Udet Flamingo
Das Modell des Udet Flamingo ist ein Klassiker von Aeronaut und erschien erstmals in den frühen 1970er-Jahren im Programm des bekannten Herstellers. Bis vor Kurzem wurde das Modell fast unverändert vertrieben. Zum 100-jährigen Jubiläum der Firma Aeronaut erfolgte eine komplette Neukonstruktion des Udet Flamingo. Dabei wird das Modell nun komplett aus Laserteilen aufgebaut und als Antrieb kommt nun anstelle des Verbrenners ein 35-mm-Elektromotor zum Einsatz.
Bautechnik sowie die Komponenten sind nun Stand der Technik, wodurch der Aufbau sehr einfach durch Stecktechnik erfolgen kann. Besonders
originell ist die aus Laserteilen bestehende Sternmotor-Attrappe. Dadurch ergibt sich ein sehr realistisches Aussehen des Modells. Neben der Optimierung der Tragflächenkonstruktion wurden dem Modell Querruder spendiert.
Das manntagende Vorbild mit der Bezeichnung U12 entstand unter der Leitung von Chefkonstrukteur Hans Henry Herrmann bei der Udet Flugzeugbau GmbH im Jahre 1925. Die U12 war als Schulungsflugzeug sehr verbreitet und erfreute sich bei den damaligen Flugschulen und Schülern wie Heinz Rühmann, Elly Beinhorn und Thea Rasche grosser Beliebtheit. Auch in der Verkehrsfliegerschule Schleissheim war
der Flamingo das Standard-Schulflugzeug. Ernst Udet, der Miteigentümer der Flugzeugfirma war, flog den Flamingo in roter Farbgebung und der Kennung D 822 bei seinen internationalen Kunstflugvorführungen mit grossem Erfolg. Eine noch bis heute bekannte Flugeinlage war das Aufheben
eines «Taschentuches» vom Boden im Vorbeiflug. Der Flamingo wurde, wie damals Stand der Technik, in Holzbauweise gefertigt und mit Gewebe bespannt. Angetrieben wurde der Flamingo von einem Siebenzylinder-Sternmotor Siemens-Halske Sh11 mit 96 PS. Eine flugfähige Replica des

Geliefert wird das Modell als klassischer Modellbaukasten mit vielen Brettchen und Leisten sowie einem umfangreichen Zubehör. Die einzelnen Bauteile für Rumpf, Leitwerke und Tragfläche sind lasergeschnitten und sauber nach Baugruppen mit Folie verpackt. Sie muss man vor der Verarbeitung aus dem Rahmen heraustrennen und leicht überschleifen. Die umfangreiche Bauanleitung beinhaltet schrittweise die einzelnen Baustufen sowie das dafür benötigte Material.
Begonnen wird mit dem Aufbau des Rumpfes. Die Rumpfsseitenwände bestehen aus einer Kombination von Pappelsperrholz und Balsa, wobei das Sperrholz beim vorderen Rumpfbereich zum Einsatz kommt. Hier befindet sich auch die Akkuauflage und das Servobrettchen, sie sind ebenfalls aus Pappelsperrholz hergestellt.
Im rückwärtigen Rumpfbereich, der aus Balsaholz besteht, werden die formgebenden Spanten eingesetzt und mit Weissleim verklebt. An dieser Stelle sei angemerkt, dass sämtliche Verklebungen mittels Weissleim erfolgen. Er besitzt eine hohe Festigkeit bei geringem Gewicht. Nach dem Aushärten bleibt er elastisch, wodurch er sich als idealer Klebstoff für die im Flug auftretenden Belastungen eignet.
Nach dem Zusammenfügen der beiden Rumpfs Seitenteile werden an der Rumpfunterseite Verstärkungsleisten eingeklebt. Sie kommen im Bereich des Tragflächenausschnitts und des Motorträgers zum Einsatz. Eigentlich sollten jetzt an dieser Stelle die Baldachinstreben eingeklebt werden. Doch ist es ratsam, diesen Arbeitsschritt auf später zu verschieben. Einerseits geht das Bügeln des Rumpfes leichter, andererseits auch der Einbau der Servos für das Höhen- und Seitenruder. Anschliessend geht es mit dem Bau des Rumpfsdeckels weiter. Er besteht aus einem Rahmen, der eine Beplankung erhält. Der Rahmen
wird zunächst am Rumpf mittels Klebebandes fixiert und anschliessend beplankt. Im selben Arbeitsschritt erfolgt auch die Beplankung des oberen rückwärtigen Teils des Rumpfes. Bevor der untere Teil des Rumpfes beplankt wird, müssen die beiden Bowdenzugrohre eingebaut werden. Damit sind die Arbeiten am Rumpf vorerst erledigt und wir können uns dem Aufbau des Leitwerks zuwenden.
Der Aufbau erfolgt in Stäbchenbauweise mit fünf Millimeter Balsa. Da die einzelnen Teile be-
reits die richtige Länge besitzen und die Nasen-Endleiste mit Nuten ausgeführt sind, wird kein Bauplan als Unterlage benötigt. Man kann den Bau direkt auf einem ebenen, mit Plastikfolie bespannten Bau-brett durchführen. Nach dem gleichen Prinzip kann der Aufbau der beiden Ruderhälften erfolgen. Zur Verbindung der beiden Hälften kommen zwei 5x3 mm Kieferleisten zum Einsatz.
Beim Bausatz des Udet Flamingo handelt es sich um einen mehrteiligen Tragflächenaufbau. Bestehend aus dem oberen/unteren Tragflächenmittelsstück sowie der oberen und unteren Tragflächenteile. Bei der Bauweise von Aeronaut ist vorteilhaft, dass die einzelnen Elemente laut Bauanleitung nur zusammengefügt werden müssen. Somit ergeben sich die einzelnen Tragflächenkomponenten ganz von selbst. Dafür wird nur eine ebene Unterlage benötigt und man muss keinen Plan aufpinnen. Der Bau selbst geht sehr zügig und man kommt rasch voran. Aufpassen muss man jedoch bei der Verwendung der einzelnen Rippen und hier genau auf die Bezeichnung derer achten. Auf den ersten Blick schauen sie alle gleich aus, doch haben sie unterschiedliche Funktionen. So z.B. zur Aufnahme des Torsionsstiftes oder des Quer-ruderservos. Aufpassen muss man bei der Tragfläche, da diese die Wurzelrippe ist und schräg eingesetzt werden

muss. Hier wäre eine Schablone hilfreich, damit alle vier Tragflächenteile den gleichen Winkel erhalten. Am besten, man fertigt sich selbst eine an. Damit ist bei allen vier Tragflächenhälften der richtige Anstellwinkel zwischen Rumpf bzw. Baldachin und Tragfläche sichergestellt. Beim äusseren Randbogen ist es empfehlenswert, Rippen aus Restmaterial zwischen letzter Rippe und Randbogen zu setzen. Sie verhindern beim späteren Bespannen das Einfallen der Bügelfolie. Nach dem Aufbringen der oberen und unteren Beplankung und der Rippenauf-
leimer ist eine Tragflächenhälfte fertig. Die vorher angeführten Arbeitsschritte müssen für die drei weiteren Tragflächenteile wiederholt werden. Zum Abschluss werden auf den beiden unteren Tragflächenteilen die Buchten samt Servorahmen für die Querruder eingebaut. An dieser Stelle empfiehlt es sich, auch gleich die Kabel zur Ansteuerung der Servos einzuziehen, da dies nach dem Aufbringen der Bügelfolie nicht ganz so einfach ist. Zum Thema Querruder gehört auch das Heraustrennen und Verkasten der Querruder bei allen vier Tragflächenhälften.
Der Zusammenbau der Motoratrappe kann eigentlich bereits als eigener Bausatz bezeichnet werden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass alle Einzelteile separat verpackt dem Flamingobausatz beigelegt sind. Begonnen wird der Aufbau mit dem Verkleben der beiden Ringspanten. Auf ihnen werden die sieben Zylinderkopffüsse aufgesetzt, in denen anschliessend die Zylindertürme samt Rippen eingesetzt werden. An die Vorderseite kommen danach noch die Stösselstangen und auf der Oberseite der Zylinder die jeweiligen Gehäusedeckel. Nachdem der E-Motor am Kopfspant montiert wurde, kann bereits das Anpassen der Motoratrappe erfolgen. Dabei kommen zwei Aufdoppler ins Spiel, mit dessen Hilfe die genaue Anpassung der Attrappe an den Kopfspant erfolgen kann. Zum Schluss sollte man noch prüfen, ob der Aussenläuferantrieb sich frei bewegen kann und nirgends an der Attrappe streift. Endgültig fixiert wird die Motoratrappe mit Hilfe von zwei M15-Schrauben.
Zunächst starten diese mit dem Bespannen der einzelnen Komponenten mit Bügelfolie. Alternativ kann auch die Bespannung mit Gewebe erfolgen.
gen. In unserem Fall kommt Bügelfolie von Oracover zur Anwendung. Gemäss Vorlagen aus dem Internet wird der Udet Flamingo in den Farben Rot-Silber bespannt. Die zugehörigen Kennungen und Schriftzüge stammen von einem Fliegerfreund, der über eine gute Quelle betreffend Plottausdrucke verfügt. Nach der Fertigstellung der Bügelarbeiten kann das Zusammenfügen der einzelnen Komponenten in Angriff genommen werden. Im ersten Arbeitsschritt erhält der obere Rumpfdeckel im vorderen Bereich einen drei Millimeter grossen Buchendübel und an der Rückseite zwei Magnete. Sie halten den Rumpfdeckel während des Fluges in seiner Position.
Im nächsten Schritt werden das untere und obere Tragflächenmittelteil mit dem Rumpf verbunden. Das untere Tragflächenmittelstück wird in den Rumpfausschnitt geklebt. Dabei muss man auf die Zentrierung achten, damit es links und rechts vom Rumpf gleich herausragt. Auch beim oberen Tragflächenmittelteil muss auf die Zentrierung geachtet werden und dass es exakt aufliegt bzw. nicht verdreht ist. Das Höhen- und Seitenruder wird mittels Klebebandes an der Dämpfungsfläche ange-

| Spannweite: | ca. 1,310 mm |
| Rumpflänge: | ca. 910 mm |
| Fluggewicht: | ab ca. 1650 g |
| Flächeninhalt: | ca. 50 dm2 |
| Flächenbelastung: | ca. 37 g/dm2 |
| Propeller: | CAMcarbon Light Prop 12×6" |
schlagen. Dabei muss man auf eine freie Beweglichkeit der Ruder achten. Gegebenfalls muss hier ein wenig Nachar-
beit erfolgen. An dieser Stelle kann auch gleich die Anlenkung der beiden Ruder hergestellt werden.
Anschließend wird das Hauptfahrwerk samt den Rädern eingebaut bzw. hergestellt. Zur Anfertigung der Räder liegt dem Bausatz eine Kartonschablone bei, mit dessen Hilfe man die Reifen erstellt. Dabei kürzt man die Neoprenstreifen auf die in der Anleitung angegebene Länge ab und legt diese anschließend in die Schablone und verklebt diese mit Sekundenkleber. Die Trennstelle sollte sich auf dem abgeflachten Teil der Schablone befinden. Aufpassen muss man beim Abtrennen der Neoprenstreifen, da-
mit man einen geraden Schnitt erhält. Besser ist es, hier ein wenig mehr abzuschneiden und dann nachzubearbeiten, damit man eine schöne Trennfläche erhält. Nach dem Aushärten des Klebers kann der Reifen auf die Felge aufgezogen und mittels Sekundenkleber gesichert werden. Das Hauptfahrwerk besteht aus vorgebogenen Fahrwerksbeinen aus Stahldraht. Sie werden in die dafür an der Rumpfunterseite vorgesehenen Nuten eingelegt und mittig ausgerichtet. Im Anschluss erfolgt das Verschliessen der Nuten durch die Fahrwerkshalterung.
Nachdem sämtliche Arbeiten an den vier Tragflächenhälften und am Mittelstück abgeschlossen sind, kann die Montage erfolgen. Für eine stabile Verbindung sorgen Steckungsröhrchen, an denen die Tragflächenhälften aufgeschoben und mittels Klebeband gesichert werden. Nun kann die Montage der beiden äusseren Streben erfolgen und die Verbindungsgestänge zur Anlenkung der oberen Querruder können eingehängt werden. Die genaue Vorgehensweise bei den genannten Schritten ist in der Bauanleitung exakt beschrieben. Den letzten Schritt der Arbeiten bildet der Einbau der Cockpitscheibe, sie ist im Bausatz ebenfalls enthalten. Wer will, der kann dem Cockpit noch eine passende Pilotenfigur spendieren. Nach Einbau des individuellen Empfängers und Programmierung der Funktionen kann es bereits hinaus zum ersten Flug auf den Modellflugplatz gehen.
Die milden Wintermonate in diesem Jahr erlaubten ein fast durchgängiges Fliegen am Modellflugplatz. Somit konnten Anfang März die ersten Flüge mit dem Udet Flamingo stattfinden. Dabei tat er genau das, was man von ihm erwartete: einfach fliegen und das sehr gut. Der Flamingo liegt ausgezeichnet in der Luft und der von Aeronaut empfohlene Antrieb besitzt viel Leistung.
PS: Am «Taschentuchaufheben» arbeiten wir noch...


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