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Baubericht und Einfliegen ASW-17 von FMS

von Ulrich Pfenninger
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Etwas Neues muss her

Die Winterzeit kommt langsam, aber sicher und ich hatte den Wunsch, mir einen neuen Flieger für die Winterzeit zuzulegen. Da ich mit meinem Triple Thermic noch nicht so weit bin und dieser Holzflieger für mich klar ein «Schönwetterflieger» werden soll, habe ich mich ins Wunderland meines Modellbauhändlers begeben, um nach einer Alternative Ausschau zu halten.


Die Bedingungen auf der Einkaufsliste:
  • Schaumwaffel (Unempfindlich bei Nässe/Schnee, leicht zu reinigen und zu reparieren).
  • Segler mit Elektrothermik.
  • Spannweite +/- 2500 mm.
  • gute Langsamflugeigenschaften.
  • möglichst wenig Kabel, welche während der Startvorbereitungen eingesteckt werden müssen.
  • möglichst wenig Bauzeit, da ich etwas zum Fliegen brauchte (bauen kann ich an meinem Triple Thermic noch).
  • Ein noch vorhandener 6-Kanal-Empfänger sollte ausreichen.
  • Wenn möglich EC3-Stecker am Regler.

Nach kurzer Beratung stand für mich fest: Es wird die ASW-17 von FMS.

Der Flieger hat mir mit all seinen Lösungen und Details sofort sehr gut gefallen, da musste ich nicht mehr lange überlegen. Insbesondere, da auch der Preis mit Fr. 339.- unter meinem Budget lag. Fast flugfertiger Flieger mit Klappen, QR, HR, SR, Motor. Alle Servos sowie Regler/Motor fertig installiert und verkabelt. Dieses Modell erfüllte (fast) alle meine Bedingungen. Einzig ein «XT-60 auf EC3»-Steckadapter war reglerseitig nötig – somit brauchte ich auch nicht mal zu löteten.

Als Lipo erstand ich einen ETOP 4S/2600; diese Grösse gab es bis anhin noch nicht in meiner «Sammlung». Damit konnte der erforderliche Schwerpunkt auch tipptopp eingestellt werden. Möglich wäre grundsätzlich auch der Einsatz eines 3S-Lipos, dann natürlich mit Einbussen bei Geschwindigkeit/Steigfähigkeit. Da dies dann aber wohl auch beim Rumturnen nachteilig wäre, hatte ich mich für 4S entschieden.


Unboxing und Aufbau

Die Einzelteile sind sauber in der Riesenkiste verstaut und die Kiste lässt sich auch (so meine Hoffnung) zum Transport des Fliegers nutzen. Nun ja, dies leider nur teilweise. Da mit den montierten Höhen- und Seitenrudern der Flieger hinten rausguckt, müsste die Kiste hinten ausgeschnitten werden. Ebenso im Bereich des Rumpfes müsste die Kiste angepasst werden.

Müsste, weil dies erst noch gemacht werden muss. Für «provisorisch» geht's aber auch ohne die Ausschnitte.

Zum «Bau» des Seglers gibt es (wie von mir gewünscht) nicht sehr viel zu schreiben. Die Anleitung umfasst elf Seiten, wovon sich gerade mal knapp drei Seiten mit dem Bauen befassen. Der Rest sind Sicherheitsvorschriften, Fluggrundlagen, Problemlösungen und eine Programmieranleitung für den Regler (dieser ist jedoch ab Werk schon fixfertig programmiert).

  • Also:
  • Seitenruder montieren, «klick»
  • Höhenruder montieren, «klick»
  • Anlenkungsgestänge HR+SR montieren
  • Flächenverbinder einschrauben
  • Flächenhälften aufschieben, «Doppelklick»

Zum Einbau des Empfängers brauchte ich zusätzlich einen Kabelbinder. In der Regel klebe ich Empfänger mit Tesa-Powerstripes fest. Da jedoch die Oberfläche des Akkubretts behandelt ist, hält diese Lösung nicht wirklich. Aber dank der Ausschnitte im Akkubrett konnte die Lösung mit dem zusätzlichen Kabelbinder ohne grossen Aufwand realisiert werden. Eine der Antennen habe ich oben aus dem Rumpf geführt. Dank Schaum sehr einfach und ohne Kleber zu bewerkstelligen.

Ja, das wäre eigentlich schon fast alles, was es zum Bauen zu berichten gibt.

Die Grösse passt schon mal sehr gut; im Keller liessen sich aber noch etwas grössere Modelle aufbauen... Der Regler ist im Bauch, unter dem Akkubrett, verstaut. Durch die Anordnung der Lüftungslamellen wird er gut gekühlt. Bei der ersten Landung hat sich hier bereits sehr viel Dreck/Gras im Bauchraum angesammelt. Nun habe ich die Befürchtung, dass sich dieser bei einer Schneelandung mit Schnee füllen wird – man wird sehen...

Das erste Probeschweben auf der Schwerpunktwaage. Habe diesen auf 70 mm eingestellt (gem. Anleitung 70–80 mm). Sechs Kanäle reichen aus, da die Klappenservos nicht symmetrisch eingebaut sind und somit über ein Kabel angeschlossen werden können. Die Flügel werden mit einem schraubfreien «Quick-Release»-System befestigt, die Signalübertragung der je zwei Flächenservos ist mit einem Stecksystem ebenfalls zu meiner Zufriedenheit gelöst – kein Kabelgefrimsel vor dem Start. Unter der Kabinenhaube ist genügend Platz für den Akku und später evtl. auch mal was Telemetrisches. Ich habe diesen Flieger ziemlich einfach gehalten, was Elektronik betrifft. Sollte ich später mal Lust auf mehr haben, kann dies noch sehr gut realisiert werden.



Fazit nach dem Erstflug
  • Die ASW zog nach dem Handstart ziemlich stark nach oben und musste zuerst mal von Hand gesteuert werden.
  • Mit genügend Ausgangshöhe ging's ans Tieftrimmen, dies nicht zu knapp.


  • Quer brauchte es ebenfalls ein paar wenige Trimmklicks.
  • Auch wenn ich nun eine neutrale Fluglage habe, so


  • steigt der Segler beim Gasgeben wieder recht weg. Hier muss ich noch ausprobieren, ob etwas mehr Tiefe für den Normalflug auch drinliegt. Ich habe das Gefühl, der Flieger ist etwas schwanzlastig.
  • Die normalen Ausschläge aller Ruder sind für meinen Geschmack zu knapp. Hier habe ich auf die maximalen Ausschläge gestellt (diese sind noch leicht höher als in der Anleitung angegeben).
  • Wird die ASW überzogen, taucht sie über eine Flügelspitze ab, lässt sich jedoch wieder gut abfangen.
  • Die Bremswirkung der Klappen ist gut. Sie ist so gut, dass ich bei der Landung wohl ganz auf Klappenausschläge verzichten kann. Aber auch ohne Klappeneinsatz kann recht langsam geflogen werden.
  • Wenn das Modell die Klappen voll gesetzt hat, reagiert es ziemlich träge auf Steuerbefehle.

Für die kommenden Flüge
  • Trimm tiefenruder neutralisieren und die Anlenkungsgestänge nachjustieren.
  • Klappenstellungen anpassen: für Thermik und Landung reduzieren.
  • Abfangverhalten nach Anstechen testen, EWD i.O.?
  • Den Flieger etwas mehr laufen lassen, um bessere Steuerfolgsamkeit zu erhalten.
  • Nicht zu langsam zur Landung ansetzen. Der ansteigende Landeplatz bedarf etwas Geschwindigkeit.
  • Landeversuch ohne Klappen, dafür auch ohne Schleppgas machen.

Nach einigen Tagen ging es erneut auf den Platz – diesmal sollten die Erkenntnisse aus dem Erstflug umgesetzt werden.


Fazit nach den Flügen 2 und 3:
  • Die Klappen braucht es zur Landung eigentlich nicht, es kann auch so langsam genug und somit stressfrei gelandet werden.
  • Die Klappenstellungen habe ich angepasst, da der maximale Ausschlag zu stark ist und der Flieger recht schlecht steuerbar wird. Nun sind zwei Stellungen programmiert: eine mit leichtem und eine mit mittlerem Ausschlag, jeweils leicht Tiefe zugemischt. Die Anleitung macht hierzu leider keine Angaben.
  • Der sanfte Abfangbogen nach dem Anstechen weist gemäss Lehrbuch auf eine korrekte EWD hin.
  • Die mit dem GliderThrow nachgemessene EWD: circa 2,3 Grad.
  • Bezüglich dem Lüftungsgitter auf der Rumpfunterseite (Regler) hat sich meine Befürchtung leider bestätigt: Das Lüftungsgitter muss nach jeder Landung freigeräumt werden, weil es sich mit Gras/Dreck füllt.
  • Mal schauen, ob ich da eine gescheite Lösung finde.
  • Den Motortimer hatte ich gemäss Anleitung auf 4 Min. gestellt: Der Lipochecker zeigte nach 4 Min. Motorlaufzeit und 30 Min. Flug noch 26% Ladung und knapp 3,8 V Spannung der unbelasteten Zellen an.
  • Aufgrund von diesen Werten habe ich den Motortimer auf 3,5 Min. geändert, in der Hoffnung, dass nachher noch etwas mehr als 30% Reserve verbleiben und die Zellen nicht zu arg strapaziert werden.


Ein Vereinskamerad hat sich zwischenzeitlich denselben Flieger angeschafft und das Lüftungsgitter auf der Rumpfunterseite umgedreht, sodass die Lamellen nicht wie Schaufeln wirken.

Das habe ich auch gemacht. Hierzu muss am Gitter nur ein kleiner Steg entfernt werden, und schon klappt's. Der Vorteil zeigte sich sofort nach der nächsten Landung: Einzig einige Tauspritzen haben sich in den Bauchraum verirrt, aber kein Dreck mehr.

In der Hoffnung, dass der Regler auch so noch genügend gekühlt wird, belasse ich dies vorerst mal so.

Nach diesen positiven Testflügen freue ich mich sehr auf die kommende Herbst-/Wintersaison. Ich glaube, die ASW ist für mich genau der richtige, unkomplizierte Elektrosegler für einige unbeschwerte Flugstunden.



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