Editorial

Eine Idee hebt ab

von Emil Ch. Giezendanner
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Im Dezember 1970 erschien die Nullnummer von Modell Flugsport und im März 1971 die erste offizielle Ausgabe im Auftrag der Obmännerkonferenz der damaligen Region 5 (heute Region Nordostschweiz). Der Regionalvorstand hatte sich zum Ziel gesetzt, die Modellflieger ganz direkt ansprechen zu können. Wir alle wussten, dass es sich um ein Projekt mit ungewisser Zukunft handeln würde, und starteten demzufolge auch sehr bescheiden mit vier bis acht Seiten und einem unbeschreiblichen Idealismus.


Vermutlich beeinflusst von der 68er-Bewegung, wollten wir weder von der Wirtschaft abhängig sein und MFS ohne Inserate finanzieren noch das aviatische «Establishment» AeCS oder Stiftung Pro Aero um Unterstützung bitten. Zudem vermochte die AeroRevue mit ihrer konsequenten Ausrichtung als «Internationale Fachzeitschrift für alle Zweige der Luftfahrt» den einfachsten Informationsbedürfnissen von uns Modellfliegern/-innen schon lange nicht mehr genügen.

Wenn ich an das grosse Engagement unserer unzähligen Autoren und Berichterstatter denke und ich mit jeder Ausgabe um genügend Platz kämpfen muss, bin ich überzeugt, dass viele unserer Modellflieger dem Idealismus treu geblieben sind.

In der heutigen Qualität und Grösse unseres Mediums geht es auch bei uns nicht ohne Inserate, die einen namhaften Anteil der Produktionskosten mittragen. Gute Inserate können uns zudem wichtige Infos liefern. Mit den Mitgliederbeiträgen allein müssten wir wieder bescheidener werden, was einem Diktat unersättlicher Geschäftsgier allerdings vorzuziehen wäre. Allen vergangenen Widerwärtigkeiten zum Trotz: Die Idee einer eigenen Modellfliegerzeitschrift setzt sich durch. Der viel später gegründete Schweizerische Modellflugverband hat sich die Chance, Modell Flugsport als seine Verbandszeitschrift zu nutzen, schon früh gewahrt, und die Stiftung Modell Flugsport versteht es, das Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Idealismus einerseits sowie Verbandsraison und Meinungsfreiheit anderseits auszuhalten. Die Idee einer Zeitschrift von Modellfliegern für Modellflieger lebt und wird – im Gegensatz zu kurzfristiger Profitgier – auch in Zukunft immer wieder abheben. Ich danke euch allen, die ihr dazu beitragt.


Mit freundlichen Grüssen und besten Wünschen für das neue Jahr 2011.

Euer Redaktor
Emil Ch. Giezendanner




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