Ein FAI-Weltcup verdient seinen Namen
Gürbe-Cup: ein FAI-Weltcup in Mühlethurnen erfolgreich abgeschlossen. Das Gürbetal für zwei Tage Mittelpunkt der weltweiten Freiflug-Community.
Der MV Bern organisierte vom 27.–29. Oktober 2023 in Mühlethurnen im Gürbetal südlich von Bern einen FAI-Weltcup in den Kategorien F1ABC und F1Q. Ursprünglich waren 118 Starter angemeldet. Für die Organisation des Anlasses waren die bekannten Freiflieger-Familie Andrist und Freiflieger der MV Bern verantwortlich. Wettbewerbsleiter war der bekannte F1E-Flieger Andreas Tschanz aus Burgdorf vom MV Bern. Dominik Andrist wohnt selber in der Gemeinde Mühlethurnen. Damit das Gelände benutzt werden kann, musste Dominik Andrist 15 verschiedene Bauern begrüssen, um die Zustimmung zu erhalten. Dazu ist die Zustimmung der Gemeinde Mühlethurnen für den Anlass nötig.
Das Wettbewerbsgelände wird für Helikopter-Schulungsflüge mit tiefen Durchflügen und Aussenlandungen genutzt. Es wurde daher eine «Danger Zone» für diesen Luftraum beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) im Zeitraum des Anlasses angemeldet. Die Gefahr, dass Modellflugzeuge von oben in den Helikopterrotor angesogen werden, was zu einem Unfall führen könnte, war damit gebannt. Die beiden dominierenden Helikopterunternehmen, darunter die Schweizerische Rettungsflugwacht (Rega), wurden zusätzlich direkt kontaktiert.
Der Gürbe-Cup sah schlussendlich 95 Starter in den vier FAI-Kategorien. Die Teilnehmer stammten aus 15 Ländern. Die israelischen Teilnehmer konnten leider nicht kommen. Die grösste Startergruppe kam aus Frankreich, vor Deutschland, Holland und der Ukraine. Aus der Schweiz waren 8 Teilnehmende gemeldet. Ein Teilnehmer, Walt Ghio, kam aus den USA.
Das Wetter war bis in der Vorwoche überdurchschnittlich warm und schön. Vom 24. bis 27. Oktober fiel verbreitet Niederschlag. Zudem waren Südföhn und Westwind aktiv. Dies führt im Gürbetal zu interessanten lokalen Wetterbedingungen, die schwer vorauszusagen sind. Es kann der Föhneinfluss oder der Westwindeinfluss dominieren. Bereits am Donnerstag trafen erste Teilnehmer ein und nutzten das Wetterfenster zum Trainieren. Die Registration öffnete auch schon am Donnerstag nachmittag. Den Teilnehmenden wurde eine Tasche mit lokalen Produkten wie Emmentaler Käse, Kohlkopf, Äpfel und lokalen Infos abgegeben. Dies wurde möglich durch die Unterstützung verschiedener Sponsoren aus dem Wirtschaftsraum Bern–Thun. Es fördert auch das Interesse der lokalen Lieferanten am Anlass.
Für überregionale Sponsoren hingegen braucht es wohl noch mehr Bekanntheit des Freiflugs, wahrscheinlich mehr Zuschauer und Medien. Sponsoring ist heutzutage sehr kompetitiv und sieht «Randsportarten» wie Modell-Freiflug nicht in Sponsoringkonzepten vor.
Der Freitag, 27. Oktober, wurde aufgrund des starken Westwinds neutralisiert. Die Modelle wären sonst im nord-südwärts gelegenen Gürbetal Richtung Osten in einen Wald abgedrückt. Damit fiel die Zweiteilung der Starts, Freitag die motorisierten Kategorien FF1B/C und Q und Samstag F1A mit je etwa gleich vielen Startern, dahin. Viele Teilnehmende nutzten den freien Tag für Ausflüge in die Umgebung nach Thun, mit der Bergbahn auf den Niesen und den Handel mit Modellflug-Komponenten. Beim Catering hingegen war am Freitag eher Flaute angesagt.

Am Samstag mussten nun alle vier Kategorien gleichzeitig starten. Dies bedingte zwei verschiedene, örtlich getrennte Startfelder für die beiden Gruppen. Die ursprünglich auf zwei Tage verteilten Zeitmesser mussten nun alle am Samstag in den Einsatz. Das OK hatte ordentlich zu tun, um alle Dispositionen für den Samstag bereit zu haben. Das disziplinierte und kooperative Verhalten der Teilnehmenden erleichterte dem OK die Arbeit.
Dafür war das Flugwetter am Samstag ideal, es erlaubte fünf Durchgänge in allen vier Kategorien. Bei Föhnlagen ist die Sicht in die Alpenkette hervorragend. Im Wettbewerbsgelände war der Wind eher schwach, mit Föhntendenz Richtung Norden also talauswärts Richtung Bern.
Die Maximalwertung erreichte, wer in den fünf Läufen die vorgegebenen Zeiten von 4 Minuten (1. und 2. Lauf) bzw. 3 Minuten (3. bis 5. Lauf) erreicht.
Die Resultate des Samstags:
- F1A (Segler mit Hochstart): 14 Maximalwertungen von 47 Startern
- F1B (Segler mit Gummimotor): 12 Maximalwertungen von 24 Startern
- F1C (Segler mit Verbrennungsmotoren): 3 Maximalwertungen von 8 Startern
- F1Q (Segler mit Elektromotoren): 8 Maximalwertungen von 16 Startern

Da der Abend Ende Oktober schon früh beginnt und der Wind zunahm, wurde das Fly-off auf den frühen Sonntagmorgen festgelegt. Die Fly-offs zum Ermitteln der Sieger am frühen Sonntagmorgen hatten eine maximale Flugzeit von 10 Minuten. Bei stabilen Bedingungen starteten zuerst die Kategorien Segler mit Motor F1B/C und Q.
Zum Schluss starteten die Segler mit Hochstart. Sie vereinen Athletik und Hightech in einem. Das Stechen war mit Flügen bis gegen 10 Minuten sehr selektiv.
Die Gewinner:
F1A Segler mit Hochstart:
- Dusan Fric (CZE): 568 Sekunden
- Dominik Andrist (CH): 538 Sekunden
- Lauri Malila (CH): 534 Sekunden
Junioren:
- Oscar Thevenon (F): 320 Sekunden
- Capucin Ragot (F): 25 Sekunden
- Madeline Ragot (F) – kein Fly-off
F1B Segler mit Gummimotor:
- Stepan Stefanchuk (UKR): 488 Sekunden
- Michael Seifert (D): 486 Sekunden
- Hubert Pietzko (D): 436 Sekunden
Junioren – niemand im Fly-off:
- Oleksii Kosylo (UKR)
- Dali Jacquemin (F)
- Louison Jacquemin (F)
F1C Segler mit Verbrennungsmotor:
- Dittmar Meissnest (D): 410 Sekunden
- Claus-Peter Wächtler (D): 369 Sekunden
- Tonu Luman (EE) – ohne Stechen
F1Q Segler mit Elektromotor:
- Franco Gradi (I): 462 Sekunden
- Mihaly Varadi (HU): 450 Sekunden
- Imola Varadine Fodor (HU): 439 Sekunden
Junioren – niemand im Fly-off:
- Lorant Buzas (HU)
- Andras Csaba Buzas (HU)

Die Flugbedingungen am Samstag waren ideal. Der Wind war schwach und umlaufend. Die Windverhältnisse im Gürbetal sind schon speziell. So war das ganze Wochenende auf 1000 Meter über Meer sehr starker Westwind. Ob dieser dann auch im Gürbetal weht, ist immer schwierig vorherzusagen. Wir hatten sicher viel Glück an diesem Wochenende. Trotz der sehr guten Bedingungen gab es doch den einen oder anderen schlechten Flug. So war das Teilnehmerfeld im Fly-off noch zu handeln. Auch am Sonntagmorgen beim Fly-off herrschten super Bedingungen. Diese liessen Flüge bis gegen 10 Minuten zu. Vor allem für F1A war es perfekt. In allen Klassen gab es Favoriten als Sieger, die auch im diesjährigen Gesamtweltcup zuvorderst mitmischen.

Es zeigte sich, dass in allen Klassen das Niveau sehr hoch ist. Die Modelle sind mit den neuesten Materialien (Kohle) gebaut. Dies ergibt eine hohe Festigkeit und erlaubt, die Modelle mit grösstmöglicher Belastung für den Flug freizugeben. In allen Klassen werden die Modelle auf eine Ausgangshöhe von über 100 Metern gebracht.
Das technische Niveau ist mit den elektronischen Timern sehr hoch. Ohne eine genaue Einstellung der einzelnen Flugphasen sind solche Starts in allen Klassen nicht möglich. Um die Modelle optimal einzustellen, ist ein entsprechendes Training unumgänglich. Die Modelle werden vorwiegend aus Kohle gebaut. Ohne diesen Werkstoff ist es nicht möglich, die Kräfte, die beim Start entstehen, zu überstehen. Es ist deshalb äusserst aufwendig, solche Modelle zu bauen.
In den Klassen F1C und F1B setzt sich der Trend zum Einheitsmodell weiter fort. In F1C haben «konventionelle» Modelle, auch Flapper, keine Chance mehr gegen die Folder, welche meistens von Babenko stammen. Im F1B-Fly-off setzten alle Teilnehmer das gleiche 6-Panel-Vollkohlemodell von Stefanchuk ein. Die Modelle waren für die Zeitnehmer nur an den in unterschiedlichen Farben blinkenden LEDs unterscheidbar. Ohne diese LEDs wären die Modelle vor dem dunklen Hintergrund des Waldes gar nicht mehr sichtbar gewesen. In F1A wurden die vordersten Plätze alle mit Vollkohle-Flappern erfliegen. Am meisten Individualität gibt es bei den F1Q-Modellen. Dort kommen auch noch Eigenbau-Modelle zum Einsatz.

Für die Organisatoren war es der erste Wettbewerb in dieser Grösse. Von fast allen Teilnehmern gab es positive Feedbacks. Trotz des Startstellenumzugs im zweiten Durchgang. Dieser ging reibungslos über die Bühne. Vielen Dank an die Teilnehmer. F1Q wurde mit 2 Joules geflogen. Dies war perfekt und ist für diese Klasse die richtige Lösung. Die Resultate waren den ganzen Tag zeitnah online. Das Stechen am Sonntagmorgen ging strukturiert und nach Plan über die Bühne. Eine grosse Show für alle Anwesenden. Die Teilnehmer mussten mit ihren eigenen Auslesegeräten zum Altimetercheck erscheinen. Dies hat uns viel Zeit erspart und die Resultate waren zeitnah fix. In den Fly-offs A und B wurden fast ausschliesslich nur Vollkarbonmodelle geflogen. Die Performance dieser Modelle ist schon atemberaubend und für den Zeitnehmer schon fast zu hoch.
Trotz der notwendigen Konzentration auf einen Tag verlief der Wettbewerb dank den verständnisvollen und kooperativen Teilnehmern/-innen, welche die nicht immer einfachen Entscheidungen der Wettkampfleitung mittrugen und unterstützten, ohne Probleme und sehr harmonisch. Auch ein unerwarteter sofortiger Startstellenwechsel der Kategorien F1B/C/Q wegen einer missverständlichen Absprache mit einem Landwirt, welcher einen längeren Unterbruch des Wettbewerbs notwendig machte, wurde zügig und ohne Proteste vollzogen. Dabei kam es uns zugute, dass die Bedingungen nach dem Unterbruch noch gleich waren wie am Anfang des Durchgangs und daher die später Startenden nicht benachteiligt wurden.
Als Folge der Zusammenlegung aller Kategorien auf einen Tag mussten natürlich viel mehr Startstellen als ursprünglich geplant eingerichtet werden. Unter den zahlreichen Zeitnehmerinnen und Zeitnehmern waren aber einige zum ersten Mal an einem Freiflugwettbewerb im Einsatz. Statt dass diese sich wie vorgesehen die Startstelle mit einer erfahrenen Person teilen konnten, wurden sie nun ins kalte Wasser geworfen und waren auf sich selber gestellt. Sie erledigten ihren Job zur allgemeinen Zufriedenheit. Ihnen sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt.
Beim Fly-off mussten die Piloten im Voraus angeben, ob sie zusätzlich eine Altimeterauswertung ihres Flugs machen wollten. Diese Möglichkeit wurde nur von F1A-Piloten genutzt. Tatsächlich ergab die Altimeterauswertung des späteren Siegers Dusan Fric eine längere Flugzeit als die von den Zeitnehmern gestoppte, obwohl diese den Flug während der ganzen Zeit verfolgen konnten. Dies führte dann dazu, dass Dominik Andrist, der auf eine Altimeterauswertung verzichtete, auf den zweiten Rang verdrängt wurde. Durch die Altimeterauswertung wird aus meiner Sicht die Arbeit der Zeitnehmer abgewertet und macht sie in letzter Konsequenz eigentlich überflüssig:
Die Teilnehmenden waren von der Organisation des Wettbewerbs, dem Fluggelände und der tollen Aussicht bei Föhnwetter in die Alpen sehr angezogen und wünschen sich eine jährliche Wiederholung. Das OK hat sich bereits mit den Bauern des Fluggeländes besprochen. Das Feedback der Bauern und der Standortgemeinde ist positiv und sie stehen einem erneuten Gürbe-Cup positiv gegenüber. Die Bauern und ihre Zustimmung zur Benutzung des Geländes sind wesentlich für den Gürbe-Weltcup. Erfreulich war auch die Unterstützung durch Sponsoren aus der Region Bern und die vielen Helfer aus der Modellflugszene.

DIE PC-21-STORY

Neuigkeiten von HEBU

WEISCH, WASI MEINE? 125 JAHRE AERO CLUB DER SCHWEIZ

CORSAIR F4U – EIN WARBIRD MIT EINPRÄGSAMER OPTIK

STOLZ UND GUTE IDEEN

ATOM, DER NEUE DOPPELDECKER VON CPLR

52. COUPE DES ALPES 2026

HORIZON HOBBY/LEMACO NEWS:MICRO OV-10 BRONCO 645 MM VON E-FLITE

EURO CONTEST GLIDER ACRO TOUR ÖSTERREICH 2026

EUROPAMEISTERSCHAFTEN F3A IN ST-MACAIRE, FRANKREICH

WILLKOMMEN, NEUES MITGLIED!

VON DER JUGEND FÜR DIE JUGEND

TEAMMANAGER «THIS» BOSSHARD

EINBLICKE IN DIE WASSERFLUGGESCHICHTE

Neuigkeiten bei Leomotion.com

STADTPARTNERSCHAFT

FERIENPLAUSCH 2026 BEI DER MG USTER

FREIFLUG IM HOCHSOMMER

34. ALPINES MODELLFLUGLAGER HAHNENMOOS

KLEINE VORBILDÄHNLICHE SEGLER

SCHNUPPERTAG BEIM MFV WETTINGEN

COUPE DES ALPES – BEOBACHTEN UND LERNEN

REGION NOS – EIN ZENTRUM DES ELEKTROFLUGS

VON 0 AUF 100

NEUIGKEITEN VON HEBU

ERINNERUNGEN

WEISCH, WAS I MEINE? IM LAND DES LÄCHELNS
