Die pflegeleichte Warzenschwein
A-10 Thunderbolt II TWIN 64 mm EDF von E-flite®
Das Erdkampfflugzeug der US-Air Force, welches von ihren Piloten wegen seines Aussehens auch Warthog (Warzenschwein) oder kurz Hog genannt wird, kommt seit 1975 auf den Kriegsschauplätzen der Amerikaner als gefürchtete Waffe gegen gepanzerte Ziele zum Einsatz.
Die E-flite®-A-10-Thunderbolt-II-Twin-64-mm-EDF ist ein massstabsgetreuer Nachbau dieses legendären Flugzeuges. Das nahezu vollständig montierte Flugmodell präsentiert sich schon beim ersten Augenschein als ein Highlight der EPO-Hartschaum-Flugmodelle. In beeindruckender Art und Weise sind Oberflächendetails, die Tarnfarblackierung und die umfangreiche Beschriftung dem Original weitgehend wirklichkeitsgetreu nachempfunden. Bereits beim Auspacken des Rumpfes macht der raubtierähnliche Gesichtsausdruck des Buges einen furchterregenden Eindruck.
Im Lieferumfang dieser Bind-N-Fly®-Basic-Version sind zusätzlich zu der vollständigen Ruderklappen- und Motorensteuerung die beiden montierten Impellertriebwerke, das elektrische Einziehfahrwerk sowie der eingebaute Spektrum™-AR636-6-Kanal-Empfänger enthalten. Einzig der Spektrum™-Sender, der LiPo-Akku mit Ladegerät sowie der Styro-Sekundenkleber ist für den Bau und den Betrieb des A-10 Thunderbolt II von E-flite® separat zu besorgen.
Der von E-flite® vertriebene A-10 Thunderbolt II Twin 64 mm

EDF ist eine Neukonstruktion und wird als bisher am einfachsten zu fliegendes, leistungsstarkes Impellermodell angepriesen. Durch die beiden Triebwerke mit ihren 11-Blatt-Turbinenrädern, einem Durchmesser von 64 mm und einer Drehzahlkenngrösse von 2840 bis 2200 kV (rpm/V) soll eine «unbegrenzte» vertikale Steigleistung sowie eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 160 km/h erreicht werden können. Dabei werden diese beiden EDF(Electric powered Ducted Fan)-Impellertriebwerke
über zwei 40-A-Regler gesteuert und in unserer Konfiguration von einem 6S-3700-mAh-LiPo-Akku gespeist.
Um das Modell fertigzustellen ist nur ein kleiner modellbautechnischer Aufwand erforderlich. So sind das Höhenleitwerk, die Seitenleitwerke sowie die Tragfläche zu montieren, die Waffen einzuhängen und der Akku einzubauen. Schon nach weniger als einem halben Tag Kleben und Montieren und ohne mühseliges Studium der Bauanleitung steht der Scale-Kampffjet zum Binden mit der Fernsteuerung bereit.

Ist man mit der Spektrum RC-Philosophie nicht vertraut, so ist im Gegensatz zu dem bisher Beschriebenen für das Binden und Programmieren des Senders gewissenhaft nach der Bedienungsanleitung des Flugmodells vorzugehen.
Allerdings ist dies schneller gesagt als getan, denn das Lesen der Anleitung, speziell in Deutsch, hat so seine Tücken. Vorteilhaft ist es, wenn man die unverständlichen Zusammenhänge dann in Englisch und Französisch verinnerlicht und versucht, den konkreten Aussagen auf die Schliche zu kommen.
(gilt für die Bind-N-Fly-Basic-Version)
Abgesehen von dem in der Bedienungsanleitung beschriebenen Vorgang zur Programmierung des Senders, muss auf folgende Besonderheit bei der Verwendung der Spektrum™-DX6- oder DX6e-Sender hingewiesen werden.
Soll, wie in unserem Fall, mit einem solchen 6-Kanalsender der SAFE-Select-Modus benutzt werden können, so ist der Landeklappenschalter als Erstes auf einem zurückgesetzten (leeren) Modellspeicher zu konfigurieren. Nur so wird SAFE-Select-Funktion beim Betätigen der Landeklappe ermöglicht. Zudem ist beim vorangegangenen Binden des Senders mit dem Empfänger die spezielle in der Bedienungsanleitung beschriebene Vorgehensweise zu beachten.
Die restlichen Einstellungen weichen nur unwesentlich von den bekannten Vorgängen zur Programmierung der diversen Funktionen ab.
Beim Fliegen unterscheidet Spektrum™ in zwei kreiselstabilisierte Modi, den AS3X-Modus und den SAFE-Select-Modus. Bei Verwendung der 6-Kanalsteuerung ist der AS3X-Modus immer eingeschaltet und kann nicht deaktiviert werden. Das heisst, das Fliegen erfolgt immer unter elektronischem Einfluss der Kreiselstabilisierung. Der beim Starten und generellen Fliegen wirksame AS3X-Modus weicht zur Steuerung der drei Achsen des Flugmodells nicht von der allgemein bekannten Bedienung ohne Stabilisation ab.
Dabei bewirkt die Auslenkung des Steuerknüppels, dass das Flugmodell sich kontinuierlich in der gewünschten Richtung bewegt. Die Korrekturen durch die Kreiselelektronik werden kaum wahrgenommen. Allenfalls verlaufen die Bewegungen des Flugmodells etwas harmonischer. Am auffälligsten wahrnehmbar sind die Stabilitätskorrekturen besonders dann, wenn Seitenwind oder plötzliche Windböen auftreten. Der SAFE-Select-Modus zur Stabilisierung des Landevorgangs ist, wie bereits erwähnt, ausschliesslich bei ausgefahrenen Landeklappen wirksam und erlaubt nur begrenzte voreingestellte Quer- und Nicklagen. Sobald der Steuerknüppel in die Nulllage gebracht wird, nimmt das Flugmodell eine horizontale Fluglage ein. Hält man hingegen den Steuerknüppel in einer bestimmten ausgelenkten Position, so verbleibt die Lage des Flugmodells in der momentanen Quer- oder Nicklage. Mit dieser Stabilitätshilfe kann eine sicherere Landung wahrscheinlicher werden.
In diesem Zusammenhang ist auch darauf hinzuweisen, dass die beste Kreiselstabilisierung keinen Strömungsabriss durch zu langsames Fliegen oder eine unkontrollierte Landung durch einen leer geflogenen Akku verhindern kann.
Pre-flight check: Wie es als Routine vor jedem Flug gemacht werden sollte, so beginnen wir die Überprüfung des Erstflugkandidaten mit der Kontrolle der Schwerpunkt lage, führen einen gewissenhaften Rudercheck durch und testen die RC-Reichweite mit der entsprechenden Funktion des Senders.
Nicht selten können eventuelle Flüchtigkeitsfehler beim Programmieren des Senders, lose Ansteuerungen eines Ruders oder ungünstige Lagen der Antennen damit noch rechtzeitig erkannt und peinliche Vorfälle vermieden werden.
Auch durch einen nochmaligen Bindevorgang, mit bewusst kleiner Gasknüppelstellung und ggf. mit vordefinierten Ausschlägen der Ruder können die so eingestellten Failsafe-Stellungen zu einem erhöhten Sicherheitszustand beitragen.
Zur Initialisierung der Stabilisierung ist das Flugmodell vorerst mit den Rädern auf eine ebene Fläche zu stellen, der Sender einzuschalten und der Akku mit dem Empfänger zu verbinden. Die Elektronik meldet kurz darauf mit mehrmaligen kurzen Bewegungen der Ruder und einer Tonfolge die erfolgreiche Anbindung. Im Weiteren ist das Flugmodell vor dem Wegrollen zu sichern und der Gasknüppel von der Nullstellung auf über 25% des Weges und wieder zurück zu bewegen. Dadurch werden die Triebwerke hochgefahren und die AS3X-Technologie definitiv aktiviert.
Darauf ist das Flugmodell anzuheben und in allen drei Achsen zu bewegen, während man die durch die AS3X-Steuerung erzeugten Ruderausschläge auf Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit und Ausschlagweg visuell prüft.
Auffallen wird, dass die Ausschläge des Seitenruders beim Rotieren über die Hochachse nur sehr klein ausfallen.
Startphase: Für das Starten des A-40-Flugmodells ist eine Hartbelagpiste erforderlich. Ausserdem ist weniger geübten Piloten zu empfehlen, sich vorerst das sichere Gefühl zum Lenken durch Rollversuche zu trainieren. →
| Hersteller: | Horizon Hobby, E-flite®, China, USA |
| Konstruktion: | Hohlkernbauart aus EPO-Material |
| Spannweite: | 1149 mm |
| Rumpflänge: | 1061 mm |
| Schwerpunkt: | 55–70 mm hinter Nasenleiste |
| Gewicht: | 226–2410 g |
| Motor: | 2 Stk. Brushless-Aussenläufer 2840–2200 kV |
| Regler: | 2 Stk. 40 A ESCs und separates BEC |
| Turbinenräder: | 11-Blatt, Ø 64 mm |
| Servos: | 9 Stk. Metallgetriebe-Servos |
| Kreiseltechnik: | AS3X- und SAFE®Select-Modus |
| Empfänger: | Spektrum™ AR636A, 6-Kanal |
| Akku: | 22,2 V, 6S 3200–4000 m Ah 30+C Li-Po |
| Sender: | Spektrum™ DSMX®/DSM2®, 6-Kanal |

Trimmung: Für das nun folgende Trimmen der Ruder ist unter dem AS3X-Modus folgendes Vorgehen ratsam:
Wie üblich ist das Flugmodell im Horizontalflug mit ¾-Gasknüppel-Stellung und eingefahrenem Fahrwerk mit den Trimmschaltern zu korrigieren. Anschliessend erhält der Empfänger durch ein drei Sekunden dauerndes Nichtbewegen der Steuerknüppel die Information über die zur Optimierung der AS3X-Steuerung geeignete Einstellung. Wird dieses Vorgehen unterlassen, ist ein fehlerfreies Fliegen nicht sichergestellt. Wie gewohnt, sind die Ruder nach der Landung mechanisch nachzustellen und die Trimmschalter wieder auf null zurück zu setzen.
Grösserer Flugraum: Zu beachten ist, dass im Gegensatz zu gängigen Schaumstoffmodellen mehr Platz zum Fliegen benötigt wird. Die höhere Geschwindigkeit und die moderaten Ruderbewegungen der Fluglagenstabilisierung erfordern eine grossräumige Voraussicht. Hindernisse aller Art können dem Piloten ungewohnt schnell in den Weg kommen und langjährige Gewohnheiten plötzlich ersthafte Konflikte verursachen.
Lärm: Lobenswert zu erwähnen ist, dass das A-10-Flugmodell nicht wie die echten Kampfjets mit röhrendem Lärm, sondern mit dezentem Turbinengeräusch seine Runden zieht.
Landen: Bei so viel Konzentration auf einen hindernisfreien Raum geht beim Fliegen, schneller als erwartet, die Kapazität des Akkus dem Ende entgegen. Darum ist es ratsam, den Timer auf ungefähr 3:30 Minuten zu stellen und beim Ertönen der Signallaute die Landung zügig einzuleiten. Spätestens während der Landevolte ist in jedem Fall daran zu denken, das Fahrwerk und die Landeklappen voll auszufahren. Obschon die SAFE-Select-Stabilisierung eine gute Hilfe für einen sauberen Landeanflug darstellt, ist ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung einer nicht zu langsamen Landegeschwindigkeit zu legen.

Den A-10 Thunderbolt II von E-flite® beurteile ich als ein sehr attraktives und angenehm zu fliegendes Flugmodell. Seine ausgeklügelte Fluglagenstabilisierung hilft entscheidend mit, einen sicheren und kontrollierten Flug zu ermöglichen. Die tollen und beherrschten Flugmanöver vermitteln viel Freude beim Fliegen.
Übrigens habe ich mich vergewissert: Der A-10 Thunderbolt II ist definitiv kein Warzenschwein, denn ich habe nie beobachten können, dass er den Schwanz auf der Flucht senkrecht gegen den Himmel streckt, wie es die echten Warzenschweine machen.


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