SMV / FSAM

Jahresbericht des SMV-Präsidenten

von Adrian Eggenberger
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Mein erstes Jahr als SMV-Präsident ist schon bald Geschichte. Es bleiben viele Erinnerungen an schöne Erlebnisse auf dem Flugfeld, beim gemeinsamen Organisieren von Anlässen sowie unzähligen konstruktiven Sitzungen und Verhandlungen. Dabei darf ich mit Stolz feststellen, dass unser Verband solide aufgestellt ist, dass gut zusammengearbeitet wird und dass auf allen Stufen enorm viel geleistet wird. Ganz besonders freut es mich, wenn ich in offizieller oder auch rein fliegerischer Mission als Gast auf einem Modellflugplatz fliegen darf und mitbekomme, mit wieviel Herzblut und Begeisterung unser schönes Hobby betrieben wird. Dies ist doch der eigentliche Kern unserer Freizeitbeschäftigung: gemeinsam aktiv sein und dabei Freude erleben. Dies zu ermöglichen, zu sichern und zu entwickeln ist meine Motivation und die meiner Vorstandskollegen sowie auch aller Chargenträger in den Vereinen, den Regionalverbänden und dem Dachverband. In diesem Jahresbericht verzichte ich auf eine Auflistung der Errungenschaften im letzten Verbandsjahr und verweise dazu gerne auf die nachfolgenden Berichte der Ressorts, der Regionalverbände und Fachkommissionen sowie unsere laufenden Publikationen im Modellflugsport und auf www.modellflug.ch. Ein paar Highlights und strategische Projekte, bei denen ressort- und stufenübergreifend gearbeitet wurde, möchte ich dennoch erwähnen.

Kurz nach der Delegiertenversammlung im April hat der teilweise neubesetzte SMV- Vorstand einen eintägigen Workshop durchgeführt, um die Zusammenarbeit aufzugleisen und die Schwerpunkte festzulegen. Die Rollenteilung und die Zusammenarbeit mit den Regionalverbänden waren dabei ein stets wiederkehrendes Thema. Sowohl bei der Nachwuchsförderung als auch beim Sport, der Kommunikation, bei der Infrastruktur und Sicherheit gibt es Aufgaben, welche prinzipiell zentral durch den SMV realisiert werden müssen. Dazu gibt es aber auch eine ganze Reihe von Aufgaben, welche vor Ort durch die Regionalverbände und die Vereine ausgeführt werden müssen. Diese Rollenteilung findet aus Kenntnis- und Ressourcengründen nur teilweise statt und soll nun laufend verbessert werden. Dazu wurde an den Treffen zwischen dem SMV-Vorstand und den Regionalverbänden, dem Ausbildungstag bei B'VM Anfang November in Bern sowie der SMV-Präsidentenkonferenz im November intensiv diskutiert und modelliert. Wir sind auf einem guten Weg.

Die künftige Modellfluggesetzgebung betrifft uns alle und hat den SMV-Vorstand im Jahr 2017 stark beschäftigt. Auch hier wird regelmässig auf der SMV-Website über den Stand informiert. Der überarbeitete Regulierungsentwurf der EASA (NPA 2017-05) wurde im Sommer 2017 durch eine Arbeitsgruppe des SMV mithilfe des AeCS Ressort Internationales analysiert und dann gegenüber der EASA kommentiert. Diese Version enthielt gegenüber den Vorgängerversionen bereits deutliche Verbesserungen, aber immer noch mehrere heikle Punkte wie zum Beispiel Alters- und Höhenlimiten. Es fanden mehrere Treffen mit dem BAZL statt, um die Haltung des BAZL zu ergründen und die Aktivitäten abzustimmen. Erfreulicherweise ist das BAZL der Meinung, dass gegenüber der heutigen Schweizer Gesetzgebung keine Änderungen angezeigt sind. Dies vor allem weil die Erfahrungen mit den Modellfliegern sehr gut sind. Für den Fall, dass der EASA-Entwurf nicht deutlich verbessert werden kann, haben wir die Zusage, dass das BAZL mit uns eine pragmatische Schweizer Lösung erarbeiten würde. Dies hat der Direktor des BAZL auf unseren Wunsch in einer offiziellen Stellungnahme kommuniziert. Egal, was 2018 aus Brüssel auf uns zukommt – diese Stellungnahme ist für den Modellflug in der Schweiz äusserst wertvoll. Um unseren Anliegen gegenüber der EASA mehr Gewicht zu verleihen, fanden auch Treffen mit den Modellflugverbänden der benachbarten Länder statt und der SMV beteiligte sich an der neugegründeten EMFU (European Model Flying Union). Als Folge der vielen Kommentare und Interventionen wurde im Dezember unter anderem die Alterslimite gestrichen. Ende Jahr erfolgte zusammen mit dem DMFV (Deutscher Modellflieger-Verband) ein direktes Gespräch mit dem EASA-Projektteam in Köln. Bei diesem konnten wir der EASA die Problemstellung für den täglichen Modellflug aufzeigen und unsere Lösungsvorschläge präsentieren. Wir sind zuversichtlich, dass im Frühjahr 2018 nochmals eine Nachbesserung erfolgt, sind nun aber bereits dran, die potenzielle Umsetzung in die Schweizerische Gesetzgebung mit dem BAZL zu diskutieren. Es ist davon auszugehen, dass wir den heutigen Stand für den Modellflug in der Schweiz mit ein paar wenigen Abstrichen administrativer Natur sichern können, dafür aber nochmals einen Riesenaufwand treiben müssen. Ohne das ausgezeichnete Teamwork über verschiedene Stufen, die guten Beziehungen des SMV und des AeCS zum BAZL wie auch zu den umliegenden Landesverbänden ginge das aber definitiv nicht.

Das Projekt FLARM für Modellflugplätze, auch Ground FLARM genannt, ist zwar nicht neu, zeigt aber schön, wie gut alle Stufen zusammenarbeiten. 2017 konnte die zweite Tranche von 20 Geräten an die Vereine ausgeliefert werden. Bei der Information und Vernetzung mit den Vereinen haben die Regionalverbände sehr engagiert mit dem Ressort Infrastruktur des SMV zusammengearbeitet. Bei der Finanzierung waren wir erneut auf die Kenntnisse, die Mitarbeit und das Netzwerk des AeCS-Zentralsekretariats angewiesen, denn dieses Sicherheitsprojekt war nur dank der Unterstützung durch das BAZL möglich.

Der im Februar von der Arbeitsgruppe Sicherheit und dem Ressort Infrastruktur durchgeführte Ausbildungsanlass zu den Themen Unfallvermeidung und Öffentlichkeitsarbeit war mit über 60 Teilnehmern ein schöner Erfolg. Es ist das Ziel des SMV, mehr Ausbildung anzubieten, einerseits direkt und zentral, aber auch indirekt und dezentral zusammen mit den Regionalverbänden. Das Beispiel des erwähnten Ausbildungsanlasses lässt sich auch auf die Nachwuchsförderung, den Sport, die Kommunikation sowie andere Bereiche übertragen, und dies werden wir auch tun. Wichtig ist, dass Plattformen für den Austausch und die Ausbildung geschaffen werden. In unserem Verband ist enorm viel Know-how vorhanden; die Kunst ist nun, diese Experten in unseren Reihen und die vielen vorbildlichen Beispiele, wie unsere Vereine die Problemstellungen anpacken, zu nutzen und damit die Wirkung zu multiplizieren. Bei den Bereichen, wo wir selber zu wenig Know-how haben, besteht ein gutes Netzwerk zu externen Experten, und das nicht nur bei den Themen rund um die Sicherung und Errichtung von Modellflugplätzen. Wenn wir die Ausbildung und den Austausch intensivieren, wird es auch einfacher, Nachwuchs für Vereins- und Verbandstätigkeiten zu finden und zu fördern.

Eine wirksame Vervielfachung des Know-hows benötigt aber auch Kapazität. Auf vielen Stufen stossen wir an die Grenzen der Ehrenamtlichkeit und müssen uns mit externen Ressourcen verstärken und auch Leistungen einkaufen. Dank der finanziellen Reserven konnten wir bisher solche externen Leistungen selber finanzieren, in naher Zukunft wird sich dies aber auf die Mitgliederbeiträge auf SMV- oder Regionalverbandsebene auswirken.

Zum Schluss noch etwas Selbstlob: Wir dürfen stolz sein, dass wir eine grosse Anzahl international sehr erfolgreicher Sportler in unseren Reihen haben. Es tauchen auch immer wieder neue und junge Talente auf, die gefördert werden. Finanziell ist der SMV durch seine Budgetierung mit Augenmass sowie einem praxisorientierten Controlling gut aufgestellt und verfügt auch über entsprechende Rückstellungen für Sonderfälle. Und last but not least, unser Internetauftritt wie auch das Modellflugsport-Magazin sind lebendig und aktuell; darüber hinaus bewirtschaftet unser Kommunikationschef auch die ganz modernen Medien.

Herzlichen Dank allen, die zum erfolgreichen Verbandsjahr beigetragen haben. Ich wünsche viel Spass beim Lesen des SMV-Jahresberichtes und freue mich auf ein gutes 2018 mit euch,

Adrian Eggenberger




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