Sport

FAI Weltmeisterschaften

9
F3K – Hand Launched R/C Gliders

An der ersten Weltmeisterschaft für Hand Launch Glider in Arboga, Schweden, konnte das Schweizer Team ein erfreuliches Resultat erzielen. Reto Schmid erreichte die Top 10 im Vorwettbewerb und Reto Fiolka erreichte solide das Fly Off an der WM. Die Leistungsdichte war sehr hoch und zeigte deutlich, dass F3K ein faszinierender Sport ist.


Vorbereitung ist (fast) alles

Sobald das Schweizer Team nominiert war, begannen die Piloten Reto Schmid, Gregor Kistler und Reto Fiolka mit den Vorbereitungen. Reto Fiolka weilte zu diesem Zeitpunkt für einen Forschungsaufenthalt in den USA, doch über Skype hielten wir monatliche Meetings. Mit Jan Brunner wurde unser Team durch einen jungen, aber engagierten Teammanager komplettiert. Viele Fragen waren offen: Was würde uns in Arboga erwarten? Wie gut ist die Konkurrenz, was für Modelle werden eingesetzt und wie hoch werden die Toppiloten werfen? Wir versuchten möglichst viel zu trainieren und an viele Wettbewerbe zu gehen.


Zum Wettbewerb

Für den Vorwettbewerb der WM, dem Nordic Open mit

über 100 Teilnehmern, entschieden wir uns, nicht die A-Modelle einzusetzen. Es war extrem windig und manche Durchgänge waren unmöglich zum Fliegen. Wir mussten zum Teil voll ballastiert (400 g) fliegen, um überhaupt vorwärtszukommen. Bei den Favoriten konnte vor allem Joe Wurts überzeugen, der das Nordic open souverän gewann. Reto Schmid schlug sich sehr gut und erreichte einen hervorragenden 8. Rang.

Die WM fing am Dienstag bei nahezu völliger Windstille an. Beide Retos erzielten in der ersten Runde die geforderten 5 Minuten in einer schwachen Thermikblase, ein guter Start. Auch die nächsten Aufgaben fanden bei sehr schwachen Bedingungen statt. Bei der Aufgabe «Steigern» konnten Reto S. und Gregor die 2 Minuten nicht mehr erreichen, was für Reto S. den ersten deutlichen Punkteverlust einbrachte. Reto F. kam bis Runde 5 praktisch unbeschadet durch und war in den Top-Ten. Doch die Rangliste war extrem eng, ein paar Sekunden Verlust, und schon war man weg vom Fenster. Dies sollte sich mit der Aufgabe «Poker» ändern. Poker überlässt es dem Piloten, die Flugzeit anzusagen, aber wenn man eine Nomination gemacht hat, muss man die Zeit errei-



chen, sonst zählt der Flug nicht. Auf dem hohen Niveau an der WM war es uns klar, dass man 9 Min. 58 ansagen musste. Alles andere wäre so oder so ein Streicher gewesen. Dies war dann auch die Zeit, die Reto F. ansagte. Allerdings ging dieser Poker nicht auf und nach 3 Minuten landete sein Modell etwa 1 km weit weg vom Feld. Damit hatte auch er sein Streichresultat. Poker mischte das Feld auf, einige Favoriten verpassten um Sekunden ihren Flug und die Nerven lagen absolut blank. Reto F. konnte die letzten drei Runden für sich entscheiden, obwohl er durch zwei Zusammenstösse nochmals in Schwitzen kam. Damit erreichte er mit dem 5. Rang sehr sicher das Fly Off der besten 12. Als Team erreichten wir den 12. Rang von 27 Teams. Danach war ein Tag Pause vor dem Fly Off. Wir nutzten den Ruhetag zum Trainieren und es wurde auch ein inoffizieller Startwettbewerb durchgeführt. Reto F. erreichte dabei eine Wurfhöhe von 70,4 m. Bei auffrischendem Wind erreichte ein Japaner mit seinem sehr dynamischen Wurfstil sogar 76 m, was klar machte, dass F3K wirklich ein Sport ist. Das Fly Off am Samstag fand bei stärkerem Wind und bewölktem Wetter statt. Für unseren Schweizer Teilnehmer fing es gut an; bei der ersten Aufgabe konnte Reto F. die geforderten 5 Minuten voll machen. In Runde 2, Aufgabe 1, 2, 3, 4, hatte praktisch das ganze Teilnehmerfeld Mühe und einige landeten sogar aussen, doch für Joe Wurts und Reto sah es sehr


Zusammenfassung

Natürlich quälten uns viele Fragen nach dem Fly Off: Warum musste der Zeitnehmer dann patzen, wenn es bei uns gut lief? Wären wir auf der Seite des Feldes bei Joe gestanden, hätten wir den All Up Last Down wohl nach Hause bringen können. Hätte man im Poker vor dem letzten Flug den Ballast rausgenommen, hätte die Thermik vielleicht gereicht, und und und. Aber um diese Entscheidungen zu treffen, hätte man im vornherein wissen müssen, wo die Thermik ist und wie sie sich entwickelt. Dies konnte nur ein Mann auf dem Platz, nämlich Joe Wurts, und daher wurde er auch verdient Weltmeister. Trotzdem sind wir sehr zufrieden mit dem Abschneiden der Schweizer Nationalmannschaft. Wir konnten international mithalten, sowohl am Vorwettbewerb als auch an der WM, aber auch bei technischen Aspekten wie der Wurfhöhe oder den Durchstartzeiten waren wir vorne dabei. Und viele neue talentierte F3K-Piloten sind in der Schweiz in den Startlöchern und werden unsere Szene deutlich verstärken und aufmischen. Kurz zusammengefasst: Die WM war ein erfreulicher Auftakt für diese junge Wettbewerbsklasse.




Alle Kategorien anzeigen →

AKTUELL

Sortieren Nach:
Weitere Beiträge →



An error has occurred. This application may no longer respond until reloaded. Reload 🗙