Sport

Tucson Aerobatic Shootout 2007

von Rene Berger
2

Bekanntermassen ist das Tucson Aerobatic Shootout eine einzigartige Gelegenheit, Spitzen-Kunstflugpiloten in Aktion zu sehen. letztes Jahr fand dieser Anlass vom 3. bis 7. Oktober statt. Das Wetter war wie gewohnt warm und schön, mit zeitweise starken Winden bzw. Sandstürmen, welche die Fähigkeiten der Piloten erst recht zur Geltung brachten.


Sowohl die üblicherweise eingesetzten, 3 Meter spannen den Maschinen als auch die in einem Masstab von bis zu 1:2 naturgetreu gebauten Suchois, Extras, MX-2, Staudacher, Giles usw. mit aussergewöhnlichen aerodynamischen Eigenschaften wurden mit unmöglich scheinenden Flugmanövern vorgeführt.


Vom Schweizer Standpunkt aus war dieses Shootout speziell. Waren doch die drei Piloten Patrick Drack, Jean-Claude Spillmann und Noldi Peyer – trotz aufwendigem Transport der Modelle – als Teilnehmer angereist. Mit ihnen reiste eine ansehnliche Zahl Schweizer Supporter nach Tucson und gab den «Einheimischen» die Gelegenheit, zwischendurch auch «Schwyzerdütsch» zu hören.


Ziel der Schweizer Piloten war es, zusammen mit den drei anderen europäischen Piloten Bernd Beschorner (D), Gernot Bruckmann (A), Daniel Hrachovec (CZ) und Steve Mallinder (UK) zu zeigen, dass auch in Übersee diese Grossmodellklasse meisterhaft geflogen wird.


Während die meisten Piloten 150-ccm3-Zweitaktmotoren (grossmehrheitlich von DA) einsetzten, war die einzige elektrisch geflogene Maschine jene von Bernd Beschorner (Raven XXL-E). Bernd ist bei Airbus ein führender Mann geworden und ist seit seinen jüngsten Jahren zusammen mit seinem Vater Modellflieger.


Eine sehr eindruckliche Vorführung zeigte der Sieger des Freestyle, Gernot Bruckmann aus Villach (A). Er gewann das Freestyle vom Sonntag mit einer atemberaubenden Show, welche mit hervorragend angepasster Musik vorgeflogen wurde. Zeitweise nur Zentimeter über dem Wüstenboden fliegend, begeisterte er die zahlreichen Zuschauer sowie die Mitkonkurrenten mit seinem «Flight on the limits».


Unsere drei Schweizer, welche eine gute Woche vor dem Wettbewerb angereist waren, haben sich während des Trainings kontinuierlich steigern können und sind letztlich im Wettbewerb auf sehr ehrbare Rangierungen geflogen. Sowohl in den bekannten als auch in den unbekannten Programmen haben sie mich beeindruckt. Aber auch im anschliessenden Freestyle zeigten Jean-Claude und Patrick spektakuläre Flüge. Patrick Drack (16. Rang Invitational/13. Rang Freestyle) setzte eine Extra 260 ein. Die Rauchpatronen an Patrick Dracks Modell sahen ganz toll aus. Nur schade, dass bei einem seiner Freestyle-Flüge nur eine Patrone gezündet hatte. Jean-Claude Spillmann (7. Rang Advanced / 9. Rang Freestyle) konnte mit seiner MX-2 nicht ganz an das sensationelle Resultat des Vorjahres (4. Platz) anknüpfen. Mit einer neuen Musik und mit neuem Modell hat er im ersten Freestyle trotz hervorragendem



Flug deutlich weniger gepunktet als im Vorjahr. Dies zwang ihn während des Wettbewerbs, auf seine im Vorjahr eingesetzte Musik zu wechseln, wodurch in der Folge sein in Harmonie geflogenes Display deutlich besser zur Geltung kam.


Noldi Peyer (9. Rang Advanced) war mit seiner wunderschönen Staudacher der einzige Pilot mit diesem Flugzeugtyp und seine Flüge waren toll anzusehen. Als ein in den USA und bei den Punktrichtern nicht bekannter Pilot hatte er keinen «Hallo-Effekt» als «Punkte-Booster». Seine Flüge hätten in meinen Augen – verglichen mit jenen seiner Mitkonkurrenten – einige Punkte mehr verdient. Meine Überzeugung ist, dass unsere Schweizer Piloten ihr Bestes gaben und bestimmt auch gute Erinnerungen mit nach Hause nehmen konnten. Die nach Tucson gereisten Schweizer Supporter habe ich mit Freude kennengelernt und



hoffe, dass auch sie gute Momente aus der Arizona Desert mitbekommen haben.

*Rene Berger*




Alle Kategorien anzeigen →

AKTUELL

Sortieren Nach:
Weitere Beiträge →



An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded. Reload 🗙