40 Jahre Modellfluggruppe Dietikon
Am Wochenende 15./16. August 1981 feierte die Modellfluggruppe Dietikon ihr 40jähriges Vereinsjubiläum. Dieser Bericht soll ein kleiner Rückblick auf das Geschehen der vergangenen 40 Jahre sein.
Ende Juli 1941 trafen sich 28 Dietiker Flugmodellbauer, oder solche, die es werden wollten, zur Gründungsversammlung der MG Dietikon.
In der Folge wurden in ihrem Baulokal im Rösslipot hinter dem Restaurant Harmonie eifrig Flugmodelle wie Esso, Shell, Pilot 4, Pro Aero und wie sie alle hiessen, sowie natürlich auch Eigenkonstruktionen gebaut. Mit der Bahn oder mit dem Velo und Anhänger, vollbepackt mit Flugmodellen, wurden Wettbewerbe besucht. Bald schon tauchten auch die ersten Dieselmotörchen auf. Ein Motorsegler mit ca. 280 cm Spannweite war zu dieser Zeit die grosse Attrak-
tion auf dem Fluggelände der MG Dietikon. Herrlich für das Fliegerhobby waren die Kriegsjahre, konnte doch die Hauptstrasse von Dietikon nach Spreitenbach als Startpiste verwendet werden, da damals nur selten ein Auto die Strasse benützte. Im Jahre 1943 wurde auf dieser Strasse erstmals ein Gruppenwettbewerb mit grossem Erfolg durchgeführt. Schon nach wenigen Jahren traten die Dietiker mit sehr guten Resultaten an verschiedenen Wettbewerben in Erscheinung. Im weiteren wurden an allen Wettbewerben die sehr sauber gebauten Modelle der MG Dietikon bestaunt und bewundert (hat heute noch seine Gültigkeit).
Mit dem Wechsel vom Sperrholz zum Balsaholz als Grundmaterial trat dann eine grosse Wende im Flugmodellbau ein, wobei sich die Dietiker sofort gut umstellen konnten. In den Jahren 1951–1955 konnten sich, mit guten Resultaten in den Ausscheidungen, mit Werner Hauenstein, Hans Schnabel und Karl Bucher drei Dietiker für die Teilnahme an Weltmeisterschaften im Hochstart qualifizieren.
Anfang der 60er Jahre waren dann die ersten Funkfernsteuerungen im Handel erhältlich, was für den Modellflug einen grossen Aufschwung bedeutete und die Mitgliederzahlen in den Modellfluggruppen ständig anwachsen liess. In der Folge stellten sich auch bei den Dietikern in den Fernsteuerkategorien zahlreiche Siege und Ehrenplätze ein.
1966 kam dann der grosse Schock für uns Modellflieger aus dem Limmattal. Unser Fluggelände, der Sportflugplatz Spreitenbach, auf dem wir von unseren «grösseren Brüdern» mit grossem Goodwill geduldet wurden, musste einem neuen Rangierbahnhof weichen. Nachdem auf einigen Provisorien weiter geflogen wurde (Autobahnstück bei Dietikon, Bauplatz und Randgebiete des neuen Rangierbahnhofes) konnten wir im Jahre 1975 in der Nähe der Limmat eine eigene Flugpiste in Betrieb nehmen.
1965 nahm erstmals ein Dietiker in der kurz zuvor neu gestalteten Kategorie F1E (magnetgesteuerte Hangmodelle) an einem internationalen Wettbewerb, dem Europa-Cup teil. Ein siebenter Platz bedeutete für die Dietiker den Startschuss für eine noch nie dagewesene Erfolgsserie an Regionalmeisterschaften, Schweizer Meisterschaft-
ten sowie Europameisterschaften in den Jahren 1973–1980. Zwei Namen zeichnen im besonderen für die guten Resultate der MG Dietikon: Werner Hauenstein und Robert Haller.
1974 traf uns aus heiterem Himmel die Todesnachricht unseres Gründers und Ehrenobmannes Werner Baumann. Nach relativ kurzer Krankheit verliess er uns für immer, eine grosse Lücke hinterlassend. Er war immer und für jeden mit gutem Rat und grosser Hilfsbereitschaft zur Stelle, wenn es galt, ein neues Modell zu bauen oder einzufliegen. Im weiteren gedenken wir auch allen anderen Mitgliedern, die uns im Laufe der vergangenen 40 Jahre durch den Tod für immer verlassen haben.
Dass ein eigener Flugplatz grosse Anziehungskraft besitzt, zeigte der Mitgliederboom, den die MG Dietikon erlebte. Von bisher ca. 40 Mitgliedern stieg die Anzahl sprunghaft auf 120 Mitglieder. Durch den regen Flugbetrieb auf dem Flugplatz fühlten sich aber schon bald einige Mitbewohner aus der Umgebung in ihrer Ruhe beeinträchtigt und legten Klage wegen Ruhestörung ein, welche dann Mitte 1980 zu einem gänzlichen Flugverbot auf dem Flugplatz führte. Seit diesem Zeitpunkt ist nun die MG Dietikon auf der Suche nach einem neuen Fluggelände: ein fast hoffnungsloses Unterfangen in unserer vom Stress und Lärm geprägten Zeit.
Dieser kleine Rückblick in die vergangenen Jahre zeigt, dass «Hochs» und «Tiefs» in ständigem Wechsel folgten. R. H.

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