RCS-Konstruktionskurs – Theorie und praktische Anwendung
In den folgenden Abhandlungen über die Auslegung von RCS-Modellen bin ich von dem Standpunkte ausgegangen, dass es kaum jedem interessierten Modellbauer möglich ist, die zahlreichen und in verschiedenen Fachzeitschriften zerstreut auftretenden Beiträge zu sammeln und auszuwerten.
Einzelne, willkürlich aus dem ganzen umfangreichen Stoffe herausgegriffene theoretische Abhandlungen nützen dem durchschnittlichen Modellbauer nicht viel, da die ebenso wichtigen oder im direkten Zusammenhange stehenden Randgebiete fehlen oder nicht greifbar sind. Der ganze Stoff wurde in einem von der Region 5 im November 1971 durchgeführten Konstruktionskurs behandelt, und aus diesem Kreise wurde dann auch der Wunsch geäußert, diese theoretisch/praktische Abhandlung zu veröffentlichen.
Heinrich Disler
1. Flügelgeometrie (Fläche, Streckung)
No. 6 Dezember 1972
2. Die Reynold'sche Zahl
No. 7, Februar 1973
3. Das Polardiagramm
No. 8, April 1973
4. Der Tragflügel
No. 9, Juni 1973
5. Modellauslegung
No. 10, August 1973
6. Berechnungsbeispiel
No. 11, Oktober 1973
7. Berechnungsbeispiel (Fortsetzung)
No. 12, Dezember 1973
Berechnung der Spannweite und Streckung bei nicht konstanten geometrischen Flügelumrissen.
In der folgenden Abhandlung will ich in leicht verständlicher Art eine Möglichkeit zeigen, für die Berechnung der Spannweite und Streckung von Tragflügeln oder Leitwerken bei angenommener Fläche und innerer Profiltiefe.
Als Ausgangsgrößen für alle Rechnungen nehmen wir einen RCS-Flügel von $50 \text{ dm}^2$ Fläche und einer inneren Profiltiefe von $2,2 \text{ dm}$.

| F | = 50,0 dm2 |
| t | = 2,2 dm |
| b = F / t | = 50,0 / 2,20 = 22,73 dm |
| λ = b / t oder b2 / F | = 22,73 / 2,20 = 10,33 = 22,732 / 50,02 = 10,33 |
- F = Flügelfläche in dm2
- b = Spannweite dm
- ti = innere Profiltiefe in dm
- ta = äussere Profiltiefe in dm
- tm = mittlere Profiltiefe
- λ = Flügelstreckung
Aus aerodynamischen Gründen sollte ta nicht kleiner als 0,6 ti gewählt werden.

| F | = 50,0 dm2 |
| ti | = 2,2 dm |
| ta | = 0,6 ti = 0,6 × 2,2 = 1,32 dm |
| tm | = (ti + ta)/2 = (2,20 + 1,32)/2 = 1,76 dm |
| b | = F / tm = 50,0 / 1,76 = 28,41 dm |
| λ | = b / tm = 28,41 / 1,76 = 16,14 = b2 / F = 28,412 / 50,0 = 16,14 |
Diese Grundrissform ist wohl die meist angewandte im Modellflug.
In diesem Falle können wir nicht mehr direkt aus tm die Spannweite b ermitteln.
Vorerst müssen wir uns überlegen, welches Verhältnis der Innen-(Rechteck) zum Aussenflügel (Trapez) haben soll.
Windkanalversuche haben als günstiges Verhältnis, auf die halbe Spannweite bezogen, ergeben:
bi = 2/3 b' und ba = 1/3 b'

F/2 = ( ti' x 2/3 b' ) + ( ( ti' + 0,6 ti' ) / 2 ) × b'/3 | |
Beispiel: | |
b1' = 2 x 6' / 3 = 8,09 dm' |

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