Aus meiner Sicht

Weisch, was i meine? Jugend braucht Herausforderungen

von Emil Giezendanner
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Liebe Modellfliegerinnen und Modellflieger


Der Zulauf unserer Jugend zu den Fussballvereinen ist ungebrochen und beneidenswert. Und niemand wird behaupten wollen, die Jugend benötige – neben der anspruchsvollen Bildung – keine weiteren Herausforderungen. Schon gar nicht Wettkämpfe! Doch wo liegt der Unterschied zum Modellflugsport? Sind es die Aktivabteilungen mit jungen Frauen und Männern, die als grosse Vorbilder einen ungeahnt positiven Einfluss ausüben? Über die Vorbildpädagogik sind schon viele Bücher geschrieben worden. So schreibt die Erziehungswissenschaftlerin Dr. Margrit Stamm zum Thema: «Sie (die Vorbildfunktion) unterstützt auch die individuellen Formen von Identitätsbildung und Lebensstilen.» Beim Fussball – und weiteren Sportarten – muss unbedingt die Öffentlichkeit als Zuschauer und Medienkonsument miteinbezogen werden. Man möchte gesehen werden. Kommen wir zurück auf unser Hobby, das auch einen bescheidenen Anteil an Wettkampfsport enthält, ist die Vorbildfunktion in den meisten unserer Vereine nahezu null. Schaufliegen sind gut, schießen jedoch am Ziel vorbei. Wettkämpfe, wie zum Beispiel im Kunstflug oder Thermikfliegen, benötigen spezifische Werbung und – ganz wichtig – einfache Informationen für Besucher und Zuschauerinnen, auch wenn es nur wenige sind. Wir müssen heraustreten und die grossen Vorteile unseres Sports zeigen. Modellbaukurse in irgendwelchen Schulhauskellern erschweren den Einbezug der Eltern – von Publikum schon gar nicht zu reden. Das grösste Problem in der Nachwuchsförderung sehe ich jedoch in der verbreiteten Selbstzufriedenheit unserer Vereine und ihrer Mitglieder. Wir leben im Luxus. Haben alles, was wir brauchen. Wir können fliegen, wann wir wollen, sogar für Speis und Trank ist gesorgt. Überlege: Wie wirken wir damit auf unsere Junioren, wenn sie nach Schulabschluss auf dem Platz erscheinen? Ist da einer, der erklärt, wie er versucht, seinen Segler in der Thermik zu halten? Ist da einer, der motiviert, ein paar schöne Kunstflugfiguren in den Himmel zu zaubern? Macht nur nicht gleich aus jedem Flugplatz ein Sportcamp. Auch Schwätzer gibt's genug. Es braucht so wenig: Ein bis mehrere Kollegen organisieren ein Wettfliegen oder beurteilen Kunstflugfiguren eines Kameraden. Der Erfolg liegt in der Einfachheit. Viel Glück!


Modellfluggruppen: Bitte berichtet der Redaktion über eure Erfahrungen dazu (redaktion@modellflugsport.ch). Danke im Voraus.

Freundliche Grüsse
Emil Giezendanner



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