
BAUBERICHT: SEMI-SCALE MIL MI24D «HIND» IM MASSSTAB 1:6
BAUBERICHT: SEMI-SCALE MIL MI24D «HIND» IM MASSSTAB 1:6
Nach der Sendung «Die Modellbauer», Episode 18, hatte ich mich für das Modell von Matthias Strupf (Inhaber von Heli-Classics) entschieden.

Die Wahl fiel auf die Mil Mi-24D (NATO-Codename: Hind). Sehr detailreiches, robustes Modell mit grosszügigem Innenraum für die Pahl-Mechanik «Taurus 12» inkl. der Zweiwellenturbinen «Pahl Taurus 12» mit einer Leistung von 12 kW.

Ende der 1960er-Jahre begann die Sowjetunion mit der Entwicklung eines schwer bewaffneten Kampfhubschraubers, der auch Truppen transportieren konnte. Eine Kombination aus Angriffs- und Transporthubschrauber. Der Chefentwickler war Michail Leontjewitsch Mil, der bereits mit der Mi-8 und der Mi-17 Erfolge erzielt hatte. Die erste Mi-24, intern als «Produkt 245» bezeichnet, absolvierte 1969 ihren Erstflug.
Nach einigen Besprechungen mit Matthias konnte ich den Bausatz im März 2015 erwerben. Im Juli 2015 wurde das Modell geliefert und ich konnte den Bau beginnen.
Bauabschnitt 1, Rumpf: Da es mein erstes Scale-Modell war, hatte ich die Strategie, alle Teile zu verbauen/verkleben, die eine eindeutige Position haben.
Dies waren das Fahrwerk mit Fahrwerksklappen, Waffenträger, Triebwerk- und Kühlereinlass, Panzerungen beim Piloten, Bordschützen und wichtigen Flugsystemen sowie die steuerbare Heckflosse. Danach folgten die Tanks links/rechts und der Karbon-Tunnel für die Halterung für die Mechanik.
Bauabschnitt 2, Mechanik: Danach folgte die Montage der Zweiwellen-turbinen in die Mechanik. Anschließend folgte die Montage für den Mitnehmer und den 5-Blatt-Rotorkopf. Danach folgte die Montage der Taumelscheibe-Servos. Servos wie Rotkopf in die Null-Stellung und die jeweiligen Gestänge anpassen und montieren.
Endlich ist es so weit. Die erste Sitzprobe auf dem Karbon-Tunnel. Alles passt wie angegossen.

Danach folgte, die beste Position für die Montage des Heckgetriebes und des 3-Blatt-Heckrotors zu finden. Heck-Antriebswellen mit der Turbinenmechanik, Winkelgetriebe, Heckrotorgetriebe verbinden. Dann konnte die Feinjustierung beginnen.
Lage ermittelt und mit 2K-Kleber verkleben. Bei diesen Arbeiten ist Geduld und genaues Arbeiten angesagt. Dies wird das Flugverhalten massiv beeinflussen.
Nach getaner Arbeit wollte ich die imposante Mil Mi-24 in ihrer ganzen Pracht sehen.
Bauabschnitt 3, Komponenten und Schwerpunkt: Wo der Schwerpunkt sein muss, ist gegeben. Also positionierte ich mal alle Komponenten mit Klebeband. Alles, was schwer ist, muss in die Nase, der Rest gut zugänglich und logisch positioniert. Danach habe ich den Hubschrauber an der Hauptrotorwelle im Dachgeschoss aufgehängt. Es fehlte mir noch ein halbes Kilo. Nach der Messung aller Teile, die in das Scale-Cockpit sollten, war schnell klar, das wird eine Punktlandung.
Bauabschnitt 4, Schläuche und Kabel: Alle Komponenten fix montieren. Dann folgte die Montage der Schläuche zu den Tank- und Turbinenkomponenten. Anschliessend folgte die Verkabelung der Elektronik. Jedes Kabel wurde durch Geflechschlauch geschützt und sauber im Rumpf verlegt. Schlussendlich folgte noch die Verkabelung der Beleuchtung.
Bauabschnitt 5, Grundeinstellung und Erstflug: Die Grundeinstellung im Flybarless von Bavarian Demon 3X war eigentlich eine einfache Geschichte. Hier holte ich mir den Rat von Hugo Markes (Modellsport).
Die Turbineneinstellungen sowie die Regelung waren zeitaufwendiger. Ein Telefonat zu Gerd und er hat mir den Tipp gegeben, wie ich das am geschicktesten regeln kann. Alle Einstellungen wurden gemäss Anleitung und Tipps vorgenommen.
Das Triebwerk ist auf Antrieb angelaufen und regelt die Drehzahl schön bei ca. 850 Umdrehungen.
Nach fast zwei Jahre Bauzeit war der Erstflug am 1. April 2017. Ich hatte den Hubschrauber montiert und betankt. Hugo Markes war so nett, mir den Hubschrauber einzufliegen. Besser hätte ein Erstflug nicht sein können. Nach 5 Minuten intensiver Flugzeit ist Hugo erfolgreich gelandet und meinte, es fühle sich sehr gut an. Dieses Gefühl, wenn ein Projekt funktioniert, kann man nicht beschreiben.
Bauabschnitt 6, 3D-Teile und Lackierung: Das Lackieren hatte ich komplett unterschätzt. Nach einiger Recherche habe ich mich für das Vorbild der tschechischen Maschine mit der Nummer 0835 entschieden.
Ab dem Zeitpunkt war klar, welche Teile ich im CAD noch modellieren musste. Ich verwende hier Fusion 360 von Autodesk. X Teile modelliert und mit einem Resin-Drucker gedruckt und verklebt. Eine Nacharbeit der 3D-Druckteile ist nicht nötig, da die Druckqualität hoch ist (0,02 mm).

Abschliessend startete ich mit der letzten Herausforderung, das Altern des Kampfhelikopters. Ich finde, ein Modell muss immer ein bisschen gebraucht aussehen. Somit bekommt es den letzten Schliff. Hier habe ich diverse Verfahren ausprobiert. Am Ende bin ich bei der klassischen Ölfarbe gelandet. Es braucht ein bisschen Übung und Geduld. Aber dies zahlt sich aus. Am Ende bekam das Modell noch einen Seidenmatt-Lack. Tipps und Material bekam ich von Tailormadedecals. Ohne Rale's Unterstützung wäre das Unterfangen gescheitert.
Der Bau der Mil Mi 24 war aufwendig, ca. 1000 Stunden. Die Mühe hat sich aber gelohnt. Ich habe in den Jahren Bauzeit viel gelernt. Das Ergebnis ist ein optisch wie flugtechnisch beeindruckender Scale-Heli, der sich auch bei Wind sicher fliegen lässt. Durch das Scale-Cockpit und die Beleuchtung wirkt das Modell wie sein echtes Vorbild.
Fotos: Michael Schneider, Martin Gerber

Hersteller/Modell | HeliClassics/Mi-24 |
Massstab | 1:6.7 |
Länge | 2,6 m |
Rotordurchmesser | 2,50 m |
Antrieb | PahlPower-Zweiwellenturbinen «Pahl Taurus 12» |
ECU | evo Jet Jetronic Vx |
Mechanik | PahlPower Taurus 12 |
Tansystem | GFK 2 × 1.3L und einen Hoppertank 330 ml |
Flybarless System | Bavarian Demon 3X |
5-Blatt-Rotorkopf | HeliClassics |
Rotorblätter | 5 Blatt S75 x 1100 mm von M-Blades |
Heckrotor | 3-Blatt-Heckrotor von M-Copter |
Servos | 3 x Futaba BLS 175, Heck-Servo, Flossen-Servo, Fahrwerk-Servos, Fahrwerksklappen-Servo |
Gewicht (flugfertig) | ca. 25 kg |
Besonderheiten | Einziehfahrwerk, Scale-Cockpit, Panzerung bei Piloten und Bordschützen und wichtige Flugzeugsysteme mit div. 3D-Resine-Druckteilen |

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