Editorial

Nonprofit but management

von Emil Ch. Giezendanner
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Liebe Leserin, lieber Leser

Dieser Leitsatz aus den späteren 90er-Jahren stammt vom Institut für Verbands-, Stiftungs- und Genossenschaftsmanagement (VMI) der Universität Freiburg CH. Damals wurde gemunkelt, die Professoren hätten sich diesen Slogan sogar auf ihre Unterhosen aufgenäht. Anfänglich hatte mich diese an und für sich klare Aussage, ganz besonders aus der Optik unserer Modellfluggruppen, etwas irritiert. Nicht gewinnorientierte Organisationen, ich denke, Vereine, Stiftungen oder auch IG leben nach meinem Verständnis vom Idealismus, von der Freude, etwas gemeinsam unternehmen und bewirken zu können. Voraussetzungen dafür sind gleiche oder ähnliche Interessen und zum Beispiel die Chance, zusammen ein Fluggelände zu betreiben oder einen Anlass zu organisieren. Nicht vergessen wollen wir hier die mit viel Engagement und Know-how geleistete Basisarbeit in der Jugendförderung. Die Modellflugvereine leisten damit einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Erziehung sowie Bildung und sozialen Entwicklung der Schweizer Jugend.

Das Vereinswesen – nicht nur im Modellflug – hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Nach dem Krieg mussten die Modellfluggruppen meistens sehr bescheiden existieren, nicht umsonst wurden sie damals von der schweizerischen Stiftung Pro Aero finanziell und mit der Abgabe der legendären Werkzeugkästen nach Kräften unterstützt. Heute stehen unsere Modellflugvereine wirtschaftlich sehr viel besser da und die Verbände haben teilweise ansehnliche Vermögen angehäuft. Das hat sich leider auf Kameradschaft und Idealismus nicht nur positiv ausgewirkt. Gerade der Umgang mit Geld führt immer wieder zu heissen Diskussionen. Auch die wichtige «soziale Funktion» ist oft schneller verdunstet als der Treibstoff schöner Jets. Einige unserer Mitglieder sind nur an ihrem eigenen Tun interessiert und verschwinden nach ihrem Flug ebenso schnell, wie sie gekommen sind. Mit viel Glück ist dabei noch ein Grüezi und Tschau zu vernehmen. Dies alles möchte ich nicht verallgemeinern. Trotzdem dürfen wir an solchen Entwicklungen – sie sind zum Glück (noch) in der Minderheit – nicht einfach vorbeisehen, wenn wir nicht riskieren wollen, dass unsere stolzen Modellflugvereine zu blossen Beteiligungsgesellschaften verkümmern. Fertige Rezepte, wie wir Modellfluggruppen/-vereine in die Zukunft hinüberretten können, kenne ich leider nicht. Ich werde aber in meinem nächsten Editorial versuchen, ein paar bewährte Tipps zu geben – eben, «Nonprofit but management». Bis dahin wünsche ich allen aktiven und zugewandten Modellfliegerinnen und Modellfliegern viel Freude und Erfüllung bei ihrem Einsatz für ein ganz tolles Hobby!

Vielen Dank und kollegiale Grüsse Emil Ch. Giezendanner



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