Meine Erfahrungen
Vor gut einem Jahr lernte ich das Produkt des Innovator-Elektro-Helikopters von Thunder Tiger kennen, und zwar am ersten Innovator Day 2009 (siehe Bericht im MFS). Der herzliche Kontakt, den ich dabei zum Speed-Model-Team mit Stefan Raiser an der Spitze aufbauen konnte, lässt mich nicht mehr los.
Nach den Berichten zum MD 530 und dem Innovatorday 2009/2010 folgt als Abschluss etwas zu meinen Erfahrungen mit dem «Highlight» dieses Produktes, dem Innovator EXPERT. Dabei habe ich versucht, den Unterschied zum MD 530 zu erkennen und das Verhalten für «meinen» Flugstil zu testen. Der geht nicht über einfachere F3C-Figuren hinaus. Ich bin nicht im Geringsten in der Lage, bei 3D mitzuhalten. Bereits im Mai durfte ich einen EXPERT von SpeedModels übernehmen. Es kam weiter dazu, dass ich mit dem ersten Modell einen Problemfall oder, wie man sagt, ein «Freitags- oder Montagsprodukt» übernommen haben muss. So erlebte ich bei meinen ersten Flügen ein, zwei «Taucher», die ich nicht nachvollziehen konnte und die mich verunsicherten. Am 2. Inno-Day auf dem Degelsberg in Ibach SZ nutzte ich die Gelegenheit, mit den Spezialisten die Sache zu klären. Jörk Henneck von Thunder Tiger Europe war wieder persönlich anwesend und man stellte mir nach kurzer Analyse unverzüglich ein anderes Modell zur Verfügung. Also auch schwarze Schafe gibts beim Innovator, aber der Support und die Unterstützung von SpeedModels habe ich als sehr positiv, kulant und grosszügig erlebt. Mit dem Austauschmodell erhielt ich den neuen Sendertypen «Sky-Master», hatte mir inzwischen ein Pult beschafft, da ich der typische «Pultflieger» bin, und war damit neu motiviert. Nach einer erneuten Landung im aufkommenden Maisfeld bei unserem Modellflugplatz ging es dann endlich bergauf. Der Verdacht und die Unsicherheit, dass das Übertragungsverfahren iFHSS 2,4 GHz Aussetzer haben könnte, begleiteten mich weiterhin. Ich kann diese Frage auch beim Abschluss dieses Berichtes nicht beantworten.
Also legte ich mit dem Testen des EXPERT los, und zwar wollte ich sein Verhalten von den Holz- zu den Carbon-Blättern für typische F3C-Einstellwerte testen. Vorerst wollte ich das Flugverhalten mit einem der vorhandenen Setups prüfen, wählte dazu den Set «50 Swiss Expert Holz_outdoor. csv» aus der vorhandenen Datenbank, das beim Nachmessen folgende Pitchwerte ergab für Flugphase 0 und Flugphase 1, Flugmodus = F3C:
| Schalterposition | Funktion 0 | Funktion 1 |
| Pitch Min. | –4 Grad | –10 Grad |
| Pitch-Mitte | +1 Grad | +/-0 Grad |
| Pitch-Max. | +9 Grad | +10 Grad |
| Drehzahl | 2200 U/Min. | 2700 U/Min. |
Die in dieser Tabelle enthaltenen Werte für die Pitchkurve habe ich nachgemessen, da man solche Angaben in keinem Beschrieb zum Innovator findet (jedenfalls bisher). Es gibt eine Vielzahl von Setups, die auf der Innovator-Home-Page von SpeedModels unter «Downloads» runtergeladen werden können (*http://www.innovator-rc.ch/frameset.htm*). Ich habe


deshalb alle in einer Datei auf meinem Laptop angelegt und dann einen mir passenden genommen und meine Werte bezüglich Pitch und Drehzahl anders programmiert, angepasst und abgespeichert. Die zugehörigen Kurven stimmen also mit den vorhandenen Setups überein und Interessierte können das selbst auf ihrem PC nachvollziehen: viel Spass dabei. Die übrigen Einstellungen und Ausschläge habe ich für den ersten Flug belassen und nur nachkorrigiert, wenn ich mit demselben Setup weitere Testflüge vorgenommen habe.
Als Unterschied zum MD 530 fallen sofort die höheren Drehzahlen auf, die in den Setups des EXPERT zu finden sind. Die einfachere «Verkleidung» und die spürbar höhere Leistung, wie das in den Beschreibungen zu den einzelnen Modellen steht.
Als Nächstes habe ich mir daraus meinen F3C-Setup für Holzblätter zusammengestellt mit folgenden Werten («50 Swiss Expert Holz_Hew.csv»):
| Schalterposition | Funktion 0 | Funktion 1 |
| Pitch Min. | –4 Grad | –10 Grad |
| Pitch-Mitte | +1 Grad | +/-0 Grad |
| Pitch-Max. | +9 Grad | +10 Grad |
| Drehzahl | 2200 U/Min. | 2850 U/Min. |
Das ergab folgende Pitchkurven für Flugphase 0 und Flugphase 1, Flugmodus = F3C:


Nachdem ich bisher mit den Flügen nicht sehr erfolgreich war, kann ich weder positive noch negative Aussagen machen zum Flugverhalten. Das sehr stabile Verhalten beim Schweben, aber auch das agile Verhalten und der Power, der in diesem Modell steckt, beeindruckten mich von Beginn weg. Vorsicht liess ich bei den Drehzahlen walten und blieb unter 3000 U/Min. Das waren die wesentlichen Testteile bis zum 2. Inno-Day10.
Ab dem 10. Juli stand mir, wie erwähnt, ein anderes Modell mit dem «SkyMaster»-Sender, eingestellt auf Mode 1, Pitch ziehen, wie das zu meiner Grundeinstellung gehört, zur Verfügung. Ich habe für den nächsten Flug wieder meinen Setup («50 Swiss Expert Holz_Hew.csv») geladen, die Holzblätter montiert, musste den Spurlauf an einem Blatt 2 Umdrehungen korrigieren und los gings! Also erneuter Beweis, RTF; «aus der Schachtel nehmen, passenden Setup laden (oder laden lassen beim Fachhändler) und fliegen!». Grundsätzlich ist immer ein Setup einprogrammiert. Mit dem Flugverhalten und den Holzblättern hatte ich mit diesem Setup Mühe, meinen F3C-Flugstil zu pflegen, vor allem beim Rundflug stellte ich häufiges «Unterschneiden» fest. Also auf in den Bastelraum oder ins Büro und anders programmieren. Dieser kleine E-Heli hat ja Platz auf dem Pult oder Stubentisch und lässt sich auch dort über den PC einfach programmieren. Dieser Teil gefällt mir wirklich am Innovator, auf der Bildschirmoberfläche lässt sich alles darstellen, einstellen und im Modell einspeichern
(ein Muss!) sowie auf der Harddisk als Sicherung ablegen. Dazu muss man sich den PC etwas organisieren, wie sich heute vor allem die jungen Modellflieger gewohnt sind.
Nächstes Setup, den ich für die Holzblätter eingesetzt habe, war der «11_EXPERT Holz outdoor.csv» und ich habe daraus den «11_EXPERT Holz outdoor_Hew.csv» gemacht mit folgenden Einstellungen im Flugmode 0:
| Schalterposition | Funktion 0 | Funktion 1 |
| Pitch Min. | –3 Grad | –8 Grad |
| Pitch-Mitte | +4 Grad | +/-0 Grad |
| Pitch-Max. | +9 Grad | +8 Grad |
| Drehzahl | 2300 U/Min. | 2700 U/Min. |
Für den Flugmode 1 habe ich die bestehenden Einstellungen belassen und den Flugmodus wieder auf F3C gesetzt. Mein Hintergedanke lag darin, Fortschritte im Rückenflug zu wagen, denn auch ich möchte diesbezüglich noch etwas zulegen.
Damit ergaben sich folgende grafischen Pitchkurven:

Die Erprobung auf dem Flugfeld ergab für mich ein exzellentes Verhalten im Schwebeflug. Als ich dann zu einem kleinen Rundflug ansetzte über das Maisfeld hinweg, das leider angrenzend an unser Flugfeld heranwuchs, verlor ich den

Innovator erneut! Zum Glück konnte ich ihn sehr rasch auffinden, leider klemmte jetzt der Akku derart im Gehäuse, dass ich ihn nur mit grossem Aufwand entfernen konnte. Das war für mich sehr ungewohnt. Die Elektronik hatte inzwischen bereits abgeschaltet und so weiteren Schaden vermieden. Nach einer ausgiebigen Kontrolle am Modell konnte ich keine weiteren Defekte ausmachen. In einem solchen Fall kommt dann die Kalibrierung des Modells (unter Systemeinstellungen in der SW des Innovators zu finden) zum Zuge und los gehts mit weiteren Flügen. Genau so hab ich das ausgeführt.
Nun wollte ich das Verhalten des EXPERT beim Einsatz mit den Carbon-Blättern kennenlernen. Dazu habe ich den Setup, «60_EXPERT F3C Carbon scharf_Hew.csv» aufbereitet und beide Flugzustände angepasst. Auch den Flugmodus habe ich von 3D auf F3C zurückgenommen, bin jetzt auf über 3000 U/Min. gegangen, nämlich auf 3600 statt der 3800 U/Min. im «Muster»-Setup:
| Schalterposition | Funktion 0 | Funktion 1 |
| Pitch Min. | –5 Grad | –5 Grad |
| Pitch-Mitte | +4,5 Grad | +2,5 Grad |
| Pitch-Max. | +9 Grad | +10,5 Grad |
| Drehzahl | 2600 U/Min. | 3600 U/Min. |


Mit diesem Setup und den Carbon-Blättern liess sich der EXPERT durch alle meine Figuren steuern, sowohl im Schweben wie im Rundflug machte es Spass, das kleine «Teil» durch» die Luft zu jagen! Was noch einige Einstellungen und Flüge brauchen würde, sind die schnellen Pirouetten. Sowohl beim Schweben als auch im Marschflug einen 540-Grad-
Turn hinzukriegen, liess sich trotz massiver Zurücknahme des Kreisels nicht befriedigend ausführen.

Was mir am 6.11.2010 leider nochmals bei einem Rundflug passiert ist, ist der Verlust des Modells auf Distanz. Es gab eine Phase, wo ich das Gefühl hatte, das Modell fliege mit mir, nicht ich das Modell! Es ist mir trotzdem gelungen, die Kontrolle wieder zu erlangen, den EXPERT im näheren Umkreis kontrolliert zu fliegen und wieder zu landen.
Ich darf festhalten, dass der Innovator von A bis Z hält was er verspricht. SpeedModels konnte kürzlich den 1000. Verkauf vermelden! Das völlig neue Konzept eines Modellhelikopters mit Logik und Intelligenz im Modell und nicht im Sender ist überzeugend. Auspacken, minimale Einstellungen und das «Ding» fliegt. Es sind für jeden Flugstil erste Setups vorhanden. Das Programmieren am PC macht Spass und jedes Mal aufs Flugfeld muss man ihn nicht mitnehmen, den PC natürlich. Gleich wie bei anderen Modellen gilt es, die grundlegenden Einstellungen im Hobbyraum vorzunehmen. Feinabstimmungen müssen ja nicht zwingend auf dem Feld gemacht werden. Einstellen und anpassen muss man auch den Innovator und kann sich dann Schritt für Schritt an die Technik eines Modellhelikopters heranarbeiten. Das bietet der Innovator mit dem MD 530 als Einsteiger bis hin zum EXPERT für den «Powerflieger» alles. Wer also ein Einsteigermodell im Helikopterbereich sucht, deren gibts mittlerweile viele, der findet im Innovator, was er sucht. Nach den Preisanpassungen Anfang Jahr sogar zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für die kommende Wintersaison ein ideales Modell für die Halle. Das Hallenfliegen hat ja an grosser Beliebtheit gewonnen. Die 450er-Heli sind für mich typische Hallen- und Indoormodelle. Auf grössere Distanz und bei Wind ist das Fliegen im Freien aus meiner Sicht zu anspruchsvoll, dazu verwende ich klar eines meiner grossen F3C- Heli-Modelle. Zusammenfassend darf ich festhalten, dass mit dem Innovator ein neues Zeitalter in der Modellhelikoptertechnik eingeläutet wurde. Ob Schaum-, Holz- oder Carbon-Blätter, auch das ist dem Käufer frei überlassen, im Sortiment berücksichtigt und kann dem Stand des Modellfliegers entsprechend eingesetzt werden.
Halte dich an deinen Fachhändler oder suche und erkundige dich im Internet über das Neuste zum Innovator:
http://www.innovator-rc.ch/
Viel Spass beim Einstellen und Fliegen mit dem Innovator.
*Walter Heller,
MFV Rapperswil-Jona*

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