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Modellfluganhänger

von Daniel Steffen
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In der Ausgabe Nr. 4/2023 der Zeitschrift «Modellflugsport» beschreibt Bernd Vonbank einen Modellfluganhänger. Mit 380 Kilogramm Leergewicht ist mir ein solcher Anhänger zu schwer. Ich will nur ein Segelflugmodell bis etwa drei Meter Spannweite transportieren. Dazu suche ich einen Veloanhänger mit einem Gewicht von maximal 10 bis 15 Kilogramm.


Waagrecht oder senkrecht?

Veloanhänger gibt es massenhaft. Aber keinen, der sich für meinen Zweck eignet. Also selbst bauen – zumindest den Aufbau. Dabei stellt sich die Frage, ob das Modellflugzeug waagrecht oder senkrecht transportiert werden soll. Senkrecht, denke ich, denn ursprünglich plante ich den Bau einer Velo-Sacoche aus Holz, wobei Flügel und Rumpf links und rechts des Velohinterrades senkrecht in zwei Holzkisten stehen. Meine Ehefrau rät mir zum Bau eines Veloanhängers – womit sie ihre Akzeptanz für ein weiteres Vehikel in unserer Garage signalisiert.


Klein und leicht

Bei meinem Velohändler finde ich einen für meine Zwecke brauchbaren Anhänger: klein und leicht. Ich hätte mir grössere Speichenräder gewünscht; doch man kann nicht alles haben. Eine Federung fehlt. Also werde ich das zu transportierende Modellflugzeug auf Schaumstoff lagern. Der Anhänger besteht aus einem Metallrohrgestell, an welchem die Räder und die Deichsel befestigt sind. Im Untergestell ruht unbefestigt eine zusammenklappbare, rote Kunststoffkiste. Ich muss also «nur» eine höhere Holzkiste bauen, die ich anstelle der Kunststoffkiste in den Rohrrahmen stellen kann. So wird der Veloanhänger multifunktional. Mit der mitgelieferten Kunststoffkiste transportiere ich Sachen ins Entsorgungscenter – mit der Holzkiste Modellflugzeuge zum Flugfeld.

Zur Höhe des Aufbaus mache ich mir folgende Gedanken: je höher, desto geschützter das Modell. Doch ich will mit einer Hand von oben den Anhängerboden erreichen können. Das Resultat ist eine unterschiedlich hohe Vorder- und Rückwand. Der Anhängeraufbau aus Pappelsperrholz ist schnell zusammengebaut. Zur Fixierung der Segelflugmodelle in der Kiste dienen Buchrundstäbe, über welche Gummistrippen gespannt werden. Analog zur Flügelbefestigung mit Gummiringen bei einfachen Modellflugzeugen. Am Boden der Kiste ist eine niedrige Zwischenwand eingebaut, damit zum Beispiel eine schwere Hochstarteinrichtung beim Transport das zerbrechliche Modellflugzeug nicht beschädigen kann.



Die Leute drehen sich um

Bei der ersten Testfahrt durch die Zofinger Altstadt drehen sich alle Fussgänger nach mir um, denn der Krach meines Anhängers übersteigt jenen eines Rollkoffers erheblich. Die Holzkiste ist auf den holprigen Pflastersteinen ein perfekter Resonanzkörper. Eine Lärmdämpfung ist denkbar einfach, indem ich eine Schaumplatte zwischen Metallrohrgestell und Holzaufbau mit Gummistrippen auf den Metallrahmen spanne. Funktioniert perfekt. Auf einen Elchtest (Ausweichmanöver vor einem plötzlich auftauchenden Hindernis) verzichte ich, der Schwerpunkt scheint nicht so hoch zu liegen, wie es optisch aussieht. Bei der Beladung ist darauf zu achten, dass das Gewicht unten liegt.


McDonald's lässt grüssen

Um eine Verwechslung mit einem Grüncontainer zu vermeiden, lackiere ich die Holzkiste mit knallroter Farbe. Beladen mit meinem gelben Segelflugmodell Standard Airfish, erinnert der Anhänger meine erwachsene Tochter an die gefüllte Pommes-frites-Verpackung von McDonald's.

Die erste Fahrt zum rund fünf Kilometer entfernten Fluglande verläuft perfekt. Allerdings ist meine körperliche Kondition den rund 50 Höhenmetern nur knapp gewachsen. Ich spüre das Gewicht des Anhängers und komme ausser Atem. Eine weitere Erkenntnis ist, dass ich meinen Kopf nicht mehr um 180 Grad drehen kann. Ich will aber sehen, was hinter mir im offenen Anhänger passiert. Ein Rückspiegel muss her – es gibt heute raffinierte Velorückspiegel zu kaufen.

Nach den ersten Einsätzen erweitere ich den Anhänger mit einer aussen angebrachten Holzschachtel als Werkzeugbox.



Schlussfolgerung

Ich bin mit meinem Veloanhänger zufrieden – wobei die langjährige Erfahrung noch fehlt. Die erste – und bisher einzige – Fahrt zur Modellflugpiste der Fluggruppe Zofingen überforderte meine Kondition. Ich konnte die Strecke von 15,7 Kilometern und 306 Höhenmetern nicht in den von Google Maps angegebenen 47 Minuten abspulen. Streckenweise musste ich absteigen und den Anhängerzug mühsam zu Fuss stossen respektive ziehen. Deshalb setze ich meinen Veloanhänger im Moment auf Kurzstrecken bis zu fünf Kilometer ein. Ein E-Bike könnte den Einsatzradius erweitern, denke ich.



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