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Mercy Air, die Himmelsbrücke zu Menschen in Not

von Samuel Liechti
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Es gibt immer wieder Ereignisse im Leben eines Modellfliegers, die sein Hobby etwas in den Hintergrund rücken. Genau dies trat bei mir ein mit dem Beginn meines Engagements bei Mercy Air vor rund sechs Jahren.

Die 1991 gegründete Organisation hat ihre Basis in White River im Nordosten von Südafrika. Zwei Flächenflugzeuge, eine 2-motorige Cessna 310 und eine 1-motorige Cessna 210 stehen dort neben einem Helikopter AS 350BA Ecureuil im Einsatz.


Fliegen für Bedürftige

Seit fünf Jahren betreibt und finanziert der Schweizer Zweig von Mercy Air diesen Helikopter mit dem Ziel, Not leidenden Menschen in Afrika Hilfe aus der Luft zu bringen. Zurzeit ist unser Einsatzgebiet vor allem in Mosambik. Die Arbeit wird gänzlich durch Spenden von Privaten, Firmen und Stiftungen getragen. Schnell und unbürokratisch wird nach Naturkatastrophen und in anderen Notlagen Hilfe geleistet. Mehrmals pro Jahr werden auch Ärzte, Zahnärzte und Pflegepersonal in unzugängliche Gebiete geflogen. Aber weshalb denn mit dem Helikopter?, werden viele fragen. Hier ein kurzer Vergleich: Eine 3-tägige, mühselige und gefährliche Reise auf dem Sambesi mit dem Einbaum entspricht einem 20-minütigen Heliflug. Keine Frage also, dass freiwillige Helfer in diesem Gebiet so viel effizienter arbeiten können und Hilfe schneller ankommt.


Mercy Air Switzerland

Obwohl selber Berufspilot, war es nie mein Ziel, hier ebenfalls zu fliegen, sondern zusammen mit Gleichgesinnten beim Aufbau eines Schweizer Trägervereins mitzuwirken. «Fundraising» heisst das auf Neudeutsch. Für mich Neuland und eine ziemliche Herausforderung. Ebenso neu und herausfordernd war der Aufbau eines Internet-Auftritts für die gesamte Organisation.


C-Check in Eigenregie

Es gab aber auch weitere Aufgaben, wie z.B. Mithilfe beim Ausbau des Hangars oder während eines C-Checks des Helikopters, einer sehr aufwendigen und zeitintensiven Revision, wo ich während rund drei Wochen sämtliche lackierten Metallteile des Helikopters ablaugte. In insgesamt rund 4000 Arbeitsstunden haben auf der Basis in Südafrika 9 freiwillige Helfer und Fachkräfte alle notwendigen Arbeiten dieser Revision erledigt. Für alle Beteiligten war es eine grosse Genugtuung, als Pilot und Mechaniker Matthias Reuter vor knapp 2 Jahren die Maschine in praktisch neuwertigem Zustand und in neuer Lackierung wieder in den Dienst nehmen konnte.

Mein Engagement für Mercy Air geht zwar weiter und ich möchte damit nach wie vor meiner Verantwortung gegenüber Menschen nachkommen, die in unvergleichlich schlechteren Bedingungen leben als wir in der wohlhabenden Schweiz. Trotzdem konnte ich inzwischen meine Flugmodelle wieder aus dem Dornröschenschlaf wecken und bin wieder vermehrt auf dem Flugplatz anzutreffen. – Beides bietet Befriedigung und macht Spass! Nähere Informationen über Mercy Air und die Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung unserer Arbeit sind auf unserer Webdite zu finden: www.mercyair.ch

Samuel Liechti,
Präsident Mercy Air
Switzerland



Unser Arbeitspferd: die AS 350BA Ecureuil.



Mit dem Zahnarzt im Busch.



Im Anflug auf ein Dorf im Sambesi-Delta.



Unbedingt erforderlich: dicke Gummihandschuhe, ein unempfindliches Riechorgan und Ausdauer.



Das Triebwerk wird ausgebaut.



Jetzt muss noch die Farbe weg.



Nach der Revision wieder im Einsatz in Mosambik.



Lackieren unter afrikanischer Sonne.



Montage der neuen Rotorblätter.



Die bald 20-jährige Piper ist restauriert und darf wieder vermehrt in die Luft.



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