Erfahrung mit Monsun V2 PNP
Es soll ein Allroundmodell sein, gut in der Thermik, nicht mehr als 3000 mm Spannweite haben und auch flott am Hang zu fliegen sein. Nach sorgfältigem Stöbern im Web fiel mir der Monsun V2 von Robbe Modellsport auf.
Ich flog bereits zwei Saisons den Monsun und war recht zufrieden, bis mein Modell am Haushang von einem Baum «angesprungen» wurde. Die Beschreibung des Monsun V2 war vielversprechend, hier ein kurzer Ausschnitt: Der Monsun V2 ist der Nachfolger und die Weiterentwicklung des berühmten Monsun. Es handelt sich um einen Thermik- und Allroundsegler in der kompakten 3-m-Klasse mit 4-Klappen-Flügel. Das T-Leitwerk wird spielfrei mit einem direkt eingebauten Servo angelenkt. Die PNP-Version verfügt über bereits fertig eingebaute Servos, elektrische Steckverbindung und originale Multilocks als Tragflächensicherung sowie Regler, Motor, Luftschraube und Spinner.
Die Verbindung zu den Flächenservos erfolgt über montierte und verlötete MPX-6-Pol-Stecker. Auch der Akkuwechsel (Ultra 4S/4200) wird durch die grosse Kabinenhaube erleichtert.
«Befeuert» wird der Monsun mit einem Ro-Power-Torque-3526-870-K/V-Aussenläufer, geregelt durch einen Ro Control 6-80 80 A. Der eloxierte 38-mm-Alu-Spinner und ein 12×8"-Kohlefaser-Propeller, natürlich bereits alles montiert, machen den Monsun in kurzer Zeit startklar.
Auf den ersten Blick besticht er durch sein aussergewöhnliches Design und man meint, einen CFK-Flügel in der Hand zu haben. Die Flächen (Styro/GFK/Abachi) sind mit Oracover in Rot, Weiss und Schwarz sehr aufwendig und sorgfältig gebügelt. Die Unterseite der Flügel ist weiss bespannt und trägt in grossen roten Lettern den Flugzeugnamen «Monsun». Die Tragflächen sind aus Styroporkern, Glasfaserlagen, Abachi-Beplankung und einem kohlefaserverstärkten Holm aufgebaut und machen einen hochfesten Eindruck. Die Servos (Robbe-Servos FS-277 mit Kugellagern und Metallgetriebe) für Querruder und Wölbklappen sind inklusive Gestänge, Verkabelung und Abdeckungen flugfertig montiert.

Der rot lackierter GfK-Rumpf besticht durch makellose Oberfläche. Alle Holzspannten sind bereits geklebt und die CFK-Verstärkungen sind genau dort, wo sie hingehören. Der Spant für die Lipo-Halterung muss, je nach dem zur Verwendung kommenden Lipo, noch verklebt werden (Schwerpunkt). Die grosse Kabinenhaube ermöglicht einen guten Zugang zu den werkseitig eingebauten Komponenten wie Servos, Regler und Verkabelung.
| Spannweite: | 3000 mm |
| Fluggewicht: | ca. 2950 g |
| Steuerung: | H,S,Q,M,WK |
| Hersteller: | Robbe Modellsport |
| Rumpf: | GFK/CFK |
| Flächen: | Styro/GfK/Abachi |
| Ausführung: | PNP – PLUG N PLAY |
| Empf. Akku: | 4S/4200 mAh LiXX |
| Länge (mm): | 1480 mm |
| Motor: | Ro-Power Torque 3526-870 kv |
| Profil: | HQ 2,5/9 |
| Flugerfahrung: | Fortgeschritten |
| Bauerfahrung: | Anfänger |
Wie die Flächen ist auch das Leitwerk fertig in passendem Design gehalten. Das Höhenruder wird durch ein im Seitenleitwerk eingebautes Servo angesteuert. Das Seitenruder wird konventionell über einen Bowdenzug angelenkt. Alle Ruder sind bereits werkseitig angeschlagen.

Durch den hohen Vorfertigungsgrad beschränkt sich der Bau des Monsun auf den Einbau der Fernsteuerungskomponenten, das Einstellen der Ruderwege (nach Bauanleitung) und das Einstellen des Schwerpunktes (je nach verwendeten Lipos ist eine Bleizugabe notwendig). Nochmals alles überprüfen und einem Erstflug steht nur mehr ein unpassendes Wetter im Wege.
Ein Erstflug ist immer eine spannende Sache für die Zuschauer, aber besonders für den Piloten.
Also nochmals alles überprüfen, Motor auf volle Leistung und Harry übergibt den Monsun seinem Element. In einem Winkel von mehr als 60 Grad geht es himmelwärts. Die Motorleistung ist mehr als ausreichend. Nach etwa 10 Sekunden Motorlaufzeit hat der Monsun seine Ausgangshöhe erreicht und geht mit einem sehr angenehmen Gleitflug in die Platzrunde. Die Fluggeschwindigkeit ist, lässt man das Modell «laufen», etwas höher als erwartet, aber durchaus annehmbar. Der Monsun ist ja kein «Wiesenschleicher». Die in der Bauanleitung angegebenen Ruderwege sind genau richtig und der Monsun reagiert sehr gut auf die Ruder. Auch in den Flugphasen Thermik und Speed sind die Ruderwege der Querruder und Wölbklappen als Ausgangsbasis für die ersten Flüge recht gut. Die eingestellte Schwerpunktlage liegt natürlich auf der sicheren Seite und kann in weiterer Folge individuell reduziert werden. Mit den angegebenen Grundeinstellungen ist der Monsun gut fliegtbar und bereitet sicher auch weniger geübten Piloten grossen Flugspass. Die angegebenen «Butterfly»-Einstellungen sind entsprechend und ermöglichen gute Landeeigenschaften. Nach einigen Flügen, der 4S-Lipo reicht für einen ganzen Nachmittag, beweist der Monsun, dass er ein guter Allrounder ist und auch durchaus Thermik annimmt.
Als passionierter Hangflieger war ich sehr neugierig, wie sich der Monsun am Hang fliegen lässt. Ich konnte den Monsun an verschiedenen Hängen und bei wechselnden Wetterbedingungen testen. Weder beim Start noch beim Fliegen musste ich den «Flautenschieber» einsetzen. Der Monsun überzeugte auch am Hang durch seinen grossen Geschwindigkeitsbereich und tadelloses Ansprechen auf Thermikbärte. Das sehr ansprechende Design kommt mit dem alpinen Hintergrund sehr schön zur Geltung und erfreut Piloten und Zuschauer.

Der Monsun V2 ist natürlich keine Wettkampfmachine. Er überzeugt jedoch durch sein breites Einsatzspektrum und natürlich durch sein sehr günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Monsun V2 ist natürlich kein Anfängermodell, jedoch für den fortgeschrittenen Modellpiloten zu empfehlen. ■
Manfred Dittmayer
Fotos: Harry Bingl,
Clemens Strausky,
Steffen Knecht und
Manfred Dittmayer

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