Propeller oder Impeller?
Die Geschichte vom Delta-Fieber
Mit einem fängt es heimlich an, bald kommen ihrer mehrere dran und, wenn es erst das Dutzend hat, so hat es auch die ganze Stadt... Diese Goethes Faust nachempfundenen Verse analogisieren ein wenig von dem, was das Delta-Fieber in unserem Verein und anderenorts seit Längerem anrichtet. Gemeint ist die Wiederbelebung eines 80er-Jahre-Deltas, das Siggi Schuster (Holzflieger.de) in hochwertiger CNC-Fertigung zu einem moderaten Preis anbietet. Vor dem Flugvergnügen steht die Arbeit. Die Anleitung versteht es, mit aussagekräftigen Bildern und knappen Worten auch dem weniger Erfahrenen einen erfolgreichen Aufbau zu ermöglichen.
Im ersten Arbeitsschritt stecken wir den aufgedickten Motorspant in die linke oder rechte Mittelrippe, ebenso den Rumpfboden. Es folgt die Steckung der gegenseitigen Rippe, drei Abstandhalter unten, einer oben, schon steht die Zelle des Flugzeugkörpers. Einzelne Bauteile – Pappelsperrholz von guter Qualität – werden im Nut-Feder-Prinzip verleimt. Im Folgenden entstehen die Flanken des Deltas mit Platzierung der Rippen. Den Anfang macht ein 1000-mm-Kieferholm, der, mitig markiert, im Einschnitt beider Zentralrippen verklebt wird. Etwas vor der später anzubringenden Endleiste legen wir eine 6-mm-Leiste auf das Baubrett, sie dient als Rippenauflage und garantiert, dass bei korrekter Handhabung ein verwindungsfreier Body entsteht. Rippe für Rippe stecken wir über mitgelieferte Abstandshalter auf den liegenden Holm. Da sich die Fläche zum Aussenrand verjüngt, unterschiebt man dort je einen 5-mm-Keil. Beim gleichfalls vorgestellten Impeller-Delta sollen die 5. Außenrippen den Dämpfungsflossen des angeplanten Doppelleitwerkes als Basis dienen, deshalb ist hier auf eine sorgfältige Ausrichtung parallel zur Längsachse zu achten. Nach Einzug der oberen Leiste und Verkastung mit Balsastreifen gewinnen wir eine stabile Verbindung zwischen so entstandenen Hauptholm und Rippen. Im nächsten Arbeitsschritt sind zwei Kiefernleisten schräg verlaufend im vorderen Fünftel des Deltas nach vorherigem Anstrahlen der vorgefrästen geraden Rippeneinschnitte einzuziehen. Beim Aufbau der dreiteiligen Nasenleiste schiebt man eine 5×15-mm-Balsaleiste in die vorne liegenden Rippeneinschnitte, anschließend werden oben und unten jeweils 5×10-mm-Balsaleisten aufgeleimt. Das Ganze ist so auf die Rippenkontur runterzuschleifen, dass die Beplankung stufenlos aufgelegt werden kann. Es folgen 50×2-mm-Balsaendleiste sowie die Aufleimer für Rippen und Holme. Bei der Gestaltung des Kabinenbodens wähle ich in der vorderen Hälfte Birkensperrholz, sodass die spätere Landekufe sowie der beim Impellermodell einzusetzende Starthaken ein stabiles Widerlager haben. Bei beiden hier vorgestellten Varianten erfolgt eine unterschiedliche Gestaltung des Motorraums. Beim Propeller-Delta wird der Aussenläufer mit 1° Seitenzug und 2° Sturz am Kopfspant verschraubt. Beim Impellermodell verschliessen wir die Nase mittels Beplankung und nutzen später den entstandenen Hohlraum als Ballastkammer. Vorgefräste Deckel für die Servoplatzierung gehören zum Lieferumfang. Oberseitig heraustretende Servoarme und Ruderhörner sind zwar nicht der ästhetische Brüller, erweisen sich aber im Flugalltag als zweckmässig, weil es beim Landevorgang nicht zu unliebsamen Beschädigungen kommt.
Siggi sieht für die Leitwerkgestaltung ein Gerüst aus 5-mm-Balsastäbchen vor, das mit Dreiecksleisten auf der Balsa-beplankung zu befestigen wäre. Mir erscheint das zu «fimschig». Ich ziehe vor, Schusters Mikado-Seitenleitwerk beidseits zu furnieren und das Deckholz breitflächig mit der darunter liegenden Rippe zu verkleben. Die Schleifarbeiten halten sich in Grenzen, an 4–5 Nachmittagen einer Woche lässt sich dank guter Vorfertigung das bisher Beschriebene bewerkstelligen.
Finish:
Die Ausrüstung des Propellermodells gestaltet sich unkompliziert. Aussenläufer vorne, 5S 5000 mAh-Lipo – 4S reichen auch – direkt hinter dem Motorspant auf dem Akkubrett, darunter ein 60-A-YEP-Regler, das Modell im Schwerpunkt bei 350 mm in der Landekufe aufgehängt, und schon schwebt das Delta in der Waagerechten. Anders die Situation bei der Impeller-Variante. Ein 440 g schweres 90er-Triebwerk mit Alugehäuse liegt hinter dem Hauptholm auf zwei 1 cm dicken Sperrholzstelzen, kurz davor ein 130-Ampère-Jeti-Regler, Servos plus Empfänger bringen hinter dem Schwerpunkt 750 g auf die Waage. Nach dem Hebelgesetz schaffen 836 g des vorn gelegenen 5S-5000-mAh-Akkus keinen hinreichenden Ausgleich. Die Konsequenz: Beim an der Kufe hängenden Flugzeug müssen 550 g Bleischrott in der vorderen Kammer versenkt werden.

Die Flugerprobung
Siggi Schuster weist darauf hin, die Ausschläge zunächst auf ±5 mm zu begrenzen und mindestens 50% Expo zu wählen. Diese Empfehlung überlesend, starte ich die Propellermaschine mit 1 cm Ausschlägen ohne Expo. Das Ergebnis: gierende Giftnadel von hoher Nervosität. Bin froh, den Flieger wieder heil auf den Boden zu bringen. Im nächsten Schritt reduziere ich die Ruderwege auf die Hälfte und gebe 50% Expo. Nun präsentiert sich das Delta als lieblesches, aber eben auch langweilig behäbiges Lämmlein. Der Einsatz der Dualrate-Taste am Sender bringt die Lösung. Der Start im Altherren-Modus mit ±5 mm Ausschlägen, in der Luft dann umschalten auf volle Kanne mit > 10 mm Ruderwegen, je nach Gusto.
Der Erstflug mit der Impeller-version bereitet mir mangels Erfahrung Unbehagen. Stimmt der Sturz von $3^\circ$ ohne Seitenzug, hat der 90-Antrieb genug Schub? Als Starthilfe fungiert ein Gummiseil, mit der Kofferraage auf 6 kg vorgespannt. Wir hängen es im vor dem Schwerpunkt platzierten Starthaken des Fliegers ein. Eine zusätzliche Seilverlängerung nach hinten schafft Verbindung zu einem über den Fuss zu betätigenden Ausklinkmechanismus. Die Arretierung wird gelöst. Anlaufen des Impellers, schon schießt Delta 2 davon, hebt nach 4–5 m ab, nach weiteren 10 m entfaltet der Impeller ausreichend Schub, das Seil löst sich vom Haken. Hurra – die Maschine fliegt, der Schwerpunkt stimmt, meine Sorge – beidseits symmetrisch nach innen stehende Doppelleitwerke könnten den Geradeausflug beeinträchtigen – bestätigt sich nicht. Das Delta geht brav durch Rolle, Looping oder Abschwung und zeichnet sich durch ein auffallend harmonisches Flugbild aus.

Delta 1 Propellerversion
(Hersteller nennt es das «Elektromodell»)
| Spannweite: | 1080 mm |
| Profil: | vollsymmetrisch |
| Schwerpunkt: | 350 mm |
| Aussenläufer: | 2 × Miniservo MG Nonym |
| Regler: | G-Power Series 36/48 DYS 900 Kv |
| Propeller: | YEP 60 A |
| 12 × 6 | |
| Lipo Akku 5S 5000 mAh | |
| Hinter dem Schwerpunkt liegen lediglich 2 Servos, Gewicht ~ 120 g | |
| Abfluggewicht: | 2000 g |
Delta 2 Impellermodell
(Hersteller nennt es «Verbrennermodell»)
| Spannweite: | 1100 mm (Kabinenraum ist 20 mm breiter) |
| Profil: | vollsymmetrisch |
| Servo: | 2 × Savöx SH und 1250 MG, Gewicht 130 g |
| Impeller: | 90 mm 12 Blatt, Gewicht 440 g |
| Gehäuse: | Alu |
| Motor: | Innenläufer Brushless 1600 KV/6S |
| Schub: | 3,8 kg |
| Regler: | Jeti Master Mezon 130 mit BEC |
| Gewicht 150 g | |
| Lipo Akku Turningy 6S/5000 mAh | |
| Gewicht 836 g | |
| Empfänger: | Futaba, 21 g |
| Gesamtgewicht der Komponenten hinter dem Schwerpunkt ~ 750 g | |
| Akku und Bleischrott vor dem Schwerpunkt: | 1386 g |
| Zuladung: | 2136 g |
| Abfluggewicht: | 3500 g |

Balsastäbchen vor, das mit Dreiecksleisten auf der Balsa-beplankung zu befestigen wäre. Mir erscheint das zu «fimschig». Ich ziehe vor, Schusters Mikado-Seitenleitwerk beidseits zu furnieren und das Deckholz breitflächig mit der darunter liegenden Rippe zu verkleben. Die Schleifarbeiten halten sich in Grenzen, an 4–5 Nachmittagen einer Woche lässt sich dank guter Vorfertigung das bisher Beschriebene bewerkstelligen.
Finish:
Die Ausrüstung des Propellermodells gestaltet sich unkompliziert. Aussenläufer vorne, 5S 5000 mAh-Lipo – 4S reichen auch – direkt hinter dem Motorspant auf dem Akkubrett, darunter ein 60-A-YEP-Regler, das Modell im Schwerpunkt bei 350 mm in der Landekufe aufgehängt, und schon schwebt das Delta in der Waagerechten. Anders die Situation bei der Impeller-Variante. Ein 440 g schweres 90er-Triebwerk mit Alugehäuse liegt hinter dem Hauptholm auf zwei 1 cm dicken Sperrholzstelzen, kurz davor ein 130-Ampère-Jeti-Regler, Servos plus Empfänger bringen hinter dem Schwerpunkt 750 g auf die Waage. Nach dem Hebelgesetz schaffen 836 g des vorn gelegenen 5S-5000-mAh-Akkus keinen hinreichenden Ausgleich. Die Konsequenz: Beim an der Kufe hängenden Flugzeug müssen 550 g Bleischrott in der vorderen Kammer versenkt werden.

Das Propellerdelta wiegt 2 kg, die Impellermaschine 3,5 kg. Bei Letzterer schlägt die hinter dem Schwerpunkt befindliche Antriebsauslegung zu Buche, deren Gewicht durch Bleischrott in der Nase zu kompensieren ist. Der Stromverbrauch beider Flieger am Boden ergibt für den Propellerantrieb 57, für das Impellertriebwerk 88 Ampère. Errechnet ergäbe das bei «Vollgas» für Delta eins 5,3 und Delta zwei 3,4 Minuten Betriebszeit. Die bei etwa gleicher Flugzeit gemessene Stromentnahme ergibt für die Propeller-version 850 mAh, für das Impellermodell 3200 mAh. Im Vergleich beider Modelle wird der Wirkungsgrad des Impellerfliegers gegenüber der Propellervariante – abgesehen vom physikalisch ineffektiveren Antriebsprinzip – zusätzlich durch ein Mehrgewicht von 1,5 kg verschlechtert.
Das Propellerdelta reagiert in der Luft direkter auf Ruderbefehle, bietet eine höhere Endgeschwindigkeit und verfügt über eine bessere Steigleistung. Die Impellermaschine fliegt harmonischer, hat dank zweier Seitenleitwerke einen perfekteren Geradeauslauf, was sich interessanterweise im langsamen Kurvenflug bemerkbar macht. Delta 1 hat hier die Tendenz, zu unterschneiden, die Impellerversion gleitet wie an der Schnur gezogen gleichförmig dahin. Unbedingt zu erwähnen das säuselnde, zumindest den Autor verzauernde «Pseudoturbinengeräusch» des 12-Blatt-Antriebs. Hier erwächst dem weniger versierten Piloten ansatzweise jenes faszinierende Jetfeeling, das der «echte» Turbinenflug nur mit hohen Anforderungen an Talent, Erfahrung und Geldbörse vermittelt.
Die Wiedergeburt des 80er-Jahre-Deltas, gefertigt in CNC-Technik, ausgestattet mit moderner Steuer- und Antriebstechnik, schenkt auch dem weniger Erfahrenen die Freude am Fliegen zu erschwinglichen Preisen, sei es nun in Form eines Propellermodells oder eines Impellers mit Jet-Habituden.

DIE PC-21-STORY

Neuigkeiten von HEBU

WEISCH, WASI MEINE? 125 JAHRE AERO CLUB DER SCHWEIZ

STOLZ UND GUTE IDEEN

ATOM, DER NEUE DOPPELDECKER VON CPLR

52. COUPE DES ALPES 2026

EUROPAMEISTERSCHAFTEN F3A IN ST-MACAIRE, FRANKREICH

HORIZON HOBBY/LEMACO NEWS:MICRO OV-10 BRONCO 645 MM VON E-FLITE

TEAMMANAGER «THIS» BOSSHARD

WILLKOMMEN, NEUES MITGLIED!

Neuigkeiten bei Leomotion.com

STADTPARTNERSCHAFT

EURO CONTEST GLIDER ACRO TOUR ÖSTERREICH 2026

EINBLICKE IN DIE WASSERFLUGGESCHICHTE

CORSAIR F4U – EIN WARBIRD MIT EINPRÄGSAMER OPTIK

FERIENPLAUSCH 2026 BEI DER MG USTER

VON DER JUGEND FÜR DIE JUGEND

34. ALPINES MODELLFLUGLAGER HAHNENMOOS

KLEINE VORBILDÄHNLICHE SEGLER

SCHNUPPERTAG BEIM MFV WETTINGEN

FREIFLUG IM HOCHSOMMER

COUPE DES ALPES – BEOBACHTEN UND LERNEN

REGION NOS – EIN ZENTRUM DES ELEKTROFLUGS

VON 0 AUF 100

NEUIGKEITEN VON HEBU

ERINNERUNGEN

WEISCH, WAS I MEINE? IM LAND DES LÄCHELNS
