Sport

Schweizer Meisterschaften 2009: Fliegen vor toller Landschafts- und Zuschauerkulisse

von Rainer Beckerbauer
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Rückblick: Scale-Klassen in Alpnach

33 Piloten (9 F4C, 17 F4J und 7 F4H) nahmen die Herausforderung an, ihre Modelle den Punktrichtern zur Bewertung vorzustellen bzw. vorzufliegen. Obwohl die Anmeldungen teilweise sehr langsam eintrafen, vor allem bei den Helikoptern, konnten dank intensiver Suche und Werbung noch genügend Piloten gefunden werden, um auch in der Kategorie F4H eine Meisterschaft durchführen zu können.


Besuch aus den Nachbarländern

Die Öffentlichkeitsarbeit der MGOW im Vorfeld der SM sollte für einen würdigen Rahmen sorgen und ein entsprechendes Besucherinteresse wecken. Mit dem Zentralschweizer Fernsehen wurde eine kleine Fernsehserie zum Thema «Faszination Modellbau» produziert, die an den 3 Tagen vor der SM jeweils im Abendprogramm ausgestrahlt wurde. Der Erfolg dieser Aktion, begleitet von diversen umfangreichen Zeitungsberichten, überraschte alle. Bereits kurz nach Wettbewerbsbeginn waren bereits gegen 300 Besucher auf dem Flugplatz anwesend, deren Anzahl bis 12 Uhr auf ca. 1500 Zuschauer anstieg. Im Laufe des Wochenendes besuchten gegen 6000 (!) Zuschauer die Veranstaltung. Selbst aus Norditalien, Frankreich, Deutschland

und Österreich reisten Besucher an. Die Piloten genossen es sichtlich, vor einer solchen Kulisse fliegen zu dürfen.


Baubewertung

Bereits in der Baubewertung ging es sehr knapp zu und her und es kam zu einigen Überraschungen. Die Flugdemonstrationen brachten ebenfalls kleine Überraschungen, die in

der Rangliste ihren Niederschlag fanden. Die grösste Überraschung durfte wohl der Gewinn der Kategorie F4H durch Michael Tschiemer gewesen sein, der mit der Vorstellung seiner SuperPuma letztlich den verdienten Sieg für sich beanspruchen durfte. In der Kategorie F4J überraschte Adrian Senn bei seinem ersten Auftritt an einer SM, belegte er doch den hervorragenden 7. Platz mit einer Hawker Hunter MK-58 seines Vaters Reto Senn.


Die Flüge

Der straff organisierte Wettkampf unter der Leitung von

Christoph Bitterli führte trotz der hohen Teilnehmerzahl zu kleineren Pausen im Ablauf, weil 4 Teilnehmer (2 Deutschland, 2 Italien) wegen Verkehrsproblemen nicht rechtzeitig ankamen. Diese Lücken wurden durch spontan organisierte Showflugeinlagen der beteiligten Piloten kompensiert – sehr zur Freude des Publikums, und wohl auch der beteiligten Piloten, die hier ihr ganzes Können und die Leistung ihrer Modelle demonstrieren konnten. Besonders Martin Sannwald mit seinem Multiplex Funjet, der von einer Kolibri-Turbine angetrieben wurde, sorgte für unglaubliches Staunen und spontanen Applaus. Diese Showflugeinlagen durch die Piloten, begleitet mit Vorführungen der MGOW zum Thema Einsteigerflugmodelle, wurden insgesamt 3-mal durchgeführt und von den Besuchern jeweils mit Szenenapplaus honoriert. Über die Mittagspause wurde durch Peter Nemecek von TUN Modellbau ein Demonstrationsflug einer mit einem Klapptriebwerk ausgestatteten 10,6-m-Nimbus der «alternative» Modellflug demonstriert. Die Zu-



schauer waren sichtlich beeindruckt von der Leistungsfähigkeit dieser Maschine und deren Eleganz. Zum Abschluss der Schweizer Meisterschaft durften die noch anwesenden rund 800 Besucher eine Weltpremiere der besonderen Art erleben: Reto Senn und Roger Thoma entschlossen sich spontan zu einem Tandemflug mit ihren beiden Hawker Hunter. Die sehr anspruchsvolle Vorführung wurde immer wieder von spontanem Szenenapplaus des anwesenden Fachpublikums begleitet.


Keine Störungen mit 2,4-GHz-Anlagen

Insgesamt wurden an diesem Wochenende, zusammen mit den Trainings, weit über 250 Flüge durchgeführt. Mit einer Ausnahme, die durch Servoausfall leider zum Totalverlust im Landeanflug führte, traten weder an den Motoren, Turbinen noch an den Fernsteuerungen Störungen auf. Mit wenigen Ausnahmen benutzten alle

Piloten Futaba 2,4-GHz-Anlagen. Die während der SM verwendete Technik überzeugt durch Alltags- und Wettbewerbsstauglichkeit. Die noch notwendige Umplatzierung des Heli-Flugbereichs am frühen Samstagmorgen erwies sich im Nachhinein als Glücksfall.

Der enorme Andrang von speziell an den Helivorführungen interessierten Besuchern hätte sonst zu Platzproblemen im vorgesehenen allgemeinen Zuschauerbereich geführt. Insgesamt konnte festgestellt werden, dass sehr viele Besucher speziell wegen der Helivorführ-

ungen gekommen sind. Die anwesenden Helipiloten konnten ihre Modelle dann auch im freien Fliegen demonstrieren, da durch die leider gleichzeitig durchgeführte Veranstaltung in Stabio genügend Zeit vorhanden war, die eigentlich für mehr Helipiloten reserviert war.


Rangliste F4C
RangNameVornameModellfluggruppeNat.BauFlugTotal
1LüthiAndreasBurgdorfCH2753.02500.55253.5
2FischerGodiDübendorfCH2462.02145.54607.5
3GüntherMarkusInterlakenCH1807.52228.54036.0

Rangliste F4J
RangNameVornameModellfluggruppeNat.BauFlugTotal
1MayländerUrsDübendorfCH2851.02462.52656.8
2WehrleRaimundLiechtensteinCH2808.52462.52635.5
3SannwaldMartinFehraltorfCH2817.02396.32606.6

Rangliste F4H
RangNameVornameModellfluggruppeNat.BauFlugTotal
1TschiemerMichaelInterlakenCH21772388.254565.25
3HessJürgDietikonCH2167.52171.754339.25
5FehlmannMarioMGSL SchöftlandCH18722199.54071.5

Abschluss

Der scheidende FaKo-Präsident F4H, Eric Ribak, übernahm die Ehrung des neuen Schweizer Meisters F4H, Michael Tschiemer, während der OK-Präsident Rainer Beckerbauer die Ehre hatte, die neuen und alten Schweizer Meister Andreas Lüthi (F4C) und Urs Mayländer (F4J) zum Sieg gratulieren zu dürfen. Allen Piloten wurde ein Diplom überreicht, auf dem ein Foto der Maschine abgebildet war, mit dem sie an der SM teilgenommen hatten. Auch die

Punktrichter erhielten, wenn auch mit etwas Verzögerung, ein Diplom mit den abgebildeten Siegermaschinen der Kategorien, in der sie bewertet hatten.

Es war eine wunderschöne Flugveranstaltung, die zeigte, welche Faszination der Modellflugsport ausübt, aber auch welchen Rückhalt der organisierte Sport in der Bevölkerung hat. Alle Informationen und Berichte mit Fotos sind auf zu finden.

*Rainer Beckerbauer*




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