Modellflug zum Schnuppern bei der MG Hinwil
Seit mehreren Jahren bietet die Modellfluggruppe Hinwil im Rahmen des Frühling-Ferienplauschs der Schule Hinwil einen Schnuppertag an. Hier können interessierte Schülerinnen und Schüler sich einiges Wissen über Modellflug und Modellbau aneignen.
Dieses Jahr war das Interesse besonders gross, hatten sich doch 50 Schülerinnen und Schüler angemeldet. Um niemanden abweisen zu müssen, setzten sich die Helfer der MG Hinwil an zwei Kurstagen mit je 25 Teilnehmern ein. Aber langsam stossen wir an die Grenzen des Machbaren.
Bereits morgens um 9 Uhr versammelten sich die Schüler bei
schönem Wetter auf dem Fluggelände der MG Hinwil. Nach Bekanntgabe des Tagesziels «Jeder baut ein Flugmodell; jeder ist im Lehrer/Schüler-Betrieb mit einem zur Verfügung gestellten Modell geflogen; jeder hat Erfahrungen am Flugsimulator gesammelt» ging es zuerst in den Clubraum zur Theorie. Gerd Vollenweider als Obmann der MG Hinwil erklärte auf anschauliche und einfache Art und Weise, wieso ein Flugzeug, das schwerer als Luft ist, überhaupt fliegt.
Aufgeteilt in drei Gruppen, ging es anschliessend an die Arbeit. Während sich eine Gruppe im Clubraum um den Flugsimulator scharte und unter Anleitung von Geri erste Flugversuche unternahm, be-

fasste sich die zweite Gruppe unter fachkundiger Leitung von Jürgen mit dem Bau eines einfachen Segelfluggleiters Slipper. Er hatte dafür zu sorgen, dass die Schüler nicht schon beim Auspacken das empfindliche Balsaholz verletzten. Auch die Klebarbeiten
wollten in der richtigen Reihenfolge ausgeführt sein, damit jedes Bauteil am richtigen Platz befestigt war. Mit dem Einstellen des Schwerpunktes beendeten die Schüler die Bauphase. Erste Gleitversuche zeigten schnell, ob man sorgfältig gearbeitet hatte oder gleich den

Reparaturservice beanspruchen musste. Die Bausätze stellte Modellflug NOS des Schweizerischen Modellflugverbandes SMV im Rahmen der Jugendförderung für diesen Anlass zur Verfügung.
Die dritte Gruppe begab sich aufs Flugfeld, wo drei Flugmodelle zum Fliegen am Doppelsteuer zur Verfügung standen, d. h. ein Schülersender war mit einem Lehrersender gekoppelt, sodass der Fluglehrer jederzeit die Kontrolle abgeben oder übernehmen konnte. Mit den beiden Elektromotorseglern und dem Pilatus Porter als Motormodell wurde fleissig geübt. Start, Steigflug und Landung blieb Sache der Fluglehrer, die Schüler mussten sich an feinfühliges Fliegen herantasten. Die starke Bise erleich-
terte die Aufgabe auch nicht, sodass ein zweiter Helfer beim Schüler hilfreich war, der die Führung des Steuerknüppels am Sender vermitteln konnte. Schon nach kurzer Zeit vermochten einige Schüler die Modelle erstaunlich gut zu steuern, sei es nun ein Segel- oder Motormodell. Noch vor dem Mittagessen hatten die Schüler zwei der drei Postenarbeiten absolviert. Mit steigendem Hungergefühl litt die Konzentration. Es wurde Zeit, sich die von der MG Hinwil gesponserten Grillwürste und Getränke einzuverleiben. Gemessen an der Zahl der Würste wurde eher beim Brot gespart. Kaum den letzten Bissen heruntergeschluckt, widmeten sich die einen wieder dem Flugsimulator oder beschäftigten sich mit den selbstgebauten Flugmodellen.

Auch die letzte Postenarbeit wurde bis ca. 15 Uhr erledigt, sodass man sich langsam dem Höhepunkt des Tages näherte: dem Wettbewerb mit dem kleinen Modell. Als Aufgabe galt es, mit drei Würfen eine möglichst grosse Distanz in einer bestimmten Richtung zurückzulegen. Windbedingt führten wir diesen Teil nicht auf der Graspiste durch, sondern auf der leicht ansteigenden Wiese hinter dem Clublokal, natürlich abwärts mit Rückenwind. Die Aufnahme der Distanzen und die Erstellung der Rangliste dauerten fast länger als das Fliegen selber. An der Rangverkündigung erhielt jeder Pilot neben einem Abzeichen der MG Hinwil einen 20-Franken-Gutschein, gestiftet von einem Modellbaugeschäft. Das Modell durfte jeder selbstver-
ständlich mit nach Hause nehmen. Um 16 Uhr beendete Gerd die Veranstaltung mit der Verabschiedung der Schüler.
Die 25-er-Gruppe vom Mittwoch durchlief das gleiche Programm wie diejenige am Dienstag. Im Unterschied zum Vortag begann der Morgen aber mit Regenschauern, so dass die erste Gruppe beim Fliegen die eine oder andere Pause einlegen musste. Einige Schüler aus dieser Gruppe verpassten deshalb ihren Flug am Doppelsteuer.
Trotz oder wegen des schlechteren Wetters war der Andrang bei Wurst, Brot und Getränken auch wieder gross mit dem Unterschied, dass heute das Brot vor den Würsten zur Neige ging.
*Hans Kiener*

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