Elektrojets over Dübendorf 2013
Erneut startete die IGEJS (Interessengemeinschaft Electric Jets Switzerland) die Impellersaison 2013 auf dem Militärflugplatz in Dübendorf. Zum diesjährigen Freundschaftsfliegen waren 25 Piloten angereist. Davon kam einer sogar aus den USA, genauer aus Denver im Bundesstaat Colorado.
Diese Wetterregel traf auch am 28. April zu. Das Meeting startete noch im trüben Regen. Genau um 9.30 Uhr endete dieser dann wie auf Bestellung. Wie gewohnt konnte um 10 Uhr bei schwachem Wind pünktlich mit dem Flugbetrieb gestartet werden. Zu Beginn zeigte sich der Himmel noch von seiner düstern Seite. Doch bald kämpften sich erste kecke Sonnenstrahlen durch die dichte Wolkendecke. In einer eher homöopathischen Dosis erhellten sie dabei den Platz gerade so stark, dass die Piloten beim Fliegen nicht geblendet wurden.
Die graue Venom lässt auf den ersten Blick eine solide GFK-Konstruktion vermuten. Und die Lockheed P-80 Shooting Star erweckt sogar den Anschein einer sorgfältig polierten Haut aus hochlegiertem Aluminium. In Wirklichkeit sind beide Flugzeuge aus dem natürlich gewachsenen Rohstoff Holz gebaut. Damit die Zuschauer das Aussehen dennoch als sehr originalgetreu empfinden, wurden die Oberflächen sorgfältig mit der entsprechenden Folie überzogen und im Fall der P-80 noch zusätzlich lackiert. So konnten die positiven Eigenschaften dieses traditionellen Baumaterials wie geringes Gewicht, gute Bearbeitbarkeit und hohe Festigkeit erfolgreich genutzt werden, ohne dass daraus optische Nachteile entstanden sind.
Unter den meisten Piloten von Elektrojets sind die Impellerantriebe der deutschen Firma Schübler wohlbekannt. Auch in diesem Jahr erschien deren Firmenchef Daniel Schübler wieder persönlich am Jet-Meeting, um hier seine neusten Entwicklungen in modernster CFK-Technik vor dem versammelten Fachpublikum zu präsentieren. Doch damit noch nicht genug. Es gibt auch auf diesem Gebiet noch eine sehr umweltfreundliche und nachhaltige Alternative. Schon seit fast 20 Jahren baut Ueli Amacker seine Impeller-Triebwerke aus Holz statt des üblicherweise mit Kohlefasern

verstärkten Kunststoffes. So sind die gesamten Teile wie Mantel, Rotor und zugehörige Blätter vollständig aus diesem natürlichen Werkstoff gefertigt.
Damit die hölzernen Schaufeln bei den grossen im Betrieb auftretenden Fliehkräften nicht ihren angestammten Platz auf der Rotorwelle verlassen, wer-

| Massstab: | 1:6 |
| Spannweite: | 2,12 m |
| Länge: | 1,62 m |
| Gewicht: | 7,2 kg |
| Antrieb: | Impeller 120 mm Amacker; 10 Blatt Version mit Motor Leomotion L5038, 8 kg Schub auf Prüfstand Akku: 12S 6200 mAh |
| Kompletter Eigenbau nach eigenem Plan vollständig aus Holz |
den diese noch zusätzlich mit Fäden aus Kohlefasern an ihrem vorbestimmten Platz fixiert. Ueli rüstet inzwischen seine 120-mm-Triebwerke mit 10 statt nur 5 Rotorblättern aus. Diese Änderung führt sogar zu einer leichten Absenkung des Wirkungsgrades und einer geringfügigen Reduktion des Schubes. Dafür entsteht jetzt ein wunderbarer Ton. Dieser erinnert nun eher an ein gleichförmiges Rauschen anstelle des früheren, aggressiven Heultones. Das so erzeugte Geräuschspektrum nähert sich zudem stark dem charakteristischen Klang des Originaltriebwerkes und erfreut damit auch die Ohren der steuernden Piloten. An einem ruhigen Sonntagnachmittag schafft dieses leise Säuseln bestimmt auch etwas zusätzliche Sympathie bei den am Flug unbeteiligten Zuhörern. Diese speziellen Triebwerke sind übrigens auch bei den Impeller-Kameraden von Ueli sehr beliebt. So waren an diesem Anlass mindestens sieben Flugzeuge damit ausgerüstet.
In diesem Jahr hielt sich das Wetter im weiteren Tagesverlauf brav an die vorgängigen Prognosen. So blieb auch der ganze Nachmittag trocken. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr wehte nur ein sanftes Lüftchen über die Piste. Auf dem grossen Platz ergaben sich damit noch zahlreiche weitere Gelegenheiten für freies Fliegen. Entgegen den ursprünglichen Befürchtungen einiger Piloten zeigte sich nun der eigenwillige April doch noch von seiner wirklich sympathischen Seite. Zum Abschluss noch einen Dank im Namen aller Teilnehmer an den Organisator Nello Nero und seine Helfer aus der MG Dübendorf für die sorgfältige Vorbereitung und gut gelungene Durchführung des diesjährigen Jet-Meetings. Viele weitere Fotos von der Veranstaltung befinden sich im Internet unter [www.telesys.ch](http://www.telesys.ch) oder [www.igejs.ch](http://www.igejs.ch).
Bild und Text:
Hermann Mettler

| Spannweite: | 1,82 m |
| Länge: | 1,62 m |
| Gewicht: | 4,6 kg |
| Antrieb: | Impeller 120 mm Amacker; 5-Blatt-Version mit Motor Plettenberg 370/30/A2s, 1,5 kW, Regler Schulze Akku: 10S 5000 mAh |
| Eigenbau Rumpf Holz, Tragflächen Styro-Balsa mit Oraco-verbügelbarer Chrom-Folie |


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