Sport

Nichts Neues bei den schnellen Elektro-Seglern

von Marco Cantoni
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Saisonabschluss in der Klasse «RC electric powered multi task gliders»


Die erste Elektroflug-FAI-WM-Klasse bewegt sich heute in stabileren Gewässern. Einen guten Beitrag dazu geleistet hat die Abkehr von der andauernden, fast zwanghaften Regelländerei. Die aus einem halben Dutzend bestehenden, engagierten Schweizer F5B-Piloten weisen ein beachtliches Niveau auf und brauchen sich auch international nicht zu verstecken. Leider ist in weiter Ferne – wenn wir die Schwätzerei einmal weglassen – kein Nachwuchs in Sicht.


Zwei Wettbewerbe in der Schweiz

Das OK-Team im NOS hat zwei Wettbewerbe zusammen mit dem MV Pfäffikon und der MG Mörsburg organisiert. An der SM in Pfäffikon ist einmal mehr der Buttiker Patrick Häusler angetreten, und das hat die übrigen Teilnehmer ganz schön unter Druck gesetzt. So muss es sein. GZ



Der internationale Wettbewerb in Wittenwil

Oder... Abschluss einer Selektionsperiode von 2 Jahren im Zeichen von Corona...

Anfang 2019 waren sie bereit: die Modelle für die F5B-WM in Bulgarien. Bereit zum Saisonstart: das Team, im ständigen Austausch per WhatsApp. Der Lockdown im Frühjahr hat dann die ganze Saison 2019 praktisch ausradiert. Einzig in der «Corona-Sommerpause 2019» gab es mit dem internationalen F5B-Wettbewerb in Flaachtal, gleichzeitig als Schweizer Meisterschaft gewertet, einen einzigen halbwegs internationalen Vergleich, bei dem sich die Schweizer in WM-Form präsentierten.

So kam es dann am 9. Oktober in Wittenwil zu einem eigentlichen «Showdown». Dieser Wettbewerb am Schluss einer Saison, welche von unzähligen Verschiebungen und Absagen geprägt war, wurde dann auch nicht nur zu einer Nationalmannschaftsausscheidung, sondern er war auch der einzige Eurotour-Wettbewerb und gleichzeitig der einzige FAI World-Cup des Jahres 2020. Es stand also buchstäblich viel auf dem Spiel. Es kamen dann auch nicht Krethi und Plethi, sondern die Crème de la Crème: Vier Weltmeistertitel standen am Start, die ganze deutsche Nationalmannschaft, zwei französische Toppiloten und mit Gerben van Berkum der amtierende Weltmeister und Überflieger der letzten Jahre. Alles war also angerichtet für einen würdigen Saisonabschluss. Mit Wolfgang Schulz als Jury-Präsidenten, seines Zeichens auch der «Erfinder» des weltweit eingesetzten F5B-Messsystems, war auch sichergestellt, dass alles reglementskonform ablaufen sollte. Die Modellfluggruppe Mörsburg hat mit ihren Helfern das Mess-Team um Emil perfekt ergänzt und zum tollen Gelingen beigetragen. Präsident Christoph Peter und Vizepräsident Carlo Fornasier waren sich nicht zu schade, die verantwortungsvolle Aufgabe als A-Linienrichter zu übernehmen. Zum Wettbewerbsablauf: Es wollten alle auf Teufel komm raus zeigen, was sie noch draufhaben, so kam dann keiner wirklich ohne Fehler durch. Ein Verwender, ein Motor-Einflug, ein Motordefekt, ein Motorstotterer etc., jeder der topplatzierten Piloten hatte 1–2 «Episödchen». So hoffte dann auch jeder, dass es bei nur einem Patzer bleibt, der mit dem Streichresultat wegfallen würde. Die Spannung war hoch, wurden doch in der vorderen Hälfte ausschliesslich 49 und 50 Strecken «runtergebrettet». Dies bei anfänglich bedecktem Himmel (was zum Energiesparen für den Dauerflug riet) und Wind, welcher aus der Strecke herausblies, nicht unbedingt berühmt für schnelle Bedingungen.

Die Überraschung kam dann mit der Siegerehrung: Es war so eng wie noch nie: Der Erste (Marco) und der Zweite (Thomas) punktgleich, der Dritte (Gerben) nur 0,1 Punkte dahinter und auch der Vierte (Lucas) nur gerade mit 6 Punkten Abstand (weniger als eine Strecke). Dies bei knapp 3000 Totalpunkten. Am Schluss musste dann das bessere Streichresultat das Zünglein an der Waage spielen, um den Tagessieger zu erküren ...

Damit war auch die Selektion der Nationalmannschaft besiegelt und die aktuelle Nationalmannschaft wird die Schweiz wohl auch im nächsten Jahr repräsentieren (nach der formellen Bestätigung durch die FaKo). Ein kleines Detail: Alle drei Piloten hatten über die 2 Jahre hinweg bei allen in die Wertung gekommenen Flügen 49, 50 und vereinzelt auch 51 und 52 Strecken geflogen ... Die Toppiloten werden von Andy Lang (Propellermeister) und Ralf Drinkmann, welcher in Wittenwil seinen ersten 1000er erflog, unterstützt und auch immer wieder herausgefordert.

Vielleicht hatten da einige gerade wegen Corona etwas mehr Zeit zum Tüfteln und Testen ohne das Herumreisen von Wettbewerb zu Wettbewerb ... Die nächste Saison kann kommen!

Marco Cantoni




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