Sport

FAI-Europameisterschaften

von Ernesto Weber
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Thermik-RC-Segelflug – F3J – in Bovec, Slowenien

Am 3.3.2011 hat im Hotel Egerkingen das Startmeeting der Nationalmannschaft stattgefunden. Es wurden die Verantwor- tungen, Trainings, Unterkunft und Ziele festgelegt. Am 17. und 18. August erfolgte dann die Anreise des Teams. Zur Verfügung stand uns ein ganzes Haus mit einem wundervollen Gartenhaus, wo die täglichen Teammeetings abgehalten wurden. Für das Kulinarische sorgten Renate und Daniela in 4-Sterne-Manier! Wir trafen ein wunderbares Gelände an und der Organisator hat für die Piloten alles Erdenkliche vorbereitet. Zum Wetter sei gesagt, dass es uns während der ganzen Woche zwischen 35° und 38° Grad bei wolkenlosem Himmel bescherte.


Harte Konkurrenz

Bereits im Vorwettbewerb (Al- pencup) wurde klar, dass die Messlatte, um vorne dabei zu sein, sehr hoch ist. Es herrschte auch eine Vielfalt von eingesetzten Modellen. Zu se- hen waren Xplorer, Supra, Prestige, Satori und bei den Schweizern die Supreme und Tanga-J. Die Gewichte dieser Modelle bewegten sich zwi-

schen 1800 und 2300 g. Bei den Flügen war aber nicht das Ge- wicht im Vordergrund, sondern das Können der Piloten. Es herrschten Verhältnisse von Superthermik bis harte Suche der Aufwinde, um die Zeiten auszufliegen. Wenn wir vor 3 bis 4 Jahren noch zufrieden waren mit Lan- dungen um die 95 Punkte und Zeiten von 9.53.00, so ist dies



definitiv Vergangenheit. Heute sind Landungen um 99–100 Punkte und Flugzeiten um die 9.56.00–9.58.00 keine Selten- heit mehr, sondern Pflicht! Es sei erwähnt, dass der längste Flug 9.59.30 war; also eine Startzeit um 0,3–0,5 Sekunden und Landung auf dem letzten Drücker ! Wobei erwähnt wer- den muss, dass eine Landung auch nur 0,2 s nach dem Horn- ton praktisch das Abrutschen ans Ende der Rangliste bedeu- tet bei den reglementatorisch

vorgesehenen drakonischen Strafpunkten (die dazu nötige Startmethode des kroatischen Europameisters mit seinem Xplorer kann auf Youtube un- ter: http://www.youtube.com/ watch?v=A5YsjEyO7-U bewun- dert werden). Unter diesen Voraussetzungen dürfen wir mit unserer gezeig- ten Leistung zufrieden sein. Stefan Böhlen verfehlte die Flyoffs nur um 3 Punkte bei 11000 möglichen. In der Na- tionenwertung erreichten wir



den 9. Gesamtrang, was doch gegenüber den Vorjahren eine beachtliche Steigerung ist. Diese Leistung ist unter anderem auch dem guten Teamgeist während der ganzen Europa-meisterschaft zuzuschreiben. Wir hatten auch eine sehr hilf-reiche Unterstützung durch Jojo Weber aus Deutschland (Starter und Ansager).


Die Ränge im Einzelnen
1. Arijan Hucaljuk, Kroatien
(FAI-Europameister 2011)
2. Wojciech Byrski, Polen
3. Lionel Fournier, Frankreich*

ferner:
13. Stefan Böhlen
28. Koni Oetiker
45. Reto Baumgartner

*Lionel hat sein grosses Können schon mit dem Gewinn der letzten F3J-Winterliga an-gedeutet.


Bei den Mannschaften hat nun die Türkei nach der WM auch die EM gewonnen. Auf den Rängen 2 und 3 folgen Slowe-nien und Italien. Die sonst im-mer vorne anzutreffenden Deutschen wurden 10. Dafür haben die deutschen Junioren ihre Teamwertung gewonnen.


Fazit

Um noch weiter nach vorne zu kommen, ist ein enormer Trai-ningsaufwand zwingend nötig. Die Nachfrage bei unseren aus-ländischen Kollegen hat ergeben, dass praktisch täglich (!) trainiert wird. Als Teammanager bedanke ich mich für die Unterstützung des SMV und die disziplinierte Zusam-menarbeit des ganzen Teams. Es war eine lehrreiche und schöne Zeit in Bovec. Ich hoffe, dass wir in zwei Jahren an der EM in Istanbul erneut Fortschritte unter Beweis stellen können.

Ernesto Weber




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