Elektro-max von Graupner
Bau- und Flugbericht
Bei näherem Betrachten des Baukastens fiel einem die ausserordentlich gute Ausstattung auf. Leim, Bowdenzüge, Klips, Räder usw. waren im Baukasten enthalten.
| Spannweite ca. | 1438 mm |
| Gesamtlänge ca. | 944 mm |
| Gesamtflächeninhalt ca. | 32,45 dm2 |
| Fluggewicht je nach Ausrüstung ca. | 1750 g |

Das Balsaholz von ausgezeichneter Qualität und alle Stanzungen sehr sauber ausgeführt. Etwas ganz Besonderes sind natürlich die fertig bearbeiteten Rippenblöcke, welche sehr sauber ausgeführt sind. Ein übersichtlicher Plan und eine bebilderte Bauanleitung mit Explosionszeichnung erleichtern das Bauen beträchtlich.
Der Bau des Rumpfes mit seinen diversen Verstärkungen gibt recht viel Arbeit und ist meines Erachtens etwas zu kompliziert, wenn man mit anderen Rumpfen von Elektromodellen vergleicht. Besonders bei der einseitig abnehmbaren Motorhaube muss sehr genau gearbeitet werden, da diese sonst nie richtig passt. Für den Vorschlag laut RC-Einbauplan, den Empfänger auf die Antriebsakkus zu legen, konnte ich mich nicht recht begeistern, deshalb machte ich im Zwischenboden vorne im Rumpf einen Ausschnitt für die Empfängerbatterie, so dass alle Fernsteuerteile dort untergebracht werden konnten. Wer die Servos nicht am Boden befestigen will, muss das Servobrettchen unbedingt beim Verleimen der beiden Rumpfsseiten mit den Spanten dazwischenleimen, weil man danach nicht mehr hinzukommt. Die Lager für die Nylonschrauben müssen unbedingt gerade eingeleimt werden, da sonst die Schrauben klemmen oder gar nicht erst anpacken.
Der Flügel sollte nach Bauanleitung auf dem Rücken aufgebaut werden, was mir nicht gefiel. Deshalb baute ich ihn kurzerhand auf der unteren Beplankung auf. Der Flügelbau geht recht zügig voran, nur muss unbedingt verzugsfrei gebaut werden.
Das vollsymmetrische Höhenleitwerk in Rippenbauweise ist vollbeplankt und bietet ebenfalls keine besonderen Schwierigkeiten.
Nach dem Verschleifen und Grundieren bespannte ich mein Modell mit leichtem, farbigem Papier.
Zuerst wurden die Servos eingebaut und mit den Rudern verbunden. Nun konnte der Motor angeschraubt werden (gut anziehen, weil sich die Schrauben sonst im Flug lösen). Als Motorschalter entschloss ich mich für einen Zweistufenschalter. Nun wurden Empfänger, Empfängerakku und der Motorschalter eingebaut. Die Antriebsakku legt man nun ebenfalls ins Modell. Diese müssen unbedingt befestigt werden, da sie sich im hohen Akkuraum im Flug sonst bewegen könnten. Bei mir löste ich das Problem mit zwei an die Rumpfwand geleimten Leisten und einem darunter geschobenen Sperrholzstreifen.
Der Schwerpunkt muss nun genau bestimmt werden. Man hat jedoch sehr wenig Spielraum, um die Fernsteuerteile zu verschieben.
Da ich zum Fliegen keine Piste zur Verfügung habe, verzichtete ich auf das Fahrwerk. Mein Modell brachte flugfertig mit einem 225-mA/h-Empfänger-Akku – jedoch ohne Fahrwerk – 1650 g auf die Waage.
Das Einfliegen erfolgte an einem schwachwindigen Tag. Das Modell wurde, mit voll laufendem Motor, mit kräftigem Schwung gegen den Wind seinem Element übergeben. Nach den ersten Runden war ich überrascht von der sehr guten Steigleistung. Nun schaltete ich den Motor ab und wunderte mich über den guten Gleitwinkel, jedoch muss hierfür recht schnell geflogen werden. Beim Langsamflug wird der Elektro-Max aber sehr kritisch, was vermutlich
auf das recht dünne Profil zurückzuführen ist. Er schmiert dann über eine Fläche ab und kommt sofort in eine Vrille, wenn man nicht schnellstens reagiert. Das Modell ist äusserst lebendig und wendig und reagiert sehr gut auf die Ruder. Beim Landen muss man schnell herankommen, kurz aushungern und aufsetzen. Nach einigen Flügen hat man das Modell im Griff und probiert einige Kunstflugfiguren. Loopings, Vrillen, Renversements, geschletzte Rollen lassen sich mit einiger Übung recht gut fliegen.
Mit dem Elektro-Max erhält der Modellflieger ein wendiges, schnelles Sportmodell in die Hände, das dank des geringen finanziellen Aufwandes sicher seine Freunde finden wird. Es soll hier aber nochmals erwähnt werden: das Modell ist nicht leicht zu fliegen und kann deshalb nur dem eher fortgeschrittenen Piloten empfohlen werden.


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