Plötzlich im letzten Sommer – warum Rüebli essen nicht reicht!
Ein Lieblingsspruch meiner Mutter aus Kindertagen, wenn ich mal wieder das Gemüse verschmähte: Iss Rüebli, oder hast du schon einmal einen Hasen mit Brille gesehen? Mutters Sentenz – halb witzig, halb ernst gemeint – hinterliess unterschwellig in mir die Überzeugung: Ich sehe gut, esse ich doch Rüebli!
Klaus, ein alter Fliegerkollege, wir kennen uns seit vielen Jahrzehnten – wirft meinen Hotliner in die Luft. Ich steuere den Pro Limit im 70°-Winkel himmelwärts, nehme nach 70 m, nicht etwa wie früher nach 250–300 m das Gas raus und beginne zu kreisen. Nach einiger Zeit, Klaus steht rechts hinter mir, raunt er: «Sag mal, was steuerst du da, siehst du nicht richtig?» Ich bin wie vom Donner gerührt, begreife aber
sofort, mein Co-Pilot hat ins Schwarze getroffen. Noch während der Hotty Bahnen zieht, wenden sich meine Gedanken Vergangenen zu: Erfüllte es mich nicht stets mit Stolz, meine Modelle – oft gegen den Rat der Fliegerkollegen – weit weg, in grosser Höhe mit hoher visueller Sicherheit steuern zu können? Warum liess ich in den vergangenen zwei Jahren meine grosse Pitts unter fadenscheinigen Begründungen – zu windig, zu kalt – zu Hause? Hatte nicht Else, Ehefrau und nervensägnder Gesundheitscoach mit ihrem Gespür für Reales, ähnliche Vermutungen geäussert, als wir nächtlings Auto fahrend aus dem Urlaub kamen? Damals wischte ich Vermutungen bezüglich einer Sehkraftminderung vehement zur Seite. Jetzt aber dämmert in mir die Erkenntnis, da ist was dran.
Zu Hause angekommen, mache ich Else zarte Andeutungen
über den Vorfall, als diese schon lospoltert: «Sage ich dir nicht schon seit Wochen, du musst zum Augenarzt?!»
Am kommenden Morgen greift mein Goldstück zum Telefon, vereinbart einen Termin bei Frau Dr. K., einer befreundeten Augenärztin. Die Dinge nehmen ihren Lauf. Natürlich übertrifft die Untersuchung meine Befürchtungen; die Linsen meiner Augen sind getrübt, zusätzlich bestehen unliebsame Ablagerungen auf der Netzhaut. Frau Doktors Empfehlung: «Operation!». Die anstehenden Eingriffe sind diffizil, ärztliche Qualifikation gefordert. Die vorherigen Untersuchungen werden vollumfänglich bestätigt, beide Augen sind im Versatz von sechs Wochen nacheinander zu operieren.
Inzwischen habe ich alles über mich ergehen lassen und bin von einer Mischung aus Demut und Begeisterung erfüllt. Beim morgendlichen Frühstück stellt Else triumphierend fest, ich benötige keine Deckenbeleuchtung mehr. Die Lesebrille ist in ihrer Stärke halbiert. Autofahren seit Jahrzehnten nur mit Brille möglich, gelingt ohne Sehhilfe. Nun aber zum Wichtigsten – die Prüfung meines Sehvermögens anlässlich ausgiebiger Testflüge auf dem Vereinsplatz übertrifft meine höchsten Erwartungen. Ich benötige zwar eine Sonnen-, es besteht eine deutliche Lichtempfindlichkeit, nicht aber eine Fernbrille, in anderen Worten – mit Adlerblick lenke ich stressfrei meine Flieger – fast wie ein Junger!
Warum wende ich mich mit einem vermeintlich so persönlichen Problem an ein modellflugbegeistertes Publikum? Die Antwort: Liebe Freund*innen, viele von Euch dürfte es betreffen. Ihr wisst es nur nicht oder
verdrängt es! Lasse ich die letzten drei Jahrzehnte meines Fliegerlebens Revue passieren, fallen mir zahlreiche Vereinskollegen ein, die irgendwann unter Absingen wenig überzeugender Erklärungen aus der Fluggemeinschaft entschwanden. Aus heutiger Sicht hege ich den Verdacht, nicht selten wurde der eigentliche Grund, eine nachlassende Sehkraft, verkannt, nicht eingestanden. Vielleicht fehlte auch in Erman-gelung einer wachsam zupackenden Ehefrau die Entscheidungshilfe. Versteht diesen Artikel als Weckruf, lasst Eure Augen lieber einmal zu viel überprüfen, Rüebli essen ist keine Option!
Sehkraftverschlechterungen fallen oftmals erst verspätet auf. Sehr häufig handelt es sich hierbei um die altersbedingte Trübung der Linse, den Grauen Star. Symptome sind vor allem ein unscharfes Sehen, aber auch reduzierte Kontrastwahrnehmung und Blendempfindlichkeit, zum Beispiel beim nächtlichen Autofahren. Der Altersgipfel der Kataraktoperation in Deutschland liegt ca. beim 70. Lebensjahr. Im Prinzip bekommt jeder Mensch den Grauen Star, er muss nur alt genug werden. In den allermeisten Fällen verläuft die Operation sehr unkompliziert, ein klares Sehen ist danach wieder möglich. Nun ist aber nicht nur eine klare Linse für ein gutes Sehen massgeblich, sondern auch eine gesunde Netzhaut. Die oben beschriebenen Ablagerungen auf der Netzhaut werden in der Fachsprache als epiretinale Gliose bezeichnet und führen zur Verziehung der Netzhaut. Dadurch tritt ebenfalls eine Minderung der Sehschärfe auf, ausserdem wird die Umwelt verzerrt wahr-

genommen. Der Augenarzt bezeichnet dieses verzerrte Sehen als Metamorphopsien; letztere können mit dem Amsler-Gitter-Test geprüft werden. Hierbei handelt es sich um ein kariertes Gittermuster – ähnlich wie der Schreibblock aus der Schule – mit einem Punkt in der Mitte. Zur Testung wird vom Patienten der Punkt in der Mitte fixiert; er sagt dann, ob ihm die Linien gerade oder wellig erscheinen. Der Test eignet sich zur Diagnostik von Erkrankungen der Makula, der Bereich, mit dem wir am schärfsten sehen, und der Sehgrube in seiner Mitte. Den Test kann man sich aus dem Internet herunterladen und durchführen. Nun gibt es zahlreiche Erkrankungen, die die Makula beeinträchtigen können. Wenn die epiretinale Gliose ein bestimmtes Stadium erreicht hat, kann diese über eine minimalinvasive Operation, genannt Vitrektomie, entfernt werden. Wenn parallel dazu der Graue Star vorliegt, kann die Operation häufig kombiniert vorgenommen werden. Die häufigste Erkrankung der Makula ist die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Zur Früherkennung ist hier der Amsler-Gitter-Test hervorragend geeignet.

Die Selbstuntersuchung ersetzt nicht die regelmässige Untersuchung beim Augenarzt. Wurde eine Erkrankung der Makula bereits diagnostiziert, sollten regelmässige Selbstkontrollen mit dem Amsler-Gitter-Test durchgeführt und dokumentiert werden. Generell wird Ihr behandelnder Augenarzt je nach Ausprägung des Krankheitsbildes die Kontrollintervalle festlegen. Auch bei gesunden Augen empfehlen wir eine augenärztliche Kontrolle alle ein bis zwei Jahre.
Sie fliegen wieder mit Adleraugen, alles fest im Blick dank augenärztlicher Kunst.


DIE PC-21-STORY

Neuigkeiten von HEBU

WEISCH, WASI MEINE? 125 JAHRE AERO CLUB DER SCHWEIZ

ATOM, DER NEUE DOPPELDECKER VON CPLR

STOLZ UND GUTE IDEEN

HORIZON HOBBY/LEMACO NEWS:MICRO OV-10 BRONCO 645 MM VON E-FLITE

52. COUPE DES ALPES 2026

EURO CONTEST GLIDER ACRO TOUR ÖSTERREICH 2026

EINBLICKE IN DIE WASSERFLUGGESCHICHTE

EUROPAMEISTERSCHAFTEN F3A IN ST-MACAIRE, FRANKREICH

STADTPARTNERSCHAFT

VON DER JUGEND FÜR DIE JUGEND

TEAMMANAGER «THIS» BOSSHARD

WILLKOMMEN, NEUES MITGLIED!

Neuigkeiten bei Leomotion.com

FERIENPLAUSCH 2026 BEI DER MG USTER

KLEINE VORBILDÄHNLICHE SEGLER

FREIFLUG IM HOCHSOMMER

CORSAIR F4U – EIN WARBIRD MIT EINPRÄGSAMER OPTIK

34. ALPINES MODELLFLUGLAGER HAHNENMOOS

SCHNUPPERTAG BEIM MFV WETTINGEN

COUPE DES ALPES – BEOBACHTEN UND LERNEN

REGION NOS – EIN ZENTRUM DES ELEKTROFLUGS

VON 0 AUF 100

NEUIGKEITEN VON HEBU

ERINNERUNGEN

WEISCH, WAS I MEINE? IM LAND DES LÄCHELNS
