Hallenflug in Perfektion: Swiss Open Indoor Masters 2023

Das diesjährige Swiss Open Indoor Masters (SOIM), die Schweizer Meisterschaft im Modell-Hallenkunstflug (F3P), fand nach fünf Jahren erneut im GoEasy in Siggenthal Station statt. Bei dieser Meisterschaft trafen europäische und einheimische Piloten in verschiedenen Kategorien aufeinander und kämpften um Platz und Ehre. Schweizer Meister wurde Sylvain Pasini, während der österreichische Ausnahmekönner Gernot Bruckmann einmal mehr als überragender Pilot aus der Veranstaltung herausstach.
Die besten Indoor-Piloten Europas trafen sich am zweiten Februar-Wochenende in der GoEasy-Sportarena in Siggenthal Station, um bei den offenen internationalen Schweizer Meisterschaften im Hallenkunstflug anzutreten. Mit ihren ferngesteuerten Modellflugzeugen mussten die Piloten ein vorgegebenes Programm mit elf Figuren so perfekt wie möglich fliegen, um maximal zehn Punkte pro Figur zu erzielen. Sechs Punktrichter bewerteten die gezeigten Leistungen und zogen bei Abweichungen von der Vorgabe entsprechende Punkte ab, was auf der grossen Videowand über ihnen unmittelbar angezeigt wurde. Die Wertungsnote wurde dann mit dem Schwierigkeitsfaktor der Figur multipliziert und alles am Schluss zusammengezählt. Tönt leicht verwirrend, aber der Computer war gut instruiert und erledigte die ganze Rechnerie zur allgemeinen Zufriedenheit.

Eindrücklich waren auch alle durch die Piloten selbst gebauten Flugzeuge. High-End-Carbon-Modelle, mit Mylar-Folie bespannt, haben die ehemaligen Depron-Modelle bereits seit einiger Zeit abgelöst. Trotz einer Spannweite von 90 Zentimetern und einer Länge von bis zu einem Meter und mit Motor, Regler, Servos und Akku ausgerüstet, bleibt das Gewicht der Flieger meist unter 60 Gramm. Geräuschlos gleiten die Flugzeuge mit ihren doppelläufigen Propellern im Schritttempo durch die Hallenluft. Die Hallenbelüftung musste denn auch abgestellt werden, ansonsten wären die Leichtgewichte unweigerlich vom Winde verweht worden. Wer nun denkt, dass es doch ein Leichtes sei, ein so langsames Flugzeug zu steuern, der irrt sich gewaltig. Jede Drehung, jedes Rollen, jede Abweichung, jedes Auf und Ab sowie jedes Zucken muss rechtzeitig erkannt, korrigiert und gesteuert werden. Dies ist nur mit viel Übung und entsprechendem Training zu bewerkstelligen.
Am Samstag und Sonntagmorgen waren in der Expertenklasse insgesamt fünf Wertungsflüge zu absolvieren. Schon bald trennte sich die Spreu vom Weizen, und selbst weniger versierte Zuschauer konnten deutliche Unterschiede zwischen den Piloten erkennen. Am Sonntagnachmittag fand das Finale statt, bei dem dann nur noch die zehn besten Piloten antraten. Ein noch viel schwierigeres Programm musste zweimal durchflogen werden. Der Sieger des Finals war Gernot Bruckmann aus Österreich, gefolgt von Donatas Paužuolis aus Litauen und Ignace Pawlenko aus Belgien. Obwohl die Schweizer Piloten nicht ganz vorne platziert waren, stellten sie doch vier Piloten im Final und erreichten die Plätze vier, sechs, neun und zehn. Sylvain Pasini und Philipp Schürmann schrammten dabei knapp am Podest vorbei. Und somit sicherte sich Sylvain Pasini den Titel des Schweizer Meisters, gefolgt von Philipp

Schürmann und Arnaud Carrard. Auf Rang vier und fünf platzierten sich Sandro Veronelli und der Schweizer Teamchef Ruedi Gallati.
Das Aeromusical war für die Besucher der Veranstaltung der absolute Hammer. Jeder Pilot flog nun mit einem etwas schwereren und robusteren Modell als für den Kunstflug. Geflogen wurde zu einem frei zusammengestellten Programm und zu einer eigens dafür ausgewählten Musik. Die Präzision rückte etwas in den Hintergrund, doch dafür war volle Action angesagt. Und so mancher Zuschauer war baff, wenn der Flieger anrollte, auf die Nase kippte und sich plötzlich mit einem Rückwärtssalto dennoch in die Luft schwang. Die Flugzeuge schlugen Purzelbäume, trudelten wie ein Laubblatt Richtung Boden, um sich dann kurz vor dem Aufschlag wieder miraculös in die Luft zu schwingen. Es entstand fast der Eindruck, als ob sich die Flugzeuge in grenzenloser Freiheit bewegten. Nichts ist unmöglich. Spezialeffekte wie LED-Lichtstreifen, Flatterbänder und Konfettiregen rundeten die Darbietungen ab und gaben als angenehmen Nebeneffekt Zusatzpunkte. Einige Piloten schafften es, das gesamte Publikum mitzureissen und beendeten ihre Darbietung unter grossem Applaus. Wie im Kunstflugprogramm konnte Gernot

Bruckmann auch hier die Ranglistenspitze übernehmen, gefolgt von Sylvain Pasini und Arnaud Carrard.
Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und wurde von vielen Beteiligten gelobt. Der Modellflugsportverein Hotwings Klingnau organisierte den Wettbewerb hervorragend und der Austragungsort GoEasy in Siggenthal Station bot eine grosszügige und perfekte Infrastruktur für diesen Wettbewerb. Die detaillierten Resultate aller geflogenen Kategorien können im Internet unter der Adresse <https://indoor.modellflug.ch/events.aspx?Event=6104&lang=DE> eingesehen werden.
Bilder: Markus Pfister


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