Zum Gedenken an Erich Rohrer, MG Dübendorf
1930–2009
«Ich hatt' einen Kameraden,
einen besseren find'st du nicht.»
In meiner 55-jährigen modellfliegerischen Tätigkeit war Erich Rohrer immer wieder mein stetiger Begleiter. Der erste Kontakt mit Erich entstand Ende der 50er-Jahre. Bei einem A-2-Wettbewerb (Freiflug) auf dem Flugplatz Dübendorf landete mein «Hansheiri Kahn» (Konstruktion Hansheiri Thomann) auf einer hohen Föhre ausserhalb des Flugplatzes. Für mich ein hoffnungsloser Fall. Da kam ein hilfsbereiter Modellflieger der MG Dübendorf: Es war Erich. Der erste Kontakt mit einem Kameraden, der das ganze Leben blieb. Erich erklärte sich bereit, zu schauen, ob und wie dieses A-2-Modell heruntergebracht werden könnte. Wenige Tage später das erlösende Telefon: Das Modell könne ich abholen. Erich war auf einen Baum neben der Föhre hochgeklettert und hat mit Dachlatten das Modell hinuntergeangel. In der folgenden Zeit sah ich Erich ab und zu an den damaligen Freiflug-Wettbewerben. Jedesmal ein freudiges Wiedersehen. Er war Spezialist auf GM (Wakefield Gummimotor-Modelle).
Als ich 1970 meine berufliche Tätigkeit auf dem Militärflugplatz Dübendorf begann, standen wir uns plötzlich wieder gegenüber. Da baute sich ein enger Kontakt auf. So erfolgte auch ein Übertritt von meiner früheren MG Frauenfeld zur MG Dübendorf. Damals war Erich immer noch Gummimotor-Freiflieger. Aber auch der RC-Flug hatte bei ihm Einzug gehalten. Als Elektriker war sein Interesse am neu entstandenen Elektroflug gut zu verstehen. Erich gab sich viel Mühe, auch mir den Elektroflug schmackhaft zu machen. Das war anfangs nicht jedermanns Sache. Er unterstützte mich mit Rat und Tat bei diesem Elektroflug der ersten Zeit. Die ausgiebigen Kaffeepausen im Betrieb wurden weitgehend zu Elektroflug-Theoriegesprächen genutzt. Alle meine Elektroflugmodelle in dieser Zeit waren nur möglich dank Erichs Unterstützung. Er hatte immer für jedes Problem die richtige Lösung. Das Angebot auf dem Markt sowie die Leistung des Materials in jener Zeit waren im Vergleich zu heute recht bescheiden. Aber Erich war immer der Berater und Helfer. Etwas Spezielles war in jener Zeit der Elektro-Wasserflug. Da gab es manch «spritziges» Erlebnis auf dem Greifensee und dem Pfäffikersee. Die Krönung war ein Elektro-Wasserflug Hurdens-Bollingen im Jahre 1988 mit der MG Rapperswil. Dies war nur durch Erichs Fachwissen möglich. Bis zu Erichs Pensionierung zog er von Dübendorf weg nach Schiers im Prättigau. Dort richtete sich Erich am Herkunftsort seiner Frau gut ein. Er wurde dann in Dübendorf nicht mehr so viel gesehen. Aber mehrere Dübendorfer kamen in den Genuss seines neuen Paradieses: das idyllische Maiensässhaus «Weizali» auf dem Stelserberg. Nahe bei seiner Maiensäss war auch ein ideales Hangfluggelände. Es freute mich sehr, dass Erich auch an den Aroser Antik-Segelflugmodell-Treffen als Teilnehmer erschien. Alles was Erich in die Hände nahm, tätigte er mit viel Elan. Gleich zwei Pinguine flogen derart gut, dass sie ausser Sicht flogen. Vor zwei Jahren war Erichs Frau gestorben. Das war für Erich sehr schwer. Auch seine Gesundheit litt. Nun ist auch Erich als lieber Kamerad für immer von uns gegangen. Sein Modellflug war sein Leben. Im Modellflug hat er an vielen Wettbewerben auch im Ausland Geschichte geschrieben. Von 1975 bis 1986 war er Obmann der MG Dübendorf. Er wurde zum Ehrenmitglied der MG Dübendorf wie auch der Region ernannt. Lieber Erich, vielen Dank für alles, was du als guter Kamerad für uns getan hast, und für alles, was ich mit dir erleben durfte. Es war eine gute Zeit. Du bleibst für mich als unvergesslicher Kamerad in guter Erinnerung.
Alfred Genther


Viele Jahre lang war Erich Rohrer, MG Dübendorf, Freiflug-Chef der Region NOS und Mitglied des Regionalvorstandes. Er stand der Region nicht nur als grossartiges Sportler-Vorbild zur Seite, sondern auch als weitsichtiger und verantwortungsbewusster Mitdenker und Mitgestalter. Seine Leidenschaft waren zuerst die Gummimotor-Modelle und der Wasserflug. Von allem Anfang an hat er den Elektroflug unterstützt und massgeblich gefördert, unter anderem auch als erster Mannschaftsleiter der Elektroflugnationalmannschaft an Europameisterschaften (Heute «fördert» jeder den Elektroflug – vor 35 Jahren war das anders). Nach dem Wegzug ins Bündnerland ist es ruhiger geworden um Erich. Aber immer, wenn es irgendwie möglich war, kam er mit dem öV an die Präsidentenkonferenzen der Region NOS – auch hier Vorbild für uns alle.
Wir sind dankbar, dass wir mit Erich zusammenarbeiten durften. Er hat den Grundstein für viele Entwicklungen im Modellflug gelegt. Wir erinnern uns gerne daran.
Modellflug Region NOS
Emil Giezendanner, Präsident

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