Safety-Day MG Diessenhofen

Fredy Doppelhofer hat diesen interessanten Tag organisiert und bestens vorbereitet. Nach einer kurzen Erklärung zum Ablauf und den Zielen starteten die ersten Mitglieder mit den «Versuchsflügen».

Das Hauptthema bestand darin, den Flugraum zu kontrollieren, welchen die verschiedenen Modelle befliegen. Ob der erlaubte Flugraum eingehalten wird usw.

Das Hauptthema bestand darin, den Flugraum zu kontrollieren, welchen die verschiedenen Modelle befliegen. Ob der erlaubte Flugraum eingehalten wird usw.

Zur technischen Kontrolle wurden GPS-Datenlogger eingesetzt, welche Flugraum, Geschwindigkeit, maximale Höhe, maximale Distanz etc. aufzeichneten. Diese Daten werden von Fredy ausgewertet und mit Google Earth visualisiert.
Es wurden auch gleich die aktuellen Flugzonen mit den verschiedenen Landevolten geübt. Dank der Veranstaltung Safety-Day waren die Mitglieder sehr empfänglich für Anregungen und Tipps.

Zur visuellen Kontrolle konnten die Mitglieder an 4 Beobachtungsstandorten verschiedene Flüge direkt aus der «Opferrolle» begutachten. So waren die meisten Mitglieder erstaunt, wie weiträumig geflogen wird, aber auch wie unterschiedlich der Lärmpegel empfunden wird.
Es zeigt sich, dass vor allem die grossen, schnellen Modelle, welche mit Turbine angetrieben sind, den grössten Luftraum in Anspruch nehmen und zum Teil nahe an der Flugraumgrenze fliegen oder auch mal darüber hinaus geraten. Das Problem ist bekannt, dass die Flugdistanz bei Grossmodellen besonders schwierig abzuschätzen ist.

Der Flugraum ist mit einer max. Flugdistanz von 322 m relativ kompakt. Nicht zuletzt, weil das Modell eines Jungpiloten mit ca. 160 cm Spannweite eher klein ist.

Der Starfighter F-104 von Fredy Doppelhofer fliegt da mit einer maximalen Flugdistanz von über 580 m bedeutend weiträumiger.

▲ Eindrücklich dargestellt, welche Daten aus einem Flug ausgelesen werden können.
Maximale Höhe: 260 m
maximale Geschwindigkeit: 254,67 km/h,
Distanz: 580 m

Fredy mit Flughelfer Peter Rütmann. Ein solches Modell fliegt man nie ohne Helfer!
Das Thema Sicherheit ist eine wichtige Angelegenheit, die manchmal etwas vernachlässigt wird. Je grösser das Modell, desto weiter der Luftraum, den es benötigt, und desto hilfreicher ist es, eine entsprechende Volte zu fliegen. Eine weitere Erkenntnis ergab sich im Vergleich von Fliegen mit Vollgas und Fliegen mit ¾-Gas, dadurch kann der Lärmpegel deutlich reduziert werden.
Wenn man sich aber an die wichtigsten Regeln hält, kann man viele Zwischenfälle vermeiden. Versetzt man sich zusätzlich in die Lage eines Anwohners/Landwirt oder Spaziergängers, kann man besser nachvollziehen, dass man sich am Lärm stören kann, dass man Bedenken hat, sollte ein Modell mal abstürzen. Darum ist es wichtig, den erlaubten Flugraum einzuhalten.
Mit einem solchen Safety-Day hat jeder Verein die Möglichkeit, seine Mitglieder auf das Thema Sicherheit zu sensibilisieren und zu schulen.
Bei Bedarf würde sich Fredy auch bereit erklären, die gemachten Erfahrungen anderen Vereinen weiterzugeben oder sogar einen solchen Safety-Day bei interessierten Vereinen durchzuführen.
Der Safety-Day wird bei der MG Diessenhofen bestimmt weitergelebt. Das nächste Mal mit anderen oder zusätzlichen Schwerpunkten, über die es sich durchaus lohnt, nachzudenken und zu diskutieren.

◀ Pilatus PC-21 über dem Modellfluggelände der MG Diessenhofen.

Zwischendurch wurden an verschiedenen Jets und Propellerflugzeugen Lärmmessungen gemacht. Es besteht aktuell kein Lärmproblem bei der MG Diessenhofen, trotzdem möchte man die Mitglieder sensibilisieren, dass sich das Lärmverständnis aus der Sicht des Modellflugpiloten nicht mit dem Empfinden eines Anwohners decken muss. Das war eine Erkenntnis der Mitglieder, welche an den Beobachtungsstandorten ihre Erfahrung gemacht haben.
Das Thema Sicherheit ist in unserem Hobby omnipräsent, und eigentlich wissen wir alle ziemlich genau, wie man es macht. Es gibt auch viele SMV-Unterlagen und Hilfsmittel zum Thema. In der Praxis ist es dann nicht immer ganz so wie in der Theorie. Sicherheit muss man täglich leben, zum Beispiel mit einer positiven Fehlerkultur und wechselseitiger «Aufsicht», aber auch mit regelmässigen Ausbildungs- und Sensibilisierungsanlässen in den Vereinen.
Die Hauptaufgabe des Safety-Days war primär, aufzuzeigen, wie wir uns im Luftraum bewegen. Fredy Doppelhofer entschied deshalb, dieses Jahr einen Sicherheitstag für seinen Verein, die MG Diessenhofen, wie folgt durchzuführen: «Wir werden mit GPS-Loggern Flugwege aufzeichnen und auswerten. Wir alle wissen, wie schwierig es ist, die Entfernung und die Distanz des Modells einzuschätzen. Bin ich noch vor dem Bauernhof oder habe ich ihn mit dem besten Gefühl bereits überflogen?» Aussenposten wurden positioniert, damit die Flüge aus der Sicht der Bauern oder der Spaziergänger erlebt werden konnten.
Aus meiner Sicht war der Anlass beispielhaft und kann weiterempfohlen werden.
Carlo Fornasier
Carlo Fornasier ist zuständig für Umwelt und Sicherheit im Vorstand der Region NOS. Red.

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