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Modellfliegen indoor hat Tradition

von Emil Giezendanner
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Schon lange vor den heutigen Indoor-Wettbewerbsklassen war Modellfliegen in Räumen, Hallen und Sälen eine beliebte und interessante Ergänzung zu den Outdoor-Freiflug-Wettbewerbskategorien. Erst als in den Fünfzigerjahren die Fernsteuerungen auf den Markt kamen, wurde auch das RC-Fliegen indoor beliebt.



Saal-Freiflug F1D

Die Freiflieger sind vermutlich seit gut hundert Jahren begeisterte Indoor-Flieger. Ihre Modelle wiegen heute um die zwei Gramm. Konstruktionen, wie sie den heutigen F3P-Kunstflugmodellen sehr nahe kommen – denken wir nur an die Flügel und deren Bespannungen oder an die Propeller. Die Arbeiten an F1D-Modellen sind äusserst filigran – noch eine Stufe weiter als in RC. Aus meiner Sicht haben diese Leute viele Grundlagen für den modernen RC-Indoorflug gelegt. Nur arrogante Leute glauben, aus der Vergangenheit nichts lernen zu müssen.


Es begann mit Fred Militky

Die ersten bekannten und erfolgreichen Versuche mit ferngesteuerten Indoor-Modellen gehen auf den grossen Elektroflugpionier Fred Militky zurück. Seinen damals extrem leichten Modellen lässt sich eine «futuristische Nähe» zum heutigen Indoorfliegen mit RC-Modellen nicht absprechen. Militky schrieb dazu: «Am 18. März 1959 ist mir mit dem FM 241 der erste einwandfreie Steigflug gelungen.» Die Daten dieses Modells sind doch sehr erstaunlich.

Der Vergleich zu den heutigen F3P-Modellen lässt sich sehen.


Der lange Weg zum Indoor-Kunstflug

Nach den erfolgreichen Indoor-Flügen Militkys (1959) sind noch gut 50 Jahre vergangen, bis der Kunstflug Fuss fassen konnte. Zwar begannen Anfang 2000 erste Indoor-Meetings. Sie faszinierten in Sport- und anderen Hallen viele aktive Modellflieger. Nicht nur konventionelle Flugzeuge kamen und kommen zum Einsatz, sondern auch lustige und futuristische Konstruktionen bis hin zu mehrmotorigen Modellen oder feuerspeienden Drachen und anderen Ungeheuern. Abwechslung in kalten Wintertagen – just for fun. Noch heute fürs Publikum attraktiv.



Der Ernst kam mit dem Kunstflug

Die ersten RC-Indoor-Weltmeisterschaften – Klasse F3P – fanden 2013 im deutschen Coburg statt. Weltmeister wurde Gernot Bruckmann, Österreich.



Technische Daten
Spannweite920 mm
Rumpflänge600 mm
Gesamtfläche16,15 dm2
Flächenbelastung4,2 g/dm2
Gewicht Zelle18 g
Gewicht 
Motor T 03/1525 g
Empfangsanlage21 g
Salzwasserbatterien4 g
Total68 g


Im Vergleich zu heute ein lustiges Herumhampeln. Die Modelle holten in den senkrechten Abwärtsfiguren mächtig Geschwindigkeit auf. Sie waren zu schwer. Interessant dagegen waren die Freestyle-Vorführungen (AFM). Mit viel Phantasie, lustigen Show-Elementen und heisser Musik klatschten die Zuschauer mit. Ein Höhepunkt in dieser Klasse waren die AFM-Weltmeisterschaften im Rahmen der World Air Games 2015 in Dubai. Ich kann mich erinnern, wie ein Schweizer und ein französischer Teilnehmer die Regeln ändern wollten: Umkehrschub sollte verboten werden, was der Anfang einer verarmenden Gleichmacherei gewesen wäre. Die Standardisierung findet bekanntlich im Kunstflug statt. Gleiche Figuren und immer ähnlichere Modelle. Leider wurde dann fleissig aus den AFM-Flügen eine eigene WM-Klasse geschaffen. Aus meiner Sicht eine grosse, verpasste Chance für den Kunstflug. Man stelle sich vor, nach jedem Flug F3P-AP oder F3P-AF würde ein Durchgang AFM mit Musik geflogen. Der Dank der Zuschauer wäre gewiss.




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