Elektronische Tankwarnanlage
«Wie lange bin ich schon oben?» war sicher auch schon Ihre bange Frage bei einem Erstflug. Die Antwort war dann: «Keine Ahnung!», denn Ihr Helfer hatte eben vor Aufregung auch vergessen, auf die Uhr zu sehen.
Fliegen Sie mit Ihrem Flächenmodell ein regelmässiges Programm, dann werden Sie bald ein Gefühl dafür haben, auch ohne Uhr rechtzeitig zu landen. Setzt der Motor dann eben einmal aus, so ist das meistens gar nicht tragisch: mit ein bisschen Glück bringen Sie sogar Ihr schnelles Delta wieder heil auf die Piste.
Ganz anders sieht dies vorläufig noch bei den Hubschraubern aus. Ein Motoraussetzer ist meistens mit einem schweren Absturz verbunden. Ich sage «vorläufig», weil bis jetzt noch kein erprobtes System existiert, das vernünftige Autorotationslandungen zulässt.
Nehmen wir einmal an, Sie zerlegen in Ihrer Karriere als Helikopterpilot drei Sätze Rotorblätter, weil Sie Ueberzeit fliegen. Dann sind Sie noch gut davongekommen — stellen Sie sich einen Totalschaden vor! Dennoch — Sie haben so viel mehr Zeit und Geld gebraucht, als für eine zuverlässige Warnanlage nötig gewesen wäre. Durch solche Ueberlegungen kam ich zum Schluss, dass eine Tankwarnanlage vor allem für Anfänger im Helikopterfliegen ein unerlässliches Requisit darstellt.
Der Entschluss ist also gefasst: Wir bauen uns eine Elektronik, die uns durch Blinklicht einen bestimmten minimalen Treibstoffstand anzeigt. Die vorliegende Schaltung ist so einfach, dass sie ohne ein Messinstrument aufgebaut werden kann. Verdrahten Sie die angegebenen Komponenten richtig nach dem Schema, so wird die Blinkanlage garantiert funktionieren.
Die Eingänge 1 und 2 werden an die Tanksonde angeschlossen, die ihren Widerstand je nach Benzinniveau ändert.
Sind die beiden Elektroden ins Gemisch eingetaucht, beträgt der Widerstand ungefähr 20 ks. Sinkt der Benzinstand unter das Niveau A, so haben wir einen Leerlauf. Bei eingetauchter Sonde fliesst über die Elektroden ein winziger Strom, der vom Transistor T 1 verstärkt wird und über T 2 den astabilen Multivibrator einschaltet. Der Multivibrator (gebildet aus T 3, T 4, C 1, C 2 und R 6—R 9) steuert über die beiden Mitteleistungstransistoren T 5 und T 6 die Lämpchen.

| R 1 | 5,6 kΩ |
| R 2 | 5,6 kΩ |
| R 3 | 1 MΩ |
| R 4 | 33 kΩ |
| R 5 | 5,6 kΩ |
| R 6 | 330 Ω |
| R 7 | 6,8 kΩ |
| R 8 | 6,8 kΩ |
| R 9 | 330 Ω |
| R 10 | 1 kΩ |
| R 11 | 1 kΩ |
| C 1 | 50 uF/3V |
| C 2 | 50 uF/3V |
| T 1 | BC 148 B |
| T 2 | BC 148 B |
| T 3 | BC 107 |
| T 4 | BC 107 |
| T 5 | 2N 1893 |
| T 6 | 2N 1893 |
| L 1 | 3,8V/0,07A |
| L 2 | 3,8V/0,07A |
Diese Elektronik hat sich bis jetzt während vielen Flugstunden ohne Ausfälle bewährt. Als Speisung benutze ich eine 4,5 V Trockenbatterie. Da die Schaltung bei vollem Tank nur einige mA Strom zieht, hält eine solche Batterie viele Stunden.
Neben den angegebenen Komponenten benötigen Sie nur einen Lötkolben und ein Stück Veroboard (Platte aus Hartpapier mit Leiterbahnen). Die Komponenten erhalten Sie in einem Elektronikgeschäft (z B. Pusterla in Zürich) für etwa Fr. 12.—.
Am besten beginnen Sie mit dem Aufbau bei den Sondeneingängen und verdrahten dann gemäss dem Schaltbild schrittweise nach rechts.

Der kritische Punkt an der ganzen Anlage sind nur die Glühlämpchen. Sie müssen unbedingt mit Schaumgummi weich gelagert werden, sonst brechen die Glühfäden durch Vibrationen schon nach kurzer Zeit. Montieren Sie mindestens zwei Lämpchen, das ergibt doppelte Sicherheit und sieht ausserdem gut aus. Wollen Sie mehr als zwei Lämpchen betreiben, so können Sie diese ohne Bedenken parallel zu den andern schalten. (Siehe im Schema -----).
Und nun alles Gute fürs Helikopterfliegen!
J. Steinmann
Weitere Auskünfte erteilt der Verfasser gerne.
Jürg Steinmann, Tel. 01/26 81 17
Bucheggstr. 24, 8037 Zürich

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