Editorial

Nichts gegen den olympischen Gedanken – aber ...

von Emil Ch. Giezendanner
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Liebe Leserin, lieber Leser

Nahezu jedes Jahr werden – oder aktueller «wurden» – in unserem internationalen Luftsportverband FAI neue Modellflug-Weltmeisterschaftskategorien geschaffen. Im Moment hat allerdings die Plenarversammlung der CIAM ein vierjähriges Moratorium beschlossen. Moratorien sind meistens Ausdruck von Ratlosigkeit, von Mangel an Entscheidungsfähigkeit auch. Die Mehrheit der Länder sei schon jetzt nicht mehr in der Lage, all die WM- und EM-Teilnahmen ihrer zunehmend grossen Anzahl an Mannschaften finanzieren zu können. Sicher ist, dass die FAI den technischen Fortschritt und die damit einhergehende Entstehung neuer Modellflug-Wettbewerbsklassen nicht wird verhindern können. Organisationen ausserhalb der FAI werden noch so gerne in die Lücke springen. Schon jetzt bestehen zahlreiche Kategorien, die sich – wohl aus ganz verschiedenen Motiven – nicht unter den Schirm der FAI begeben wollen.

Interessant an der Sache ist übrigens, dass die Teilnehmenden der Nicht-FAI-Events selten oder gar nicht von ihren nationalen Verbänden finanziell unterstützt werden – sie nehmen trotzdem teil und dies sind nicht wenige.

Bei uns werden die Mannschaftsmitglieder, Helfer und auch der Mannschaftsleiter über unseren Schweizerischen Verband aus meiner Sicht finanziell recht grosszügig unterstützt, falls sie sich regulär selektioniert haben – dies jedoch unabhängig von Leistungsstand und -bereitschaft. In einigen Klassen unseres Landes bestehen leider sehr schmale Spitzen und teilweise auch eher bescheidene Leistungsdichten. Dies soll auf keinen Fall heissen, dass nicht in allen Klassen unsere Piloten an WM teilnehmen dürfen. Dies wäre schon aus Gründen der Nachwuchsbildung und des Sammeln von Erfahrungen der falsche Weg. Vielmehr müsste die Höhe der finanziellen Unterstützung in Relation zu

gezeigten Leistungen auf dem internationalen Parkett erfolgen. So könnte zum Beispiel ein selektioniertes Teammitglied an offenen internationalen FAI-Meisterschaften oder World Cup Events Punkte sammeln. Wer mehr Punkte auf seinem Konto hat, wird höher entschädigt, wer weniger hat, entsprechend weniger bis gar nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir längerfristig unsere WM-Teams nach dem Giesskannenprinzip finanzieren können; denn dies wäre das Gegenteil von Sport- und Nachwuchsförderung. Nichts gegen den olympischen Gedanken, aber persönliche Leistung und Umfang der finanziellen Unterstützung müssen dringend in einen sinnvollen und sportlich fairen Zusammenhang gebracht werden.

Mit freundlichen Grüssen
Emil Ch. Giezendanner


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Die auf dieser Seite durch den Redaktor – sowie andere Autoren dieses Heftes – zum Ausdruck gebrachten Meinungen decken sich nicht zwingend mit der Verbandsmeinung des SMV. Offizielle Verbandsmitteilungen findet der Leser in der Rubrik «SMV».



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