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Antriebskonzept Hotliner

von Michel Hauser
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von Michel Hauser



Vorgeschichte

Alle technischen Angaben ohne Gewähr!


Im Jahre 1998

Mein erster Hotliner Nobody von Topmodel 1700 mm Spannweite. Der Antrieb bestand aus einem Bürstenmotor vom Hersteller Mega und 16 NiCd-Sony-1250-mAh-Zellen. Ich habe mir die Akkus von Anfang an selbst gelötet, da weiss man, was man hat, und kann nachträglich einfacher Zellen anhängen oder wegnehmen. Damals ohne Getriebe also Direktantrieb. Wenn ich mich recht besinne, hatte ich eine 12-Zoll-Falken-CFK-Klappluftschraube drauf. Die Stromaufnahme lag bei 36 Ampere. Die Steigleistung des 2200 g schweren Modells war für heutige Verhältnisse eher bescheiden, gut 45° Steigflug nonstopp.


Im Jahre 2001

Mein zweiter Hotliner Fredy von Kindler Modellbau mit 1500 mm Spannweite. Der Antrieb war schon ein Bürstenloser Motor von Kontronik mit Getriebe. Ich hatte ungefähr eine 12-Zoll-Klappluftschraube drauf. Der Antriebsakku bestand aus 10 NiCd-Sony-1250-mAh-Zellen. Die Stromaufnahme lag bei 30 Ampere. Die Steigleistung des 1300 g schweren Modells hatte nicht ganz für senkrechtes endliches Steigen gereicht, aber es ging ganz schön die Post ab.

schraube. Das Ding musste mit Halbgas gestartet werden, um durch das enorme Drehmoment nicht aus der Bahn geworfen zu werden. Die Stromaufnahme lag bei 125 A. Die Spannungslage ist bei diesem Strom 9,5 Volt, was eine elektrische Eingangsleistung von satten 1125 Watt ergibt. Die Steigleistung des 1980 g schweren Modells ist gigantisch. Es beschleunigt aufwärts! Die reine Motorenlaufzeit liegt bei 1 Min. und 40 Sek., was Flüge von 10 Min. und mehr ermöglicht.


Anfang 2006

Die Steigerung, der Kaskadeur Nummer 2, der so genannte Lipowurm.

Ich dachte, es müsste noch was drin liegen. Natürlich mit den neuen Lithium-Polymer-Zellen. Um das Projekt umzusetzen, hatte ich mit folgenden zwei Problemen zu kämpfen. Für jedes Problem gibt es bekanntlich eine Lösung. Zum einen musste ich die Zellen überhaupt in den Rumpf kriegen. Es stellte sich schnell heraus, dass ich

den Lipo-Akku selbst aus Einzelzellen herstellen muss, um meinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Zum anderen rechnete ich mit Strömen über 140 Ampere. Ich lötete mir den Akku aus insgesamt zwölf 2100-mAh-Hyperion Lite Storm von eflight zusammen.


Der Komponenteneinbau

Ich habe einige Stunden/Abende gebraucht, bis ich die insgesamt zwölf Zellen, den Empfängerakku (2S Lipo von Thunderpower mit Helitron Controller), den Empfänger und den Motor im Rumpf untergebracht habe. Ein Ausbauen der Komponenten ist nur für Wartungsarbeiten am Motor/Getriebe vorgesehen, die Einbauten bleiben fix drin. Der Motor mit dem Regler. Ich musste den Regler aus dem Original-Schrumpfschlauch auspacken und direkt an den Motor löten, der Akku hätte sonst keinen Platz. Der Empfängerakku mit den Lipocontroller wird wie alles fix in den Rumpf eingebaut. Die vier Zellenpacks sind


Technische Daten meines Lipowurmes:
  • Motor Hacker B50-8-S mit 6,7:1-Getriebe
  • CFK-Klappluftschraube Freudentahler 16×16
  • Regler Hacker Master 125-0-F5F
  • Antriebsakku Lipo Hyperion Lite Storm 4S3P mit 6300 mAh und 14,8 Volt


jetzt in Serie geschaltet (4S3P) und mit Anschlusskabel und Thunderpower-Balancer-Anschluss versehen. Kein Platz mehr, der Rumpf ist richtig voll, daher der Name Lipowurm.


Der Erstflug

Samstagmorgen, den 6. Mai 2006, war es so weit. Je mehr ich mich dem Flugfeld näherte, desto nervöser wurde ich. Ich konnte die Flugleistung aufgrund meiner Berechnungen und Einschätzungen nur erahnen. Es stellte sich die Frage, halten alle Komponenten den Belastungen stand? Nur nicht zweifeln, dachte ich. Als Erstes, auf dem Flugfeld angekommen, führte ich eine Messung des fließenden Stromes durch. Jetzt kommts, das Zangenampere-meter zeigte 196 Ampere!!! Die

Spannungslage unter Last lag bei 12,6 Volt, was eine Eingangsleistung von fast 2500 Watt ergibt.

Mir wurde ein wenig mulmig bei dem Gedanken, dass ich hier gleich ein Modell mit 1730 Gramm Abfluggewicht und 2500 Watt Leistung in die Luft lasse. Ich sammelte mich und ging zur Startbahn – zirka 30% Gas rein – und mit einem kräftigen Wurf in die Luft. Das Ding stieg senkrecht hoch, und nach zwei Sekunden schaltete ich den Antrieb mit feuchten Fingern wieder aus. Der Drimmflug ist den Umständen entsprechend unproblematisch, Bremsklappen wurden getestet.

Jetzt wollte ich sehen, was ich hier geschaffen habe. Auf zirka 10 Meter Höhe behutsam Vollgas rein und in den Steigflug

einleiten. Es übertraf meine Vorstellung bei weitem. Ich habe schon manchen Hotliner im Steigflug gesehen, es scheint, dass es für dieses Modell keine Erdanziehung gibt! Es beschleunigt unweigerlich aufwärts, und ich muss den Hahnen nach zirka 3 Sekunden zumachen, da ich das Modell ansonsten aus den Augen verlieren würde.

Mir ist das Lachen ins Gesicht geschrieben. Nach einer erfolgreichen Landung ermittelte ich die Temperaturen: Motor 60 °C, Regler 54 °C und Akku 36 °C. Alles im grünen Bereich. Ich habe allerdings Bedenken, ob der Motor/Getriebe und vor allem der Regler der Belastung auf Dauer standhält. Ich stütze mich auf die Tatsache, dass die Motorenlaufzeit am Stück maximal 5 Sekunden anhält und dann eine Menge Frischluft einströmt. Der Lipo-Akku wird zwar mit etwa 31 C belastet, aber auch nur für maximal 5 Sekunden, ausserdem habe ich



die Abregelung des Reglers im Lipomod auf 3 V pro Zelle eingestellt. Also null Problemo. Viel Spass beim Tüfteln.

Kameradschaftliche Grüsse
Michel Hauser

P.S. An dieser Stelle möchte ich meiner Freundin Andrea für das aufgebrachte Verständnis gegenüber meinem Hobby danken.



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