Titelstory

Mit Schweizer Präzision zum Erfolg

von Martin Sannwald
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Vom 4.–14. Juli wurde auf dem Airport Enniskillen/Nordirland die 7. Weltmeisterschaft der RC-Jet-Piloten ausgetragen. In dem folgenden Bericht möchten wir in erster Linie die Jet-Modelle der Schweizer Piloten und deren Technik näher vorstellen.


Modelle/Baubewertung

Wie nicht anders zu erwarten wurde schnell klar, welche Art der Modelle bevorzugt eingesetzt werden. So waren von den ca. 90 gemeldeten Maschinen 19 BAe Hawk's von Airworld und Skygate-Collection. Viele weitere Modelle waren auch bereits bestens bekannt in der Szene wie die Albatros, Panther und Cougar von Airworld oder die MIG-29 von Composite-ARF. Interessant war festzustellen, dass fünf der sechs anwesenden US-Amerikaner auf Bausatz-Modelle der amerikanischen Firma Bob Violett setzten (F-86 und Mig 15). Die im Quervergleich eher kleinen Modelle sind in Bauqualität kaum zu übertreffen.

Als echte Farbtupfer hoben sich die Unikate «MB-339» des Italieners De Marchis, die Hawker Hunter von Reto Senn (CH) sowie die F-111 von Franz Walti (CH) von der Menge der Bausatzmodelle ab.

In der Baubewertung ganz vorne lagen am Schluss zwei Skygate Hawk mit Schweizer Farbgebung, die Hawk von Stephan Völker sowie die Maschine unseres Schweizer Teampiloten Urs Mayländer. Urs hat Stephan Völker klar gemacht, wie Schweizer Präzision zu verstehen ist und als neuer Bauweltmeister den späteren Gesamtsieger auf die Plätze verwiesen.



Schweizer Nationalmannschafts-Piloten mit Ihren Modellen:

Modell: Albatros L-159 von Götz
Antrieb: JetCAT P120
RC: Multiplex



Modell: BAe Hawk von Skygate Collection
Antrieb: JetCAT P160SE
RC: Futaba



Modell: BAe Hawk von Airworld
Antrieb: JetCAT P160
RC: Futaba



Modellen:

Modell: F-111, Eigenbau von Franz Walti
Antrieb: AMT Olympus
RC: Futaba



Modell: F-15 von Avonds
Antrieb: JetCAT P160
RC: Graupner



Modell: L-39 Albatros von Airworld
Antrieb: JetCAT P160SE
RC: Futaba



Modell: Hawker Hunter, Eigenbau von Reto Senn u. Hans Laubscher
Antrieb: JetCAT P160
RC: Futaba



Flugbewertung

Was die Gesamtrangliste widerspiegelt, hat auch weitestgehend unserer Auffassung entsprochen. Schwierig, wie bei anderen subjektiv zu beurteilenden Leistungen, ist der Einfluss wechselnder Witterungsbedingungen während eines Flugdurchganges zu werten. Als eher sinnlos kann deshalb der Rotationsmodus der Punktrichter während eines Flugdurchganges bezeichnet werden. Des Weiteren wäre die allseits bekannte 1000-er-Wertung wünschenswert als Basis für ausgeglichene Bewertungskriterien. So war es kaum erstaunlich, dass die erheblichen und teilweise unerklärlichen Flugpunktedifferenzen zu Diskussionen unter den Piloten geführt haben. In diesem Punkt besteht Handlungsbedarf für die Dachorganisation IJMC.

Der spätere Sieger der Veranstaltung und neue Weltmeister Stephan Völker zelebrierte seine Flüge in eindrucksvoller Manier. Die Ruhe und Sicherheit in seinen Darbietungen ist einzigartig und sehenswert zugleich. Ähnlich souveräne Flüge konnten nur noch vom Vizeweltmeister Thomas Höchsmann (D) beobachtet werden, der als langjähriger F3A-Pilot eine gute Grundlage für Einteilung und Flugruhe mitbringt.



Organisation

Die teilweise gravierenden Organisationsmängel vor Ort waren der Veranstaltung nicht würdig. Im Wissen um naturgemäss schwierige Witterungsbedingungen in Nordirland ist es kaum zu verstehen, dass 90 kostspielige und technisch anfällige Scale-Modelle in Zelten untergebracht werden mussten, um so mehr neu erstellte Hangars nutzbar gewesen wären. Dass die ausragende Modellfluggruppe mit den lokalen Flugplatzbehörden des Enniskillen Airports offensichtlich das Heu nicht auf der gleichen Bühne hatte, ist zwar eine Erklärung für solch seltsames Tun. Dennoch kann es nicht sein, dass mit derart unglücklichen Grundvoraussetzungen eine Weltmeisterschaft ausgetragen wird im Wissen um die Ankunft von 90–100 Teilnehmern aus aller Welt, welche sich gewissenhaft und mit grossem finanziellen Aufwand vorbereitet haben. Den Vorwurf alleine an den Veranstalter zu richten wäre jedoch falsch. Die Dachorganisation IJMC kann sich nicht einfach aus der Verantwortung stehlen nach dem Motto, «es hat im Vorfeld alles gut ausgeschaut, und die Projektmeilensteine wurden kontrolliert und vom Veranstalter eingehalten». Das vorliegende Beispiel hat gezeigt, dass die professionelle und permanente Mitarbeit des IJMC nötig und wichtig ist, um derartige Aussetzer zukünftig zu vermeiden.

Umso schöner zu sehen war es deshalb, wie unser Schweizer Team professionell und «sozial artgerecht» geführt wurde. Evi und Edgar Bruhin, welche nun bereits zum vierten Mal das Teammanager Paar gestellt haben, gebührt unser aller Dank für die aufopfernde Leistung. Sie waren neben den mitgereisten Supportern und Fans das eigentliche WM-Highlight für mich. Evi hat sich auf jeden Fall den Kosenamen «Honey Bunny» redlich verdient, nach dem «Brand» für Edgar wird noch gesucht.



***Nächster Termin: Jet World Master 2009 in Zypern***


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