Sport

Freundschaftsfliegen Zäziwiler 2009

von Reto Fiolka
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Freundschaftsfliegen Zäziwiler 2009

Am 22. März 2009 wurde der traditionsreiche RCS-Hang-Freundschaftswettbewerb der Modellfluggruppe Grosshöchstetten durchgeführt. 53 Teilnehmer fanden dieses Jahr trotz etwas frischer Temperaturen den Weg in das beschauliche Zäziwil.

Für viele Segelflugfreunde aus der ganzen Schweiz ist der Zäziwiler ein fester Bestandteil in der Jahresplanung – und dies nun schon seit vier Jahrzehnten. Was macht diesen Klassiker auch in der heutigen Zeit noch so beliebt? Die Wettbewerbsformel, die einen Start aus etwa 60 m Überhöhung für einen Zeitflug von 3 Minuten mit anschliessender Ziellandung vorsieht, klingt eigentlich recht simpel und bieder. Doch gerade diese einfachen Regeln ermöglichen die Teilnahme von Seglerpiloten jeglicher Couleur ohne dass Hightech-Modelle und entsprechendes Equipment einen Vorteil haben. Jeder Teilnehmer, ob er nun mit einem Anfängermodell, einem vorbildgetreuen Segler oder einer modernen Wettkampfmaschine antritt, hat eine faire Chance, am Zäziwiler erfolgreich teilzunehmen. Und neben dem Wettbewerbsgeschehen ist natürlich das Wiedersehen von guten Freunden, das gemütliche Zusammensein und das Fachsimpeln nach einer langen Wintersaison ein weiterer wichtiger Grund, nach Zäziwil zu fahren.

Winter ist ein gutes Stichwort, denn dieser schien am Wettbewerbstag noch nicht recht dem Frühling Platz machen zu wollen, und das Briefing fand bei recht frischen Temperaturen statt. Doch das Wetter spielte mit, es erwartete uns ein sonniger Tag, und auch die Bise, die am Vortag noch stark wehte, war weitgehend abgeflaut. Mit etwas Spannung wurde der Start der ersten Gruppe erwartet, hatten doch einige Zweifel, ob man so früh morgens bei der Kälte drei Minuten fliegen könne. Doch Paul Böhlen, Sieger des letzten Jahres, zeigte gleich, dass es durchaus möglich war. Im Laufe des Wettbewerbes erwiesen sich die Aufwindbedingungen als anspruchsvoll, und die oftmals drehenden Winde machten die Ziellandung schwierig. Allerdings war die Windstärke über den ganzen Tag eher schwach, sodass recht problemlos drei Durchgänge geflogen werden konnten. Leider passierte im ersten Durchgang den Zeitnehmern ein Malheur: Piloten mit einer Aussenlandung oder genau 180 s Flugzeit wurden 0 s für die Flugzeit eingetragen und die Piloten hatten dann das Wertungsblatt auch so unterschrieben. In früheren Jahren wurden solche Abweichungen dann halt so belassen; da nun aber mehrere Fehlwertungen vorlagen, die auch das Klassement an der Spitze bestrafen, wurde entschieden, dass die betroffenen Piloten den entsprechenden Durchgang wiederholen konnten.

Das gute Wetter liess dies zeitlich problemlos zu und wir konnten dann auch zur gewohnten Zeit zur Rangverkündigung übergehen. Gewonnen hat den diesjährigen Zäziwiler Daniel Bögli vor Reto Fiolka und Markus Minger. Betreibt man etwas Statistik, wird einem bewusst, wie präzise vorne an der Spitze geflogen wurde. Daniel Bögli auf Rang 1 erreichte im Mittel eine Zeit von $176 \pm 1,5$ s1 und eine Abweichung von der Landelinie von $3,3 \pm 3,2$ cm!

Es ist zu beachten, dass Rang 1 und 3 sowie etliche weitere gute Ränge mit Modellen in klassischer Holzbauweise erreicht wurden. Diese sind am Zäziwiler überhaupt nicht im Nachteil, bei der Landung können sie sogar leichte Vorteile gegenüber den fliegenden Besenstielen der Klassen F3B und F3J haben. Damit ist klar, dass

1 Es sind der Mittelwert und die entsprechende Standardabweichung angegeben.


Ranglisten-Auszug:
1.Bögli Daniel
2.Fiolka Reto
3.Minger Markus
4.Hagmann Sandro
5.Setz Adrian
6.Weber Ernesto
7.Borter Markus
8.Hagmann Peter
9.Günther Markus
10.Peruch Nicolas

fliegerisches Talent und auch etwas Glück beim Zäziwiler wichtiger sind als das neuste Material, was sicher zur allgemeinen Beliebtheit des Zäzipfupfs beiträgt.

Stellvertretend für die teilnehmenden Piloten möchte ich den Organisatoren und den zahlreichen Helfern für ihre Arbeit danken; es war wieder einmal ein schöner Wettbewerb und ein toller Start in die Segelflug-Saison 2009.

Text: Reto Fiolka,
Bilder: Salomo Lehmann




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