Drohnengesetz – nein danke!
Liebe Leserin, lieber Leser
Fehler passieren erstens, weil kein Mensch fehlerfrei ist, und zweitens, weil der Reiz, unsere Grenzen – unter und über den Wolken – auszuloten, ganz besonders in der Luftfahrt gross ist. Diese Tatsache ist bekanntlich uralt und spätestens seit der Geschichte mit Ikarus sozusagen in unser kollektives Unterbewusstsein geschrieben. Das überbordende Sicherheitsdenken in Gesellschaft und Politik führt dazu, dass aus jedem Fehler ein Sicherheitsproblem gemacht wird und alsbald der Ruf nach dem Staat für ein neues Gesetz ertönt. Selbst wenn unsere Luftfahrtsbehörde BAZL den Einsatz von FPV-Modellflugzeugen (Drohne ist ein ziemlich dilettantischer Begriff) mit einfachsten und kürzesten Ergänzungen der VLK klar geregelt hat, scheint das unseren Zwangsneurotikern noch immer nicht zu genügen. Schon sehen sie dunkle Wolken ganzer Schwärme von Nurflüglern und Microcoptern auf sich zukommen. Dies nur als aktuelles Beispiel. Da-
zu kommt in der Luftfahrt eine neue Masche, indem diese oder jene Organisation oder Person für bestimmte Bereiche verantwortlich gemacht wird oder sicherzustellen hat, dass dies oder jenes nicht passieren soll usw. Abschieben von Verantwortung ist heute an der Tagesordnung. Nur, mit einer allfälligen Klärung der Schuldfrage hat dies wenig zu tun. So wenig wie die Polizei verhindern kann, dass einer zu schnell fährt und einen Unfall baut, können unsere Modellfluggruppen Fehler und Misstritte ihrer Mitglieder verhindern. Ein Verein muss zwingend seine Mitglieder über Gefahren informieren und auch für Disziplin auf seinem Gelände sorgen. Alles andere beruht auf der Eigenverantwortung jedes einzelnen Modellfliegers – ganz egal, wer wem die Verantwortung zuschiebt. Neue Technologien sollen neue Regelungen nach sich ziehen, heisst es. Einverstanden! Da aber neue Technologien alte ablösen oder ersetzen, müssen die
alten Gesetze, welche auf den alten Technologien beruhen, logischerweise gestrichen werden. Die zunehmende Regeldichte ist schädlich für neue technische Entwicklungen. Dagegen hilft auch ein sogenannter Innovationspark auf dem Flugplatz Dübendorf nichts. Das Jahr 2012 beschert uns schweizweit hundert neue Gesetze. Bitte lernt diese alle auswendig – oder lässt euch nicht erwischen!
Mit freundlichen Grüssen
Emil Ch. Giezendanner

Die auf dieser Seite durch den Redaktor – sowie andere Autoren dieses Heftes – zum Ausdruck gebrachten Meinungen decken sich nicht zwingend mit der Verbandsmeinung des SMV. Offizielle Verbandsmitteilungen findet der Leser in der Rubrik «SMV».

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