren konnte kein Besitzer ausfindig gemacht werden. Wenn Felgiebel sie nicht beschrieben hätte, wäre wahrscheinlich nicht einmal der Name übriggeblieben. In der Form oder für das Auge ist zweifelsohne der Flottweg derjenige, der den Sammler am meisten begeistert. Es ist einer jener Motoren, die nicht direkt auf dem Wege des Abguckens oder im Sandgussnachbauverfahren hergestellt sind. Er hat, ähnlich wie die ersten Kratmo oder beispielsweise wie die deutschen Riedl Diesel oder Thusius, total eigene und unkonventionelle Formen. Der Flottweg wurde damals schon mit aufwendigen Mitteln hergestellt, und es muss sicherlich noch solche Motoren in Keller oder Estrichs geben, weil das Gehäuse im Kokillenguss gebaut wurde und Felgiebel vom Flottweg-Motorenwerk München spricht. Vom technischen Aufwand her muss eine schon recht stattliche Werkstatt an der Schwelle der Geburt gestanden haben. Interessant ist auch die Bezeichnung. Vermutlich suchte der Erbauer mit dem Namen gleich Fähigkeiten des Motors hervorzuheben. Diese Bezeichnung wird bei den Schwaben und Bayern aber auch im Alltagsjargon gebraucht für ein zügig fahrendes Auto.

Eines der Probleme war, dass der deutsche Diktator ab 1939 jedes gut arbeitende Werk in den Kriegsdienst stellte und so Firmen wie Argus Berlin ihre Modellmotorenproduktion einstellten. Der Flottweg war auch vom Zylinder her im Aufbau schon aus Aluminium, mit eingezogener Graugusslaufbuchse. Der Motor gehörte zu den ersten deutschen Kurbelwellendrehchieber-Motoren (mit dem Ortus, der eine amerikanische Baby Cyclone-Kopie ist). Der Aufbau war schon ziemlich stromlinienförmig. Er war trotz seiner fortschrittlichen Bauweise nicht wie der Thaler schon sehr kurzhubig gebaut, sondern war noch ein Langhuber, was wahrscheinlich mit den noch nicht so erforschten Steuerzeiten des Drehschiebers auch erklärt, warum der Motor nur mit 4000 U./min angegeben wird.

Besonders auffällig ist bei ihm die Befestigung des Zylinders mit zwei Zugankern (Stehbolzen). Die stromlinienförmige und zugleich harmonische Anordnung der Zündspule und des Tankes lassen das Auge des Motorenliebhabs sich erfreuen. Eine sehr interessante Feststellung scheint zu sein, dass der Flottweg-Motor älter ist, als er bei verschiedenen Buchautoren angegeben wird. G. Schlaukötter gibt Angaben, dass er ab 1940 bis 1942 gebaut wurde. Dies ist nicht so sicher, er ist zwar in den ersten beiden Auflagen 1939 bis 1940 im Felgiebel-Buch noch nicht aufgeführt, ist aber in der 3. Auflage 1941 im Buch enthalten.

Der Motor war in den Kriegsjahren an Wettbewerben anzutreffen, sollte aber sehr selten sein. Es ist kein Sammler bekannt. Sicherlich ist im Raume München, aus dem er stammt, am ehesten etwas zu finden. Es konnte kein Besitzer dieses Motors ausfindig gemacht werden.


Technische Daten
Hub24 mm
Bohrung22 mm
Hubraum9 ccm
Leistung0,2 PS
Drehzahl4000 U./min
Luftschaubendurchmesser320 mm
Gewicht des Motors einschl. Zündkerze, Zündspule, Kondensator, Kraftstoffbehälter und Luftschaube500 g


Der Blankenmeister-Motor

Diesen Motor soll es in zwei verschiedenen Bauversionen gegeben haben. Einer mit 5 ccm und einer mit 10,7 ccm. Im ersten und zweiten Felgiebel-Buch wird nun der 10,7-ccm-Motor aufgeführt und erst in den folgenden Ausgaben wird über den 5-ccm-Motor geschrieben.

Blankenmeister baute seine Motoren in Mannheim. Der Motor war mit einem Leichtmetallkurbelgehäuse gebaut, das bis zu den Kühlrippen hochgezogen war, so dass der Ausgangskanal bereits in diesem Teil integriert war. Eine Bauweise, die erst viel später Schule machte. Die Kühlrippen waren auf die Laufbüchse aufgeschraubt und diese mit 2 Stellschrauben am Kurbelgehäuse befestigt. Der Unterbrecher liegt am Kurbelwellenlagerhals, seitlich angebracht. Es wurden die herkömmlichen Materialien verwendet für die beweglichen Teile. Kolben aus Grauguss, Chromnickelstahl für die Kurbelwelle und Bronzelagerbüchsen. Das Steuerprinzip entsprach dem sogenannten 3-Kanal-System, das man heute kolbengesteuert nennt. Auch hier haben wir es mit einem sehr seltenen Motor zu tun, der wahrscheinlich ohne Felgiebel nicht einmal bekannt geworden wäre.

Die Daten beider Motoren sind folgende:



Die technischen Daten dieser Motoren sind folgende:
Hubraum5 ccm10,7 ccm
Bohrung19 mm24 mm
Hub18 mm24 mm
Leistung bei 5500 U./min0,35 PS
Leistung bei 6000 U./min0,18 PS
Gewicht einschl. Zündspule, Kraftstoffbehälter, Luftschraube ca.260 g400 g


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