Geschichte

Frequenzkontrolle nötiger denn je

von Emil Giezendanner
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Fernsteuerungen oder RC-Anlagen (es gibt auch «Funkleitsysteme», wobei der Ausdruck allein mind. Fr. 30.- ausmacht!) sind heute längst nicht mehr in ihrer Verbreitung sog. privilegierten Bevölkerungsschichten vorbehalten. Eine Fernsteuerung hat heute jedes Kind (theoretisch nicht, aber praktisch schon) – und wer noch keine hat, wird eine bekommen; denn ich glaube nicht, dass es Kinder gibt, die sich nicht ein ferngesteuertes Rennauto oder gar ein Motorrad wünschen. Das ist doch genau das, was sich Kinder wünschen – mindestens so lange, bis sie es haben, dann verstaubt beides, Fernsteuerung und Motorrad neben dem Panzer, dem Flugzeugträger und den Bleisoldaten.


Nun, sei die Entwicklung wie sie wolle, ganz glücklich kann sie uns Modellflieger auf jeden Fall nicht machen, denn selbst die Tatsache, dass hinter der nahen Geländeerhöhung Vater und Sohn ihr neu erstandenes ferngesteuertes Geländefahrzeug ausprobieren, könnte einem Modellflieger, der sich beispielsweise auf eine WM oder sonst eine wichtige Meisterschaft vorbereitet oder ein äusserst aufwendiges Scale-Modell einfliegt, der kalte Schauer den Rücken hinunter gehen. Nach dem Jedermannfunker nun auch der Jedermannfernsteuerer! Nun, es liegt mir fern, hier in irgendeiner Weise ein Feindbild aufzubauen, weder beim Handel, noch bei den Spielzeug-Fernsteuerern. Es werden hier jedoch Probleme auf uns zukommen, welche von uns alle Aufmerksamkeit verlangen. Ein Sprichwort sagt, dass man nicht beim Nachbar, sondern zuerst bei sich selbst (zu wischen) beginnen solle! Aus diesem Grund sei hier wieder einmal zur vermehrten Disziplin im Umgang mit RC-Anlagen aufgerufen. Die Behauptung, dass mehr Modelle durch Selbstverschulden der Modellflieger in die Brüche gegangen seien als durch sog. Fremdstörungen, scheint mir nicht ganz so absurd, wie man das gerne wahrhaben möchte.


Hier eine kurze Zusammenstellung der Hauptursachen:


1. Doppelbelegung eines Kanales

Aus Rücksichtslosigkeit und Unvorsichtigkeit. Besonders seit es möglich ist, mittels Steckquarzen die Kanäle rasch zu wechseln. Keiner weiss mehr, was der andere hat!


2. Standort des Piloten

Sind mehrere Modelle gleichzeitig in der Luft, so müssen sich die Piloten unbedingt alle an demselben Standort aufhalten. Das tiefe Überfliegen eines anderen Senders in einiger Distanz kann sich verheerend auswirken.


3. Änderung des Rudermaschinen-drehsinns am Sender

Dort wo sich der Drehsinn der Rudermaschinen am Sender ändern lässt, müssen die Ruder vor jedem Flug noch sorgfältiger durchgecheckt werden. Falsch «gepolte» Querruder können beispielsweise beim Start, neben dem eigenen Modell, auch Kameraden und Zuschauer aufs höchste gefährden.


Frequenztafel, ein Beitrag zur Sicherheit

Frequenztafeln oder Pfosten können das Frequenzproblem organisatorisch wesentlich vermindern. Voraussetzung ist natürlich, dass jeder selbst weiss, welchen Quarz er drin hat, nicht wahr? Ist der Pilot aber schon so weit fortgeschritten, dass er seine Frequenz mind. nach Kanalnummer kennt, kann eine Frequenztafel gute Dienste leisten. Die Tafel wird an einem zentralen Ort übersichtlich aufgestellt. Jeder, der seinen Sender in Betrieb nehmen möchte, nimmt das zugehörige Plättchen (oder Klammer) von der Tafel und befestigt es an seinem Sender. Ist das Plättchen nicht an der Tafel, so ist die Frequenz – immer vorausgesetzt,


es halten sich alle daran – belegt, und der eigenen Sender darf auf keinen Fall eingeschaltet werden – auch nicht mit eingefahrener Antenne, so schnell zum Probieren! Nach absolviertem Flug – egal mit welchem Erfolg, ist das Frequenzschildchen schnellstens wieder an seinen Platz an der Tafel zurückzubringen. Vielleicht wartet ein Kamerad so sehnlich darauf, und Du möchtest doch nicht dafür verantwortlich sein, dass der Gute, ohne zum Fliegen zu kommen, frustriert nach Hause geht und ihm der ganze Sonntag – wenn möglich gar die ganze Woche – versaut ist, nur weil Du Dein


Plättchen mit zum wärmenden Kafi ins nahe Beizli nahmst!


Nachdem wir in MFS 6/79 die vorbildliche Graupner-Frequenztafel (Vertrieb Fulgur, Lausanne), für deren Gestaltung schliesslich niemand anderer als François Tapernoux, MG Dübendorf, zeichnet, vorgestellt haben, möchten wir hier ein weiteres positives Beispiel der Firma FPN, Bern, vorstellen.


Meine Devise lautet:

Lieber für Frequenzen eine Tafel, als in Kopf und Flügel ein Gekafel.

Herzliche Grüsse: Emil Giezendanner



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